2026-04-16T10:11:10.190Z

Allgemeines

Hitziges Derby in Porz: Polizei-Einsatz nach Faustschlägen

Sieben Punkte Polster für Porz – Spittmann schockt Wendt-Elf in der 98. Minute – Polizei-Einsatz nach Spielende

von Andreas Santner · Heute, 09:22 Uhr · 0 Leser
Durch einen Treffer tief in der Nachspielzeit sicherte sich die Fortuna-U23 einen Punkt im Derby gegen Porz.
Durch einen Treffer tief in der Nachspielzeit sicherte sich die Fortuna-U23 einen Punkt im Derby gegen Porz. – Foto: Stefan Kleefisch

Ein hochemotionales Derby zwischen der SpVg Porz und der Fortuna-U23 endet 2:2-Remis. Während die Wendt-Elf wichtige Zähler im Abstiegskampf sammeln, überschatten hässliche Szenen nach dem Abpfiff das sportliche Geschehen am Autohaus-Schmitz-Sportpark.

Blitzstart und prompte Antwort

Vor 200 Zuschauern legte die SpVg Porz los wie die Feuerwehr. Metin Kizil besorgte per Foulelfmeter die frühe Führung (15.), ehe Abderrahman Rabhi nur wenig später auf 2:0 erhöhte (24.). Wer dachte, die Messe sei damit gelesen, sah sich getäuscht: Praktisch im Gegenzug markierte Luke Eismann den Anschlusstreffer für die Fortuna (25.).

„Dieser Punkt kann am Ende Gold wert sein. Er ist mehr als verdient, und wenn man ehrlich ist, hätten wir aufgrund der Spielanteile eigentlich als Sieger vom Platz gehen müssen“, bilanzierte Porz-Trainer Jonas Wendt nach der Partie. Tatsächlich verpassten es die Hausherren im zweiten Durchgang, den Sack zuzumachen. Fortuna-Teammanager Stefan Kleefisch sah eine Leistungssteigerung seiner Elf: „Im zweiten Durchgang haben wir die Partie bestimmt. Besonders bitter war die Szene in der 52. Minute, als Amadou Camara uns den sicheren Ausgleich raubte, indem er den Ball auf der Torlinie unnötigerweise noch berührte und so eine Abseitsposition herbeiführte.“

Last-Minute-Schock und „Wermutstropfen“

In einer dramatischen Nachspielzeit war es Joker Precious Spittmann, der in der 98. Minute doch noch den Ausgleich für die Südstädter erzielte. Trotz des späten Schocks überwiegt bei Jonas Wendt das Positive mit Blick auf die Tabelle: „Auch wenn drei Punkte uns ein noch größeres Polster verschafft hätten, sind sieben Punkte Vorsprung und das bessere Torverhältnis ein Pfund, das Düren in den letzten acht Spielen erst mal aufholen muss.“

Getrübt wurde die Freude durch die Verletzung von Porz' Torjäger. „Metin Kizil hat sich verletzt, und wir befürchten einen Faserriss in der Wade. Er wird uns ein paar Tage fehlen und ist eigentlich nicht zu ersetzen“, so Wendt.

Eklat nach dem Abpfiff: Polizei und Rote Karten

Nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Jakob Ferner eskalierte die Situation auf dem Platz völlig. Es kam zu körperlichen Auseinandersetzungen, die sogar einen Polizeieinsatz nach sich zogen.

Stefan Kleefisch schilderte die Szenen aus Sicht der Gäste: „Was sich nach dem Abpfiff abspielte, überschattet das Sportliche jedoch massiv: Zuschauer attackierten unsere Spieler mit Faustschlägen, was auch im Schiedsrichterbericht vermerkt wurde. Der Vorsitzende von Porz rief die Polizei, und es wurde Strafanzeige wegen Körperverletzung erstattet.“ Zudem sah Fortunas Jamal Issifou sowie Porz-Co-Trainer Tugay Düzelten nach dem Abpfiff die Rote Karte wegen einer Beleidigung.

Jonas Wendt distanzierte sich umgehend von den Vorfällen: „Was nach dem späten Ausgleich in der 98. Minute von der gegnerischen Bank kam, war aus meiner Sicht drüber. Deren Trainer meinte, sich vor unserer Bank aufbauen zu müssen, und auch der Torwart rannte quer über den Platz, um zu provozieren. Ich habe mich von den darauffolgenden Eskalationen sofort distanziert, meinen Sohn geschnappt und bin in die Kabine gegangen. Hitzige 90 Minuten gehören dazu, aber Gewalt hat dort nichts verloren. Ich verurteile jede Form von Handgreiflichkeit auf dem Platz zutiefst.“