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Herbstblues in Schweinfurt: Sportlich abgeschlagen, Termin vor Gericht

Die Schnüdel geben sich aber weiter kämpferisch

von Mathias Willmerdinger · 08.10.2025, 11:00 Uhr · 0 Leser
Fühlt sich ungerecht behandelt und klagt gegen seinen Verein: Schweinfurts suspendierter Flügelflitzer Martin Thomann.
Fühlt sich ungerecht behandelt und klagt gegen seinen Verein: Schweinfurts suspendierter Flügelflitzer Martin Thomann. – Foto: Imago Images

Kriegt der 1. FC Schweinfurt 05 die Kurve in der 3. Liga? In der Länderspielpause wollen sich die bis dato gebeutelten Schnüdel neu sammeln, um nicht schon im Herbst komplett den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze zu verlieren.

Fast schon Mitleid gab`s am vergangenen Samstag vom Ex-Coach Tobias Strobl, der auf der Pressekonferenz nach dem Spiel sagte: "Sie hätten in den letzten Wochen mehr verdient gehabt, und auch definitiv heute hätten sie mehr verdient gehabt." Strobl sprang auch seinem Kollegen zur Seite: "Der Aufstieg war nicht geplant. Und dass die dritte Liga ein ganz anderes Fahrwasser ist als die vierte Liga, das ist auch klar."

Wenn man den Großteil der bisherigen Schweinfurter Spiele genauer analysiert, wird eines ganz deutlich: Rund eine Stunde halten die Schnüdel auf Augenhöhe mit, in der letzten halben Stunde brechen die 05er aber zu oft weg. Es wird die dringlichste Aufgabe von Coach Victor Kleinhenz sein, der sich weiter kämpferisch gibt, diese Schwäche in den Griff zu bekommen. "Wir haben jetzt zwei Wochen Zeit und werden im konditionellen, aber auch im taktischen und inhaltlichen Bereich arbeiten. Ein Ansatz kann sein, einfach noch kompakter zu verteidigen", betonte der 34-Jährige im Anschluss an die 1:2-Heimniederlage gegen Verl.

Muss jetzt schnell Lösungen finden, damit seine Truppe punktet: Schnüdel-Coach Victor Kleinhenz.
Muss jetzt schnell Lösungen finden, damit seine Truppe punktet: Schnüdel-Coach Victor Kleinhenz. – Foto: Pressefoto-Bildredaktion Eibner


Dass es seiner Mannschaft an Einstellung fehle, ein Vorwurf, der vor allem auch in den Kommentarspalten im Netz immer wieder zu lesen ist, dem trat Kleinhenz entschieden entgegen: "Wenn ich sehe, wie die Mannschaft zweimal hintereinander mit 5:1 auf den Deckel bekommt und dann am Ende der Englischen Woche so einen Fight abliefert, dann müssen wir uns um die Moral und den Charakter der Truppe keine Sorgen machen. Und ich bin auch überzeugt: Wenn wir in einen Flow reinkommen, können auch wir eine Serie hinlegen, um bis zum Winter wieder den Anschluss herzustellen."

Indes sorgt diese Meldung für weitere Unruhe: Der suspendierte Martin Thomann hat Klage gegen Schweinfurt 05 eingereicht. Der 31-Jährige will erreichen, dass er wieder am Trainingsbetrieb teilnehmen darf. Der Gerichtstermin ist für den 16. Oktober anberaumt. Die "Main-Post" hatte darüber als erstes berichtet. Damit ist das Tischtusch zwischen dem 1. FC Schweinfurt 05 und Martin Thomann wohl endgültig zerschnitten. Cheftrainer Victor Kleinhenz hatte im September die Suspendierung mit den Schlagwörtern "Leistung und Verhalten" begründet und ließ dadurch reichlich Interpretationsspielraum.


Erst im April hatte der Aufstiegsheld Thomann seinen Vertrag bei den Schnüdeln verlängert. Thomann ließ damals wissen: "Mein Herzensverein und gleichzeitig der Jugendverein, bei dem alles für mich begann, bedeutet mir unglaublich viel." Zum Aufstieg steuerte der Flügeflitzer in der abgelaufenen Saison noch sechs Treffer und neun Assists bei. In der laufenden Spielzeit kam er allerdings so gut wie gar nicht zum Zug und wurde in der 3. Liga noch nicht eingesetzt. Auf FuPa-Nachfrage wollte sich Thomann wegen des laufenden Verfahrens noch nicht zu den Vorgängen äußern.