206 Drittliga-Spiele, den Großteil davon für den SV Wacker Burghausen, Engagements bei namhaften Tradtionsklubs wie dem 1. FC Saarbrücken und Energie Cottbus. Der gebürtige Deggendorfer Marco Holz verdiente knapp eineinhalb Jahrzehnte als Profifußballer sein Geld, ehe er im Sommer 2023 einen Cut machte und eine Auszeit einlegte. Im Spätherbst holte der Mittelfeldmann seine Fußballschuhe aber wieder aus der Ecke und lief viermal für seinen Heimatverein, den SV Neuhausen/Offenberg, in der Kreisliga Straubing auf.
Der Ex-Profi zeigte auf Anhieb, dass er nichts verlernt hat. Der 34-Jährige führte gekonnt Regie, trug sich auch zweimal in die Torschützenliste ein und die Lauerer-Truppe verschaffte sich - auch Dank der Holz-Unterstützung - mit vier ungeschlagenen Partien am Stück gehörig Luft im Abstiegskampf. "Es ist gar nicht so schlecht gelaufen", schmunzelt Holz, für den das Gastspiel beim SVN eine Selbstverständlichkeit war: "Ich habe in Neuhausen mit dem Fußballspielen begonnen und in der aktuellen Mannschaft spielen ein paar Kumpels von mir, mit denen ich aufgewachsen bin. Daher habe ich diesen Freundschaftsdienst gerne gemacht."
Ganz easy war das Comeback für den langjährigen Drittliga-Kicker aber keineswegs: "Ich habe vor meinem ersten Einsatz nur einmal mit der Mannschaft trainiert. Meine Kräfte musste ich mir im Laufe des Spiel dann schon sehr gut einteilen", lacht Holz, der sich positiv über das sportliche Niveau der Kreisliga Straubing äußert: "Für mich war es alles andere als ein Kulturschock, zumal ich zuvor schon ein paar Partien des SVN als Zuschauer verfolgt hatte. In der Klasse spielen einige richtig gute Fußballer. Auch das Tempo und die Intensität sind ordentlich."
Weitere Einsätze für den Tabellenachten hat der Routinier nicht geplant: "Ich möchte es nicht komplett ausschließen, aber aktuell kann ich es mir nicht vorstellen." Fußball soll im Leben von Marco Holz demnächst aber wieder mehr in den Vordergrund rücken: "Nach meiner langen Profizeit habe ich die vergangenen eineinhalb Jahre genossen. Mal ein Wochenende spontan wegfahren und keine Verpflichtungen haben. Das war genial. Mittlerweile juckt es aber wieder und ich möchte gerne den Einstieg ins Trainergeschäft wagen. Es gibt auch bereits ein paar Interessenten und ich werde in nächster Zeit auch das eine oder andere Gespräch führen", verrät der in Deggendorf lebende Klassekicker.
Auf welchem Niveau und in welcher Rolle Holz als Übungsleiter angreifen wird, ist allerdings noch komplett offen: "Ehrich gesagt, will ich gar nicht mehr unbedingt zwingend spielen, sondern hätte mehr Gefallen an einem Job als Linientrainer. Ich habe mir aber noch keine konkreten Gedanken gemacht, welche Liga es sein soll. Es sollte schon etwas sein, das sportlich Sinn macht. Was es dann genau wird, keine Ahnung. Da bin ich selbst gespannt", scherzt der sympathische Niederbayer.