
Bei der Rückkehr ins altehrwürdige Dantestadion kam Türkgücü München trotz einer Zwei-Tore-Führung nicht über ein Unentschieden hinaus. Die Reserve des FC Bayern marschiert weiter.
München – Die kleinen Bayern ziehen im Gleichschritt mit dem punktgleichen Spitzenreiter Illertissen an der Tabellenspitze ihre Kreise und Türkgücü feiert derweil vor einem hohen Zuschauerandrang eine historische Rückkehr ins Dantestadion, die aus sportlicher Sicht misslingt.
Beim Heimsieg gegen Aschaffenburg blitzte bei den Münchnern wieder einmal die individuelle Klasse auf, insbesondere beim Torschützen-Trio Javier Fernández (20.), Jonathan Asp Jensen (58.) und Steve Breitkreuz (37.). Ex-Regensburg-Profi Breitkreuz vertrat Timo Kern als Kapitän, der erst in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde und in der 84. Minute den 4:1-Endstand markierte. Der mit einem Kopfballtor erfolgreiche Breitkreuz (32) steht mit seiner makellosen Spielweise in der Innenverteidigung symbolisch für den aktuellen Erfolg der Bayern Amateure, die wieder einmal nach Standardsituationen glänzten.
„Das ist eine Qualität. Da sind wir brandgefährlich und wir haben hier einfach gute Abläufe“, freute sich Trainer Holger Seitz über zwei Treffer nach ruhenden Bällen. In der Defensive überließen die Hausherren den Gästen mit Ausnahme einer Großchance durch Niklas Borger (32.) sowie dem Gegentor von Gianluca Schäfer nach einem Konter (61.) kaum Gelegenheiten. Mit dem vierten Sieg im fünften Spiel befinden sich die Münchner hinter dem punktgleichen Spitzenreiter Illertissen in Lauerstellung auf Tabellenplatz zwei. „Wenn wir noch die eine oder andere Baustelle abarbeiten, dann können wir noch einen Sprung machen“, so Breitkreuz optimistisch.
Türkgücü – SpVgg Hankofen-Hailing
Ein Hauch von früheren Türkgücü-Glanzzeiten in der damals drittklassigen Bayernliga wehte nach über 30 Jahren erstmals wieder durchs Dantestadion. Zum Comeback im altehrwürdigen „Dante“ pilgerten 550 Zuschauer, darunter einige „Groundhopper“, die sich dieses historische Ereignis nicht entgehen ließen.
Für die Münchner war die Rückkehr ein Fest, wenngleich zwischenzeitlich der Biervorrat aufgebraucht war und in der alten Heimat noch nicht alles reibungslos lief. „Ein absolutes Heimatgefühl und nostalgisch“, sagte der als Grillmeister tätige Präsident Taskin Akkay. Die Türkgücü-Fans kamen mit vier Aluminiumtreffern und einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung durch einen Doppelschlag von Kapitän Ünal Tosun (47., 56.) auf ihre Kosten. Den Ausgleich der Gäste durch Tore von David Schneider (60.) und Andreas Wagner (69., Foulelfmeter) bedauerte Trainer Alper Kayabunar. „Im Dante hat für uns eine neue Geschichte begonnen, die wir gerne mit einem Sieg geschmückt hätten.“