
Immer was geboten ist beim TSV Grünwald und der SpVgg Unterhaching II: Auch im direkten Duell ließen sich die erfolgreichsten Offensivreihen der Landesliga Südost nicht lumpen. Für das 3:5 (2:2) aus Sicht der Grünwalder Gastgeber waren in einem wilden Derby aber auch viele Fehler verantwortlich.

Es ging ohne langes Abtasten gleich richtig los: Nach einer Balleroberung der Grün-Weißen bediente Yannick Frey Milan Zargar, der von der Strafraumgrenze zum 1:0 einschoss (7.). Aber ausgerechnet der Ex-Grünwalder Laris Stjepanovic nutzte einen Schnitzer von TSV-Torwart Lukas Brandl zum postwendenden Ausgleich (9.). Dann patzten wieder die Hachinger, doch David Luckschs Kracher aus 18 Metern sprang von der Unterkante der Latte ins Feld zurück (11.). Schon folgte das 2:1, und das war wunderbar herausgespielt, obwohl der Grünwalder Yannick Frey bei seinem starken Antritt an der Grundlinie allzu leicht an Nicolas Böhnke vorbeikam. Seinen Rückpass von rechts ließ Michael Hutterer passieren, Daniel Leugner traf in den kurzen Winkel zum 2:1 (15.). Auf der anderen Seite hatte Stjepanovic zu viel Platz, legte auf für Gibson Nana Adu, der sein unwiderstehliches Solo mit dem 2:2 abschloss (25.).
Mit drei Toren solltest du zuhause eigentlich gewinnen.
Sebastian Koch, Trainer des TSV Grünwald
Der nächste Höhepunkt ließ nicht lange auf sich warten: Zargar nahm mit rechts vom linken Strafraumeck Maß, Jose Kohlers Fingerspitzen waren bitter nötig, um den tollen Schuss an die Latte zu lenken (31.). Auch bei David Kellers Kopfball nach einem Freistoß von David Halbich war der SpVgg-Keeper dringend gefragt (37.). Eine Führung der körperlich präsenteren und zielstrebigeren Grünwalder wäre nach der so unterhaltsamen wie fehlerhaften ersten Halbzeit hochverdient gewesen.
Und es ging munter weiter: Stjepanovic tauchte frei vor Brandl auf, scheiterte aber an diesem (56.). Beim nächsten Anlauf brachte er die Hachinger, die nun viel besser waren, in Front (62.). Nachdem Brandl den Ball prallen ließ, retteten die Grün-Weißen in höchster Not zur Ecke, die Adu im Nachschuss nach einem Pfostentreffer zum 2:4 nutzte (69.). Doch Halbich verkürzte nach Flanke von Marco Bornhauser am kurzen Eck per Direktabnahme schnell auf 3:4 (75.). Den 3:5-Schlusspunkt setzte Stjepanovic nach langem Ball in den freien Raum (83.), mit einem Außenrist-Knaller an den langen Pfosten sorgte der Dreifach-Schütze auch für das letzte Schmankerl in diesem Derby (87.).
„Mit drei Toren solltest du zuhause eigentlich gewinnen. Ich kann den Feldspielern keinen Vorwurf machen. Wir waren in der ersten Halbzeit klar die bessere Mannschaft, auch 20, 25 Minuten in der zweiten Halbzeit waren wir spielbestimmend. Aber dann passieren zwei, drei Torwartfehler“, ärgerte sich TSV-Coach Sebastian Koch, der seinem dezimierten Kader den Kampfgeist zugute hielt: „Klar, nach 60, 70 Minuten merkt man, dass die Kraft ausgeht. Aber der Ehrgeiz und der Wille stimmen.“
Hachings NLZ-Leiter Thomas Schmeizl, der die U21 mit Co-Trainer Kai Jungel (Coach Thomas Kasparetti war beim Regionalliga-Spiel in Memmingen) betreute, sah sein Team vor allem nach der Pause gut im Spiel: „Kai hat in der Kabine die richtigen Worte gefunden. Man hat den Jungs in der zweiten Halbzeit angemerkt, dass sie unbedingt gewinnen wollten. Grundsätzlich hat man beiden Mannschaften angesehen, dass es wichtig ist, die Spieler richtig zu motivieren, nachdem sie wochenlang im Aufstiegsrennen waren und in den letzten Wochen zurückgefallen sind.“
TSV Grünwald - SpVgg Unterhaching II 3:5 (2:2) TSV Grünwald: Brandl - Bornhauser, Keller, Wanzeck, Traub, Lucksch, Hutterer, Frey, Leugner, Zargar (68. Kosuch), Halbich Halbich, SpVgg Unterhaching II: Kohler - Hodzic (46. Guth), Knörchen, Kainz, Böhnke, Spann, Freimuth, Adu, Ibraković, Weiß (80. Klee), Stjepanovic Tore: 1:0 Zargar (7.), 1:1 Stjepanovic (9.), 2:1 Leugner (17.), 2:2 Adu (25.), 2:3 Stjepanovic (62.), 2:4 Adu (69.), 3:4 Halbich (75.), 3:5 Stjepanovic (83.)