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In Geldern wird der Budenzauber wiederbelebt.
In Geldern wird der Budenzauber wiederbelebt. – Foto: Markus Becker

In Geldern gibt es wieder Budenzauber

Nach fünf Jahren Unterbrechung wird die Hallenfußball-Stadtmeisterschaft am 25. Januar wiederbelebt.

Freunde des gepflegten Budenzaubers aufgepasst: Die Hallenstadtmeisterschaft Geldern ist wieder da. Immer dann, wenn dieser Wettbewerb endgültig Geschichte zu sein scheint, taucht er plötzlich auf der Bildfläche auf.

Kurzer Rückblick: Mitte der 1990er-Jahre war es in der Herzogstadt erstmals mucksmäuschenstill um den Hallenkick geworden. 2013 gab’s das erste Comeback. Damals wollten die Kicker von Grün-Weiß Vernum II ihre Mannschaftskasse aufbessern. Das taten sie dann auch, und zwar ganz gewaltig. Die Premiere der „Hallen-Stadtmeisterschaft im 21. Jahrhundert“, so der offizielle Titel, war ein durchschlagender Erfolg.

„Ich kann mich noch gut erinnern. Damals hatte sich vor der Bollwerk-Halle eine riesige Schlange gebildet. Das war zu Jahresbeginn das Ereignis schlechthin in Geldern“, sagt Timo Pastoors, der das Spektakel mit seinen Mitspielern auf die Beine gestellt hatte. Etliche Sponsoren begeisterten sich für das Projekt, schon im Vorfeld gab’s eine Hochglanz-Turnierzeitung. Angenehmer Nebeneffekt: „Wir konnten es einige Monate später auf Mallorca so richtig krachen lassen“, so Pastoors.

Walbeck amtierender Champion

Nun ist er 41 Jahre alt, schießt für GW Vernum III immer noch Tore wie am Fließband, ist selbstständiger Immobilienmakler und hat bei der Neuauflage der Titelkämpfe seine Finger im Spiel – diesmal als Sponsor. Der Sieger des Wettbewerbs, der am Samstag, 25. Januar, in der Sporthalle „Am Bollwerk“ stattfindet, bekommt erstmals den „Immobilien-Pastoors-Wanderpokal“.

Das letzte Turnier um die Gelderner Hallenkrone hatte es am 1. Februar 2020 gegeben. Damals siegte der SV Walbeck im Finale mit 5:0 gegen den SV Veert. Es folgte eine dreijährige Corona-Zwangspause – selbst Anfang 2023 war den Vernumer Verantwortlichen die Infektionsgefahr immer noch zu groß. Im Winter 2024 waren die Grün-Weißen mit der Vorbereitung der 75-Jahr-Feier beschäftigt. Jetzt erobert der Budenzauber das Parkett zurück. Weil Sascha Heigl, Trainer der ersten Mannschaft von GW Vernum, und Betreuer Gerd Möthe die Sache in die Hand genommen haben. „Ganz am Anfang stand nur die Idee, die Stadtmeisterschaft wieder aufleben zu lassen. Dann habe ich in den Telefonaten gemerkt, dass die anderen Vereine Feuer und Flamme sind. Da gab’s kein Zurück mehr“, so Möthe.

Auslosung vor Ort

Der 69-Jährige ist der ideale Mann, um den Wettbewerb wieder aufleben zu lassen. Möthe war einst Stadionsprecher, als der FCR Duisburg in den 1990er-Jahren die Nummer eins im deutschen Frauenfußball war. Der frühere Geschäftsführer des Fußball-Kreises Kleve/Geldern bringt die Fähigkeit mit, Menschen für eine Sache zu begeistern. Im Handumdrehen war ein ganzer Sponsorenpool gefunden. Unter anderen sorgt die Brauerei Diebels dafür, dass am 25. Januar nicht an irgendeiner Tankstelle in der Umgebung Getränkenachschub besorgt werden muss. Und Möthe hat ein Gespür dafür, auch bei einer stundenlangen Veranstaltung keine Langeweile aufkommen zu lassen.

Bevor ab 13 Uhr der Ball rollt, tritt gegen 12.15 Uhr „Stippi 1904“ als Losfee in Erscheinung. Der Wachtendonker Niklas van Stiphoudt genießt als lebende Kreisliga-Legende in den sozialen Medien Kultstatus und hat allein bei „Tik Tok“ rund 23.000 Follower. Er wird die beiden Vorrunden-Gruppen auslosen. Wobei GW Vernum I und SV Walbeck II in der Gruppe A und SV Walbeck I und GW Vernum II in Gruppe B bereits gesetzt sind: Hinzu kommen A-Ligist Arminia Kapellen, die B-Ligisten SV Veert und Rot-Weiß Geldern und C-Ligist 1. FC Geldern.

Vor dem Halbfinale – alle Spiele dauern zehn Minuten – gibt’s noch eine Einlage, die in Geldern Premieren-Charakter haben dürfte. Grün-Weiß Vernum hat vor Kurzem eine Gruppe „Fußball für Übergewichtige“ gegründet. Die Kicker stellen mit Unterstützung von Concordia Rheinberg „Walking Football“ vor. Soll heißen: Rennen und Körperkontakt verboten, bevor es im Kampf um den „Immobilien-Pastoors-Wanderpokal“ anschließend noch einmal zur Sache geht.

Aufrufe: 022.1.2025, 09:00 Uhr
Volker HimmelbergAutor