2026-03-09T15:40:23.061Z

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Kellerduell endet mit Kantersieg: "Können im Grunde eingleisig planen"

5:0-Auswärtssieg der Sportfreunde – Pesch vor dem Gang in die Landesliga

von Andreas Santner · Heute, 09:11 Uhr · 0 Leser
Überraschend deutlich ging das Kellerduel gegen den FC Pesch mit 5:0 an die Sportfreunde Düren.
Überraschend deutlich ging das Kellerduel gegen den FC Pesch mit 5:0 an die Sportfreunde Düren. – Foto: Christian Kreuer

Im Kellerduell der Mittelrheinliga setzte sich Effizienz klar gegen Chancenfülle durch. Die Sportfreunde Düren gewannen beim FC Pesch deutlich mit 5:0 und sammelten wichtige Punkte im Abstiegskampf. Während die Gäste ihre Möglichkeiten konsequent nutzten, ließ Pesch zahlreiche Großchancen ungenutzt. Für die Gastgeber wird die Lage im Tabellenkeller damit immer aussichtsloser. Düren dagegen verschafft sich vor dem nächsten direkten Duell zumindest etwas Luft.

Die Sportfreunde bleiben zwar weiterhin Vorletzter, konnten den Rückstand auf die Konkurrenz jedoch zumindest stabil halten. Schon am kommenden Freitag wartet mit Teutonia Weiden der nächste direkte Konkurrent.

Pesch vergibt frühe Großchance

Dabei begann die Partie für die Gastgeber durchaus vielversprechend. Pesch-Trainer Ali Meybodi erinnerte daran, dass seine Mannschaft früh eine große Gelegenheit zur Führung hatte. „Gleich in den ersten Minuten hatten wir eine hundertprozentige Torchance. Nach zwei Minuten kommen wir aus fünf Metern völlig frei zum Kopfball, ohne Gegenspieler.“

Ein Treffer zu diesem Zeitpunkt hätte dem Spiel möglicherweise eine andere Richtung geben können. „Wenn du da das 1:0 machst, weiß man nicht, wie sich das Spiel entwickelt“, erklärte Meybodi. Stattdessen gingen die Gäste wenig später selbst in Führung: Emirhan Duvahan traf nach Zuspiel von Hagen Blohm in der 9. Minute zum 1:0.

Düren nutzt Chancen konsequent

Die Sportfreunde nutzten ihre Möglichkeiten deutlich effizienter. Marc Wollersheim erhöhte bereits in der 19. Minute auf 2:0, ehe Hagen Blohm kurz vor der Pause den dritten Treffer nachlegte (40.).

Demircan räumte später ein, dass der Spielverlauf durchaus auch anders hätte aussehen können. „Man muss ehrlich sagen, dass Pesch einige hochkarätige Chancen liegen gelassen hat“, erklärte der Sportfreunde-Coacch. Betrachtet man die Anzahl der Möglichkeiten, „hätte ein 10:5 das Spiel vielleicht sogar besser widergespiegelt als das 5:0“.

Besonders eine Szene vor dem dritten Treffer bezeichnete Demircan als entscheidend. „Vor dem 3:0 hatte Pesch eine riesige Chance zum möglichen 2:1, die unser an diesem Tag überragender Torwart stark vereitelt hat.“ Im direkten Gegenzug erzielten die Gäste das 3:0 – aus Sicht des Trainers der entscheidende Moment der Partie.

Pesch vergibt auch nach der Pause Chancen

Auch nach dem Seitenwechsel boten sich Pesch mehrere Möglichkeiten, zumindest Ergebniskosmetik zu betreiben. „In der zweiten Halbzeit hatten wir wirklich fünf oder sechs glasklare Torchancen“, berichtete Meybodi. Darunter sei seine Mannschaft dreimal alleine vor dem Torwart gestanden. Doch der Ball wollte nicht ins Netz. Stattdessen erhöhte Wollersheim nach der Pause auf 4:0 (53.), ehe Paul Filatov in der Schlussphase den Endstand markierte (79.).

Meybodi brachte die Problematik seines Teams auf den Punkt: „Wir machen kein Tor. Gleichzeitig kassieren wir fünf Gegentreffer.“ Wenn man so viele Tore bekomme, müsse man entsprechend viele selbst erzielen, um zu gewinnen. „Aber wenn wir unsere Chancen nutzen, können wir das Spiel auch früh in eine andere Richtung lenken.“

Kritik an den erfahrenen Spielern

Die Niederlage fiel für Pesch besonders schwer, weil sie gegen einen direkten Konkurrenten zustande kam. „Wir haben insgesamt viel zu viel zugelassen und gleichzeitig unsere eigenen Möglichkeiten nicht genutzt“, analysierte Meybodi.

Der Trainer nahm dabei insbesondere die erfahrenen Spieler in die Verantwortung. „Gerade in solchen Spielen müssen sie mehr liefern.“ Zwar hätten sich die jungen Spieler bemüht, doch diese bräuchten Führung durch die Routiniers. „Und genau von diesen erfahrenen Spielern erwarte ich in solchen wichtigen Spielen einfach mehr.“

Angesichts der Tabellenlage müsse der Verein nun realistisch planen. „Wir können im Grunde eingleisig planen“, erklärte Meybodi mit Blick auf die kommende Saison.

Erleichterung bei den Sportfreunden

Auf der anderen Seite war die Freude bei den Sportfreunden entsprechend groß. „Die Erleichterung war riesig – sowohl bei uns Trainern als auch bei der Mannschaft“, sagte Demircan. Seine Mannschaft habe in den vergangenen Wochen schwierige Phasen durchlebt.

Trotz des klaren Ergebnisses warnte der Trainer davor, die Leistung zu überschätzen. „Die wichtigste Erkenntnis aus dieser Partie ist: Wenn wir auch nur ein Prozent nachlassen, kann jedes Spiel kippen.“

Für die Sportfreunde geht der Blick nun direkt auf das nächste Kellerduell: Am Freitag wartet mit Teutonia Weiden bereits die nächste richtungsweisende Partie im Abstiegskampf.