Die Schlammschlacht beim KFC Uerdingen nimmt immer schlimmere Formen an, wobei ein erschreckendes Ausmaß an fehlender Professionalität deutlich wird. Letzteres offenbart die offizielle Stellungnahme der beiden Vorstandsmitglieder Peter Kahstein und Dirk Röthig.
Unter der vollmundigen Überschrift „Gegendarstellung zum Artikel von Reviersport“ schildert das Duo die Vorgänge bezüglich eines Teils der Ticketeinnahmen aus dem Spiel des KFC gegen den MSV Duisburg aus seiner Sicht. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Gegendarstellung, sondern lediglich um eine Stellungnahme. Doch damit nicht genug.
Was war geschehen? Der Vorstandsvorsitzende Thomas Platzer hatte den Ticket-Dienstleister LMS angewiesen, die Einnahmen auf ein Konto zu überweisen, das nicht auf den KFC Uerdingen lautet. Platzer erklärt, er habe die Zahlung der Gehälter der Spieler sicherstellen wollen, die der Berater Mehmet Eser seit geraumer Zeit tätige. Deshalb sollten die Einnahmen auf ein externes Konto gehen, das Eser auffüllen würde und von dem die Mannschaft dann bezahlt werde. Das wäre ein Satzungsverstoß gewesen, auf den der Verwaltungsrat hinwies, der im Gespräch mit Eser und den Vorständen Kahstein/Röthig eine Lösung für die Zahlungsmodalitäten fand.
Doch das Vorstandsduo schoss in seiner Stellungnahme deutlich über das Ziel hinaus, indem es formulierte, Platzers Vorgehen „könnte den Tatbestand der versuchten Untreue erfüllen“. Die derart geäußerte Vermutung ist gleichermaßen gefährlich wie bösartig und zeigt nur, wie zerrüttet das Verhältnis zwischen dem Duo und dem Vorstandsvorsitzenden Platzer ist, der die beiden ins Boot geholt hat und dies inzwischen zutiefst bereuen dürfte.
Und weil das Schmierentheater immer weiter geht, sieht sich der Ärmelsponsor BRS Röttges & Spicker Steuerberater Partnerschaft mbB gezwungen, sich öffentlich von den Vorgängen in und um den KFC zu distanzieren, weil der gute, hart erarbeitete Ruf gefährdet sei: „Grund hierfür sind vor allem Diskussionen in den sozialen Medien und rund um die Heimspiele des Vereins. Vor diesem Hintergrund ist es uns wichtig hervorzuheben, dass die derzeit diskutierten Vorgänge im Vorfeld nicht mit uns kommuniziert und abgestimmt wurden. Insbesondere waren wir in etwaige Beratungen nicht involviert.“
Der amtierende Vorstand muss sich vergegenwärtigen, wie sehr er mit seinem auf offener Bühne ausgetragenen Machtkampf dem Verein schadet. Im Sinne des KFC Uerdingen wäre ein verbaler Waffenstillstand bis zur Mitgliederversammlung am 13. Januar. Dort könnte dann noch einmal schmutzige Wäsche gewaschen werden, ehe alle Protagonisten aus dem Amt scheiden. Die Haltbarkeitsdauer haben sie durch ihr dilettantisches Verhalten selber auf dieses Datum begrenzt.
Damit der KFC in der vorweihnachtlichen Zeit nicht vollends im Strudel eines Führungschaos‘ untergeht, bedarf es klarer Verhaltensregeln, die der Verwaltungsrat dem Vorstand mit auf den Weg geben muss.