
Die meisten anderen Amateurfußballer hätten schon lange aufgegeben, hätten ihre Stollenschuhe schon längst an den oft genannten Nagel gehängt. Doch Robert Wilschrey ist eben kein gewöhnlicher Fußballer, auf dem Platz zu stehen, ist für ihn wie eine Droge, das Gefühl Teil einer Mannschaft zu sein, ein Lebenselixier. Anders ist es nicht zu erklären, dass der mittlerweile 36-Jährige am vergangenen Wochenende nach der x-ten schwerwiegenden Verletzung seiner langen Karriere sein Comeback feierte, das gleichzeitig das Oberliga-Debüt im Trikot der Holzheimer SG war. Und es passt zu seinem ungebrochenen Ehrgeiz, dass es zum Rückrundenstart gleich einen für den Kampf gegen den Abstieg enorm wichtigen 1:0-Auswärtssieg beim 1. FC Kleve gab.
Klar, dass er mit seiner Mannschaft am Freitag (19.30 Uhr) im ersten Heimspiel des Jahres gegen den TSV Meerbusch gerne den nächsten Dreier nachlegen würde. Sein Trainer Jesco Neumann ist jedenfalls froh, dass er jetzt in der Abwehr voll auf Robert Wilschrey setzen kann. Gerade vor dem Hintergrund, dass in der Winterpause zwei Leistungsträger wie Tom Meurer und Simon Büchte den Verein verließen. „Es bringt einfach unheimlich viel bei unserer jungen Mannschaft, wenn Robert seine Erfahrung einbringen kann. Er hat sich nahtlos eingefügt und haut sich voll rein“, erklärt Jesco Neumann, der liebend gerne schon ab Saisonbeginn auf seinen mit Profi-Erfahrung ausgestatteten Zugang gesetzt hätte.
Dementsprechend motiviert ging er auch die Sommervorbereitung an, wollte sich unbedingt einen Stammplatz im Kader des Aufsteigers erobern. Und Jesco Neumann hatte ihn auch schon für die Startelf im Hinspiel gegen Kleve eingeplant. Doch ausgerechnet im Abschlusstraining riss bei Robert Wilschrey die Adduktoren-Sehne im linken Oberschenkel. Und nach der anschließenden OP war klar, dass wieder eine monatelange Pause anstehen würde. Doch auch das war für den gebürtigen Neusser kein Grund, an das Karriereende zu denken. Er arbeitete fleißig an seiner Rückkehr auf den Fußballplatz und stieg bei den letzten Einheiten vor der Winterpause wieder ins Mannschaftstraining ein.
Und nun wird’s richtig schräg: Robert Wilschrey flehte seinen Trainer quasi an, bei der Kreishallenmeisterschaft mitspielen zu dürfen – trotz seiner Verletzungshistorie. „In meinem Alter will ich alles mitnehmen. Und ich habe mich schon überall verletzt, nur nicht in der Halle“, sagt der Defensivspezialist. Auch Jesco Neumann sah keinen Grund, seinen Routinier vom Budenzauber fernzuhalten, bei dem die Holzheimer mit Wilschrey erst im Endspiel an der SVG Weissenberg scheiterten. „Der Robert ist heiß, den kriegt du nicht gebremst“, betont der HSG-Coach.
Das gilt auch für die Partie am Freitag gegen den TSV Meerbusch, bei der Wilschrey eigentlich aussetzen sollte. Denn im Spiel gegen Kleve zog er sich die nächste Verletzung zu, eine Wunde am linken Schienbein, die genäht werden musste. Der behandelnde Arzt empfahl zwei Wochen Pause, doch die gedenkt der 36-Jährige nicht einzuhalten. Schließlich läuft es gerade so gut. „Wir haben definitiv das Potenzial für die Oberliga“, sagt Wilschrey, „über eine geschlossen Mannschaftsleistung können wir trotz unserer schwerwiegenden Abgänge im Winter viel erreichen.“ Er hofft, auch am Freitag gegen Meerbusch.
Holzheimer SG Bis zum vergangenen Wochenende gegen den 1. FC Kleve konnte Robert Wilschrey noch gar nicht spielen für die HSG wegen einer Verletzung, die er sich kurz vor Saisonbeginn zugezogen hatte.
SC Kapellen In der vergangenen Saison war Wilschrey noch für den Landesligisten SC Kapellen im Einsatz, konnte aber nur die beiden letzten Spiele bestreiten, weil er zunächst eine schwere Verletzung aus der Spielzeit davor auskurieren musste.
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