Bei der Spielgruppentagung in Sindelsdorf wurden vielfältige Themen behandelt. Im Vordergrund stand die Aufarbeitung der letzten Jahre.
Erhard Mach gehört zu jener Sorte von Funktionären, die stets versuchen, die mannigfaltigen Wünsche und Eingaben der Vereine, für die er in der Spielgruppe Mitte zuständig ist, bestmöglich in Einklang zu bringen. Es gibt aber auch vereinzelt Momente von Unverständnis. Vor allem, wenn Vereinsvertreter den Spielgruppentagungen fernbleiben, obwohl diese als Pflichtveranstaltung ausgewiesen sind.
Und so zählte Mach bei der Spielgruppentagung im Gasthof „Burger“ in Sindelsdorf vor versammelter Runde die Schwänzer auf: „SV Raisting, DJK Waldram, 1. FC Garmisch-Partenkirchen, Geto Daci, SV Eurasburg, SC Pöcking, SV Krün.“ Ob sich die erhoffte Wirkung einstellt, wird sich bei der nächsten Zusammenkunft zeigen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand freilich die finale Aufarbeitung des zweijährigen Probelaufs, ein neues Spielmodell einzuführen. Dieses Vorhaben ist gescheitert, die Vereine im Kreis Zugspitze stimmten mit überwältigender Mehrheit für die Rückkehr zum alten System, und die Rückabwicklung wird Folgen haben. Stichwort: verschärfter Abstieg. Machs ausführliche Präsentation zielte aber auch auf den Versuch, die C-Klassen am Leben zu halten, inklusive der noch im Entwicklungsstadium befindlichen Überlegung, die unterste Liga rascher verlassen zu können.
Hilferufe gab es aus dem Schiedsrichter-Ressort, weitgehend Erfreuliches hingegen von Seiten der Sportgerichtsbarkeit. Da berichtete Thomas Schumann von „rückläufigen Unsportlichkeiten“, was rohes Spiel und Tätlichkeiten angeht. „Ist aber immer noch zu hoch“, stellte Schuhmann klar. Gravierend sei indes ein Einzelfall, bei dem ein Unparteiischer bewusstlos geschlagen wurde. „Das hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen“, so Schumann.
Gesunken ist auch der unzulässige Einsatz nicht spielberechtigter Akteure. Die Nichtantritte haben sich um satte 41 auf zuletzt 206 verknappt. „Trotzdem zu viel, vor allem an den letzten drei Spieltagen“, betonte Schumann. Fortan wird hier neben der üblichen Geldstrafe auch die Kilometerpauschale für die Anreise bei vier Mann pro Auto in Ansatz gebracht.
Schiedsrichter-Obmann Klemens Wind bedauerte die Vielzahl an passiven Referees. Zudem könnten einige Unparteiische an den Wochenenden nicht oder nur bedingt eingeteilt werden, weil sie selbst als Aktive im Einsatz sind. Ein weiteres Problem sei die hohe Zahl an Gespannen für die Landes- und Bezirksliga, die automatisch Ressourcen absaugen. Auch die Anzahl der derzeitigen Förderschiedsrichter für die Kreisliga fällt mit drei äußerst bescheiden aus. Kernproblem aber sei die massive Vakanz an Unparteiischen im Bereich zwischen 30 und 60 Jahren.
Einmal mehr verwiesen Wind und Kollege Martin Preininger auf die angebotenen Neulingskurse. Als Pilotprojekt wird ab heuer eine pro Match zweimal mögliche Unterbrechung aufgrund überbordender Emotionen eingeführt (wir berichteten). Über die Dauer dieser Maßnahme entscheidet der Spielleiter.
Zurück zu Erhard Mach. Er räumte ein, der über zwei Saisonen getestete Spielmodus sei „gnadenlos niedergeschlagen“ worden. Man müsse das bei allem geleisteten Zeitaufwand so akzeptieren, sei jetzt aber verpflichtet „die Bedingungen und Ligenstärke“ für das herkömmliche Modell zu schaffen. Die Folgen: Früherer Saisonstart, vermehrter Abstieg, schwierige Einteilung.
Für die beiden Kreisligen sind zwei Direktabsteiger und vier Releganten vorgesehen. In der Kreisklasse gar drei Direktabsteiger bei 15er Ligen, ansonsten zwei, sowie je zwei Releganten pro Gruppe. „Die Mehrheit der Arbeitsgruppe stimmte für diese Variante“, verriet Mach. Andernfalls dauere es zwei weitere Jahre, um die Spielklassen zu vereinheitlichen.
Aus der B-Klasse steigt in der kommenden Saison nur der Meister auf. In der C-Klasse könnte gleichwohl eine Neuerung eintreten, die es quantitativ wie qualitativ starken Teilnehmern ermöglicht, direkt für die B-Klasse zu melden. „Ist aber noch Vorgeplänkel“, gab Mach zu bedenken.
Darüber hinaus ist ab sofort in der untersten Amateurliga das sogenannte „Norweger-Modell“ erlaubt. Ein Wettkampf mit Neun gegen Neun und maximal zwei Reservespielern pro Mannschaft. Ein flexibler Umgang mit der üblichen Teamstärke ist je nach Kadergröße und nach entsprechendem Hinweis an den Verband jederzeit möglich. Der letzte Spieltag in der Saison 2024/25 ist für den 31. Mai vorgesehen, die Relegation soll am 9. Juni abgeschlossen sein.
Mach verwies auch auf die steigende Zahl an Spielgemeinschaften. 702 sind es aktuell im gesamten Bereich Oberbayern inklusive der Jugend, 44 im Zugspitzkreis. „Der Trend geht in diese Richtung“, bestätigte der Spielgruppenleiter. Allerheiligen als Spieltag anzusetzen, ist an und für sich kein Tabu mehr, Ostern werde prinzipiell montags gekickt. Das Ansinnen des SV Uffing II, des FC Kochelsee-Schlehdorf II und des SV Warngau, Heimspiele ausnahmslos freitags abzuhalten, wurde von den jeweiligen Ligakonkurrenten mit einer Ausnahme abgenickt.
Das leidige Thema „Futsal“ werde dann eingehend behandelt, wenn die im Vergleich zum Vorjahr bis dato abermals rückläufigen Meldungen vollständig eingetroffen sind. „Der Modus richtet sich nach der Zahl der Teilnehmer“, so Mach. (or)