2026-04-01T12:50:56.008Z

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Keseroglu nach Hohkeppel-Ende: „Bin überrascht über das Aus“

38-jähriger Trainer von seiner Entlassung überrascht

von Andreas Santner · Heute, 13:58 Uhr · 0 Leser
Abdullah Keseroglu spricht über sein Aus bei Eintracht Hohkeppel.
Abdullah Keseroglu spricht über sein Aus bei Eintracht Hohkeppel. – Foto: LaBima

Kurz vor dem spielfreien Osterwochenende trennte sich der SV Eintracht Hohkeppel von seinem Trainer Abdullah Keseroglu. Nach einer beeindruckenden Serie reichten zwei Niederlagen gegen die Konkurrenz und das Pokal-Aus gegen den Drittligisten Viktoria Köln für das vorzeitige Ende.

„Stabilität und Ruhe reingebracht“

Als Apo Keseroglu am dritten Spieltag das Ruder in Hohkeppel übernahm, fand er keine einfache Situation vor. Der Kader war groß, die Unruhe im Umfeld spürbar. Dennoch gelang es dem ehemaligen Profi, der unter anderem auf Einsätze in der Türkischen Süper Lig und der 3. Liga zurückblicken kann, die Eintracht schnell in die Spur zu bringen.

„Ich möchte hier kein Fass aufmachen, aber Fakt ist: Ich bin nach Hohkeppel gekommen, um Stabilität und Ruhe reinzubringen. Ich glaube, das haben mein Trainerteam und ich insgesamt sehr gut gemeistert“, bilanziert Keseroglu. „Wir sind erst am dritten Spieltag eingestiegen, hatten keine echte Vorbereitung und trafen auf ein Umfeld mit viel Unruhe sowie einen sehr großen Kader mit vielen unzufriedenen Spielern.“

Verletzungssorgen in den Top-Spielen

Tatsächlich liest sich die Bilanz bis zum vergangenen Monat makellos. Inklusive Testspielen und Pokal blieb die Eintracht unter Keseroglu 17 Partien ungeschlagen. Dass die Serie ausgerechnet in der Woche der Wahrheit riss, hat für den Coach einen klaren Grund, der in der öffentlichen Bewertung oft unterging: die personelle Situation.

„Dass wir zuletzt innerhalb einer Woche zwei Ligaspiele verloren haben – das Spiel gegen Viktoria klammere ich hier bewusst aus –, ist ebenfalls Fakt. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass uns im Top-Spiel gegen Bergisch Gladbach und in Wegberg jeweils sieben bis acht Stammspieler fehlten“, erklärt der 38-Jährige. Trotz dieser Umstände kam das Aus für ihn unerwartet: „Ich bin überrascht über das Aus – ich habe nicht damit gerechnet, dass es so früh wieder vorbei ist. Insgesamt können wir uns als Trainerteam wenig vorwerfen, aber man muss die Entscheidung des Vereins so akzeptieren.“

Blick nach vorn: „Stecke voll im Saft“

Trotz der Enttäuschung über den Zeitpunkt der Trennung blickt Keseroglu ohne Groll zurück. Er betont, dass er den Schritt zur Eintracht keinesfalls bereue und es eine „lehrreiche Zeit“ gewesen sei. Eine längere Auszeit plant der ambitionierte Fußballtrainer derweil nicht.

„Nach den Ereignissen der letzten Tage muss ich das Ganze erst einmal sacken lassen und in Ruhe reflektieren. Aber eines ist klar: Ich stecke voll im Saft, bin voller Energie und absolut bereit für eine neue Herausforderung“, gibt sich der Ex-Profi kämpferisch. Für ihn stehe dabei das Zwischenmenschliche weit oben: „Die menschliche Komponente ist für mich schon sehr wichtig. Ich bin ein Trainer, der ambitioniert denkt. Der einen klaren Plan hat, wie die Mannschaft geführt wird. Mir ist bewusst, dass man als Trainer auch die Rolle eines Angestellten einnimmt und sich in gewissen Punkten anpassen muss. Am Ende muss es zwischen Verein und Trainer einfach ‚matchen‘.“

Keseroglu will die freie gewordene Zeit nutzen, um als Zuschauer und Fußballfan auf den Plätzen der Region unterwegs zu sein – von der Amateurliga bis zur 3. Liga. Wo man Keseroglu demnächst an der Seitenlinie sehen wird, ist noch offen. "Ich will nichts ausschließen, auch den Zeitpunkt nicht", so Keseroglu abschließend.