2026-04-23T13:43:33.969Z

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Kitagawa-Gala: Düren feiert Klassenerhalt – Porz-Sorgen wachsen

Der 1. FC Düren lässt der SpVg Porz keine Chance – Dreierpacker Tomoki Kitagawa überragt.

von Andreas Santner · Heute, 09:48 Uhr · 0 Leser
Wird im Offensiv-Spiel der SpVg Porz schmerzlich vermisst: Torjäger Metin Kizil.
Wird im Offensiv-Spiel der SpVg Porz schmerzlich vermisst: Torjäger Metin Kizil. – Foto: LaBima

Während der 1. FC Düren durch einen deutlichen Heimsieg den Klassenerhalt auch rechnerisch in trockene Tücher gewickelt hat, muss der personell extrem gebeutelte Tabellendreizehnte trotz eines Vorsprungs von sieben Punkten auf die Sportfreunde Düren weiter um den Verbleib in der Mittelrheinliga zittern. Matchwinner des Tages war ein Mann, der seinen eigenen Torreigen am Freitag fast schon unheimlich genau vorhergesagt hatte.

Die Kitagawa-Prophezeiung: „Nein, Trainer, ich mache drei“

Dürens Trainer Luca Lausberg war nach dem Abpfiff sichtlich glücklich – und das lag vor allem an seinem Schützling Tomoki Kitagawa. „Unser Man of the Match war heute ohne Zweifel Tomoki Kitagawa. Ich hatte ihm am Freitag noch gesagt, dass er in der Startelf steht und spaßeshalber prophezeit, dass er heute zwei Tore macht. Tomoki entgegnete mir nur: 'Nein, nein, Trainer, ich mache drei.' Und genau das hat er getan. Sensationell!“, frohlockt Lausberg über die Gala-Vorstellung seines Offensivspielers, der zudem noch zwei weitere Treffer vorbereitete.

Sportlich ließen die Hausherren wenig anbrennen. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase stellten die Weichen kurz vor und direkt nach der Pause endgültig auf Sieg. „Besonders wichtig waren in diesem Zusammenhang der Treffer zum 2:1 kurz vor der Pause sowie das schnelle 3:1 direkt nach dem Seitenwechsel. Aufgrund der starken zweiten Halbzeit war es am Ende ein hochverdienter Erfolg mit sehr schön herausgespielten Toren“, bilanziert Lausberg, der sechs Spieltage vor Schluss bei 18 Punkten Vorsprung auf die rote Zone einen Haken hinter das Saisonziel machen kann: „Ich bin sehr, sehr stolz auf die Mannschaft. Wir haben heute den Klassenerhalt so gut wie perfekt gemacht. Das ist eine hervorragende Leistung, wenn man bedenkt, wo wir herkommen.“

Porz geht am Stock: Acht Stammkräfte fehlen

Ganz anders die Gemütslage bei der SpVg Porz. Trainer Jonas Wendt muss derzeit eine Herkulesaufgabe bewältigen, die kaum noch mit sportlichen Maßstäben zu messen ist. „Wir mussten wieder 'würfeln'“, beschreibt Wendt die prekäre Lage. Mit Abderrahman Rabhi, der sich im Abschlusstraining schwer am Sprunggelenk verletzte, wuchs die Liste der Ausfälle auf acht potenzielle Startelf-Spieler an. „Ich will nicht rumjammern, aber acht potenzielle Startelf-Spieler kann kein Team in dieser Liga einfach so ersetzen: Torhüter Dominique Mittenzwei, Taylan Gülmez, Buhari-Ibn Tusina, Eung-yu Kim, Metin Kizil, Daniel Spiegel, Etienne Kamm und Abderrahman Rabhi. Das kriegen wir in der Summe nicht aufgefangen“, so Wendt konsterniert.

Trotz der frühen kalten Dusche zum 0:1 bewiesen die Porzer zunächst Moral und kamen zum verdienten Ausgleich. Doch die Gegentreffer zu den psychologisch ungünstigsten Zeitpunkten brachen den Gästen das Genick. „Wir kassieren ausgerechnet mit dem Pausenpfiff das 1:2. Das sind Nackenschläge, die wehtun“, meint Wendt. In der zweiten Halbzeit fehlten dann die Körner: „Mental waren wir angeschlagen, und uns fehlte schlichtweg die Qualität, so ein Spiel gegen einen Gegner wie Düren noch einmal zu drehen. Das 4:1 und 5:1 fielen dann am Ende, als wir hinten aufgemacht haben.“

„Die Stimmung war schon mal besser“

Zusätzlich zum sportlichen Verletzungspech plagen den Verein interne Querelen. „Die Stimmung in Porz war schon mal besser, da brauchen wir nicht drumherum zu reden. Auch vereinsintern gibt es durch den Präsidentschaftswechsel Unruhen – wir hoffen alle, dass dort bald wieder Ruhe einkehrt, denn die Situation ist für uns momentan nicht schön“, gewährt Wendt Einblicke in das angespannte Umfeld.

Seinen Humor hat der Coach trotz der Misere nicht ganz verloren: „Ich habe schon selbst überlegt, die Schuhe wieder zu schnüren, aber meine Luft reicht maximal für sieben Minuten – für einen Freistoß würde es vielleicht noch reichen.“ Doch der Ernst der Lage ist ihm bewusst. Vor dem nächsten Duell gegen Pesch gilt es, die Trümmer zusammenzusuchen: „Wir müssen irgendeine Elf auf die Platte zaubern, die an diesem Tag alles geben wird, um die drei Punkte in Porz zu behalten.“