2026-02-20T12:29:42.904Z

Allgemeines

Jetzt kann der KFC Uerdingen in die Zukunft starten

Nachdem der bisherige Vorstand des KFC Uerdingen am Dienstag bereits seinen Rücktritt erklärt hatte, ist er auf der Mitgliederversammlung offiziell abgewählt worden – und zwar eindeutig. Im Anschluss hat der Verwaltungsrat Norbert Philipp zum neuen ersten Vorsitzenden ernannt.

von RP / Marvin Wibbeke & Markus Plüm · Heute, 16:15 Uhr · 0 Leser
Norbert Philipp ist der neue Vorsitzende des KFC Uerdingen.
Norbert Philipp ist der neue Vorsitzende des KFC Uerdingen. – Foto: Markus Becker

Die Odyssee ist beendet. Nach mehreren Anläufen hat die außerordentliche Mitgliederversammlung des KFC Uerdingen, zu der am Mittwochabend rund 200 Mitglieder gekommen waren, endlich stattgefunden. Mit 201 Stimmen ist der bisherige Vorstand um Thomas Platzer, Dmitry Voronov und Christian Ritzenfeld offiziell abgewählt worden. Nur fünf Gegenstimmen und fünf Enthaltungen sowie eine ungültige Stimme wurden gezählt. Mit diesem Ergebnis kann die Zukunft des KFC Uerdingen nun endlich beginnen. Im Anschluss an die Versammlung ernannte der Verwaltungsrat zudem Norbert Philipp zum neuen ersten Vorsitzenden.

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Dieser letzte Punkt der Tagesordnung, der einzige, bei dem an diesem Abend überhaupt etwas entschieden werden konnte, war im Verlaufe des Dienstags im Grunde obsolet geworden, als sich der Vorstand in einem mehr als 14.000 Zeichen umfassenden Statement von seinen Ämtern zurückgezogen hat. Doch um rechtlich komplett auf der sicheren Seite zu sein, war am Mittwoch bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung dennoch über den Antrag abgestimmt worden, der dem Verwaltungsrat empfahl, den bisherigen Vorstand mit sofortiger Wirkung abzuberufen. Das machte Siegfried Thomaßen, stellvertretender Vorsitzender des Krefelder Stadtsportbundes, als Sitzungsleiter vor der Mitgliederversammlung deutlich.

Ein langer Kampf

Mehrere Monate hatten die KFC-Mitglieder für diese Versammlung kämpfen müssen, mehrmals war sie bereits angesetzt aber gerichtlich wieder gekippt worden. In den vergangenen Tagen wurden die Machtkämpfe hinter den Kulissen, je näher der Tag der Versammlung rückte, mehr und mehr wieder in den Vordergrund gerückt. In den sozialen Medien warfen die Anhänger beider Parteien mit gegenseitigen Schuldzuweisungen um sich, eine sachliche Diskussion schien kaum noch möglich. Beobachter können zu der Erkenntnis kommen, als hätten manche nur darauf gewartet, angebliche Verfehlungen vergangener Monate und Jahre wieder hochzuholen. Splitter wie diese verdeutlichen, wie zerrissen und zerstritten die Fanszene des KFC Uerdingen ist. Manche kündigen an, nicht mehr ins Stadion zu kommen, andere wollen ihre Mitgliedschaft ganz niederlegen.

Es war also fraglich, wie viele KFC-Mitglieder zur Visaal Event Location kommen würden. Rund 200 weiße Stühle waren für sie bereitgestellt. Pünktlich zum Einlass war der Andrang noch verhalten, im Laufe der Stunde füllte sich der Saal aber gut.

Insolvenzverwalter strahlt Zuversicht aus

Mit Spannung erwartet wurde der erste Tagungsordnungspunkt, der Bericht von Insolvenzverwalter Thomas Ellrich zur aktuellen Situation des KFC Uerdingen. Der hatte im vergangenen Sommer den „Freunden und Förderern des KFC Uerdingen“ (FuF) die Führung des Vereins übertragen, eine Legitimation der Mitglieder steht jedoch immer noch aus. Thomas Ellrich betonte, dass es ihm stets ein Anliegen gewesen sei, die Mitglieder mit einzubeziehen, er habe aber keine Befugnis gehabt, eine Mitgliederversammlung einzuberufen. Die erste Botschaft von Ellrich: „Die Finanzierung der Saison ist sicher.“ Er sei auch zuversichtlich, zur neuen Saison auch neue Sponsoren gewinnen zu können. „Einige zentrale Punkte wie eine belastbare Finanzierung, nachhaltige Jugendarbeit und die Nutzung der Grotenburg wären mit dem anderen Konzept nicht möglich gewesen“, betonte Ellrich. Er stellte zudem ein Ende des Insolvenzverfahrens in Aussicht, sei durchaus zuversichtlich, dass dies zur neuen Spielzeit möglich wäre. Eine zwingende Voraussetzung sei allerdings eine Neubesetzung des Vorstands, ohne diese sei es nicht möglich, einen Insolvenzplan aufzustellen.

Im Anschluss stellten die FuF als einzige angemeldete Partei ihr Konzept vor, den „Krefelder Weg“. Den hatten sie den Fans in der Vergangenheit bereits häufiger präsentiert, nun aber noch mal kompakt zusammengefasst. Alle Personen haben einen Bezug zur Stadt Krefeld – und alle, die in Führungspositionen gewählt werden, sollen ohne bisheriges Amt beim KFC, also ohne Vorbelastungen, sein. Strukturell soll es beispielsweise einen Wirtschaftsbeirat und einen Fanbeirat geben.

Langer Applaus für FuF

Finanzielle Unabhängigkeit sei eines der obersten Ziele, was bedeute, dass man sich nicht von einem Geldgeber abhängig machen möchte. Auch so soll mittelfristig eine Rückkehr in den Profifußball gelingen. Um jeden Preis, also wenn man sich dafür finanziell übernehmen müsse, allerdings nicht.

Norbert Philipp und Dirk Mewesen schlossen ihren Vortrag mit einem kleinen Ausblick. Sobald die Vorstandsposten verteilt seien, solle bald eine ordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden. Neben der Akquise weiterer Sponsoren sei ein wesentlicher Punkt, den Status der Gemeinnützigkeit zurückzuerlangen. Nachdem sie die Mikrofone niedergelegt hatten, erhielten sie langen und lauten Applaus der Mitglieder.

Um 20.11 Uhr schloss Siegfried Thomaßen die Versammlung – und im Anschluss übernahmen die Initiatoren des Mitgliederbegehrens noch mal das Mikrofon und dankten den anwesenden Mitgliedern. Dann trat Nils Gehlings vom Verwaltungsrat auf die Bühne und berichtete vom Ablauf des Vortages mit der Kündigung des Vorstands. Durch den Mittwochabend ist der alte Vorstand nun endgültig Geschichte. Norbert Philipp, der neue Vorsitzende des KFC Uerdingen, erhielt zunächst stehende Ovationen und Fangesänge. Er richtete im Anschluss das Wort an die Mitglieder, erläuterte, dass er seine Vorstandsmannschaft in den kommenden Tagen vorstellen werde und reichte allen die Hand, die bislang nicht vom Weg der Freunde und Förderer überzeugt waren. Nur gemeinsam könne man die Zukunft des KFC Uerdingen gestalten.

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