
Es ist die Nachricht, die man im Kurt-Bornhoff-Stadion am liebsten weit weg geschoben hätte. Ausgerechnet in dem Moment, als Patrick Friesdorf sich zum alleinigen Rekordhalter der ersten Mannschaft krönte, schlug das Verletzungspech gnadenlos zu. Die SpVg Frechen 20 muss für den Rest der Spielzeit – wahrscheinlich für das restliche Jahr – auf ihre Lebensversicherung im Sturm verzichten. Die Diagnose nach dem Heimsieg am vergangenen Sonntag ist niederschmetternd: Kreuzband- und Innenmeniskusriss.
Es passierte um die 60. Minute im Spiel gegen den 1. FC Düren, als die Frechener Bank den Atem anhielt. Patrick Friesdorf, mit 22 Treffern der aktuell führende der Torschützenliste, sackte nach einer unglücklichen Aktion zu Boden. Dabei war es ein geschichtsträchtiger Tag für den 31-jährigen Linksfuß: Mit seinem Einsatz avancierte er zum alleinigen Rekordspieler der ersten Mannschaft – 158 Spiele, 109 Tore und 43 Vorlagen stehen nun in seiner beeindruckenden Frechener Vita.
Friesdorf ist in der Mittelrheinliga eine Institution. Mit insgesamt 146 Toren für den FC Hürth, SV Bergisch Gladbach und seit 2022 für die „Zwanziger“ gehört er zu den treffsichersten Akteuren der letzten Jahre. Dass sein Ausfall den Tabellensechsten hart trifft, daraus macht der Verein keinen Hehl.
„Seine 22 Tore und sieben Vorlagen in 21 Spielen in dieser Saison sind zwar nicht zu ersetzen, wir haben aber vollstes Vertrauen in unsere Mannschaft, den Verlust aufzufangen“, so Vorsitzender Sahin Yildirim ordnet die Situation in einer Vereinsmitteilung ein.
Der Torjäger selbst schilderte den Moment der Verletzung spürbar getroffen. Es war kein Foulspiel, sondern eine unglückliche Bewegung im Kampf um den Ball, die die schwere Knieverletzung auslöste. „Ich bin in eine Flanke gesprungen, um den Ball zu blocken. Beim Aufkommen bin ich dann mit gestrecktem Bein hängen geblieben – es hat im Knie richtig laut geknackt. In diesem Moment war mir eigentlich sofort klar, dass es etwas Schlimmeres sein muss. Mental geht es mir den Umständen entsprechend gut. Den Kopf jetzt hängen zu lassen, bringt schließlich nichts“, so Patrick Friesdorf.
Für den personifizierten Albtraum aller Mittelrheinliga-Abwehrreihen beginnt nun der lange Weg zurück. Ob Friesdorf im Kalenderjahr 2026 noch einmal auf den Platz zurückkehren kann, bleibt abzuwarten. Die SpVg Frechen 20 wird nun beweisen müssen, dass sie auch ohne ihren Rekordmann torgefährlich bleibt.