
Wenn nach 27 Partien erst 18 Punkte auf der Habenseite stehen, ist die Messe eigentlich im Normalfall gelesen. In der Regionalliga Bayern gestaltet sich die Situation in dieser Spielzeit etwas anders und das Wetteifern um den Klassenerhalt zwischen den fünf letztplatzierten Teams hat sich zu einem echten Schneckenrennen entwickelt. Daher darf sich auch die SpVgg Hankofen-Hailing weiter Hoffnung machen, wenngleich bei den Kickern vom Reißinger Bach aktuell die Rote Laterne leuchtet.
Am Samstag-Nachmittag steht für Choroba, Käufl & Co. das Gastspiel bei der SpVgg Ansbach auf dem Programm, die mit 34 Zähler derzeit den elften Rang belegt und mit einem Heimerfolg die allerletzten (Mini-)Zweifel am Ligaverbleib beseitigen kann.
"Unsere Leistungen sind größtenteils nicht schlecht und wir haben immer wieder richtig gute Phasen, in denen wir auch etablierten Regionalliga-Teams voll Paroli bieten können. Unsere Punktausbeute ist aber nicht zufriedenstellend - da brauchen wir nichts schönreden", sagt Hankofens Coach Tobias Beck, der am Mittwoch eine Hiobsbotschaft verkraften musste. Bei Brian Wagner wurde bei einer MRT-Untersuchung eine Schambeinentzündung diagnostiziert. "Das war im ersten Moment schon ein Schock. Brian ist einer unserer Schlüsselspieler, den wir gerade jetzt dringend benötigen würden. Wie lange er uns fehlen wird, ist schwer vorherzusagen. Die kommenden Wochen werden wir aber nicht mit ihm planen können", seufzt Beck. Auch das Comeback von Top-Scorer Tobias Lermer verzögert sich. "Tobi hat das Lauftraining aufgenommen. Ob er für Samstag eine Kaderoption wird, ist eher unwahrscheinlich", verrät der SpVgg-Coach, der zudem auf den im Aufbau befindlichen David Löffler sowie den beruflich verhinderten Daniel Ertel verzichten muss.
Ein Blick auf das Ansbacher Torverhältnis, das bei 43:52 liegt, zeigt die Stärken und Schwächen der Reutelhuber-Truppe auf. "Ein Gegner, der in der Offensive viel Geschwindigkeit und Wucht hat, einen sehr geradlinigen Fußball spielt. Hinten hat Ansbach schon das eine oder andere Thema. Entscheidend wird allerdings sein, ob wir die Intensität auf den Platz bringen, mit der die Spielvereinigung fast immer zu Werke geht und entsprechend dagegenhalten können. Schaffen wir das, sind wir nicht chancenlos", meint Beck.
Sein Gegenüber Niklas Reutelhuber erwartet von seinem Gefolge einen engagierten Heim-Aufritt. "Mit unserem aktuellen Punktestand sind wir nicht ganz zufrieden. Für uns ist es auch überhaupt nicht entscheidend, gegen welchen Gegner wir spielen, sondern dass wir unsere 100 Prozent aufs Feld bringen. Wenn wir das schaffen, können wir gegen nahezu jede Mannschaft erfolgreich sein - wenn nicht, wird es gegen kein Team reichen. Hankofen wird fighten und braucht jeden Punkt. Das ist uns bewusst." Mit Stammtorhüter Heiko Schiefer, Mirko Puscher, Björn Angermeier und Noah Gebre fehlt Ansbach ein Spieler-Quartett.