
Innerhalb einer Woche verspielte Eintracht Hohkeppel erst eine 2:0-Führung im Gipfeltreffen gegen Bergisch Gladbach und musste sich am Donnerstagabend im Halbfinale des Mittelrheinpokals gegen den Drittligisten Viktoria Köln geschlagen geben.
Der FC Wegberg-Beeck, derzeit mit 30 Punkten auf dem achten Tabellenplatz notiert, blickt seinerseits auf ein enttäuschendes Wochenende zurück. Die knappe 1:2-Niederlage in Königsdorf verhinderte den weiteren Sprung nach vorne. Dennoch sieht Trainer Mark Zeh der Begegnung mit dem Favoriten mit Spannung entgegen, auch weil die Erinnerung an das erste Aufeinandertreffen schmerzt. „Wir freuen uns darauf, uns mit so einem Top-Team zu messen – zumal aus dem Hinspiel noch eine Rechnung offen ist. Das war eines der wenigen Spiele, in denen wir als Wegberg-Beeck wirklich chancenlos waren“, erklärt Zeh. Das damalige 0:2 wirkte als Weckruf, und für das Rückspiel hat man sich in Beeck vorgenommen, mental stabiler zu agieren. Zeh betont: „Wir haben das letzte Spiel ausführlich analysiert und werden uns von einem möglichen Rückstand nicht mehr entmutigen lassen. Wir haben uns darauf eingeschworen, dass uns das in dieser Form nicht mehr passieren darf und wir solche Situationen künftig anders lösen wollen.“
Ein Thema im Vorfeld ist die physische Verfassung der Gäste, die nach dem intensiven Pokalabend gegen die Viktoria nur eine kurze Regenerationsphase haben. Mark Zeh schätzt diesen Faktor jedoch eher gering ein: „Ob die Doppelbelastung von Hohkeppel ein Vorteil für uns ist, kann ich schwer sagen – damit tue ich mich immer etwas schwer. Wenn sie im Pokal gegen Viktoria Köln ein gutes Spiel gemacht haben, kommen sie trotz der Belastung mit Rückenwind zu uns. Zudem haben sie einen breiten und qualitativ starken Kader mit vielen Spielern, die bereits höherklassig unterwegs waren. Von daher sollte das für Hohkeppel kein Problem darstellen.“ Tatsächlich verfügt Hohkeppel über eine individuelle Klasse, die in der Mittelrheinliga ihresgleichen sucht.
Eintracht-Coach Abdullah Keseroglu bemüht sich derweil, den Blick nach dem 1:4 gegen den Drittligisten schnell wieder auf den Liga-Alltag zu richten. Der Rückstand auf Spitzenreiter Bergisch Gladbach ist auf fünf Zähler angewachsen, was den Druck im Waldstadion erhöht. „Wir werden uns nach dem Pokalabend jetzt gut regenerieren. In Wegberg ist es geil zu spielen: Ein tolles Stadion, Rasenplatz, und das Wetter wird gut. Wir freuen uns auf das Spiel – es wird eine enge Partie und eine große Herausforderung“, so Keseroglu. Den Gegner sieht er trotz dessen aktueller Platzierung deutlich stärker: „Wegberg steht zwar aktuell irgendwo in der Tabelle, aber wir wissen alle ganz genau, dass sie da nicht hingehören. Wir können das sehr gut einordnen und müssen das Spiel voll annehmen. Wir fahren dorthin, um zu gewinnen.“
Personell kann Mark Zeh aus dem Vollen schöpfen – nahezu alle Akteure sind fit. Bei Hohkeppel fehlten am Pokalabend sechs Stammkräfte. Es wird entscheidend sein, wie schnell Dogan, Tuncer, Owusu und Co. die 90 Minuten vom Donnerstag aus den Beinen schütteln können.