Florian De Prato erzählt von seiner Rückkehr zum traditionsreichen Bayernligisten und freut sich auf die Zusammenarbeit mit Co-Trainer Sebastian Koch.
Grünwald – Florian de Prato ist zurück an der Keltenstraße. Der frühere Regionalligaspieler des VfR Garching hatte die Fußballer des TSV Grünwald bereits von 2021 bis 2023 trainiert, unter durchaus schwierigen Umständen. Seine erste Saison stand noch im Zeichen der Corona-Auswirkungen, vor der zweiten litt die Vorbereitung darunter, dass der Kader erst eine Woche vor dem Start beisammen war. Der TSV geriet damals bis zur Winterpause in Abstiegsgefahr, doch die bannte der Coach mit der Super-Bilanz von neun Siegen und einem Remis aus 13 Partien vom Frühlingsauftakt bis zum 33. Spieltag.
De Prato, der direkt neben der Sportanlage des TSV Grasbrunn aufgewachsen ist, hat also in der Landesliga schon bewiesen, dass er den Weg aus dem Keller kennt. Nun soll er die Grünwalder auch in der Bayernliga zum Klassenerhalt führen. Gegenüber dem Münchner Merkur äußerte sich der 38-Jährige zur aktuellen Situation.
Florian de Prato über…
…seine Beweggründe an die Keltenstraße zurückzukehren, nachdem er 2023 auch aus beruflichen Gründen weggegangen war:
Damals bin ich von der einen zur anderen Firma gegangen. Dazu kam, dass der Verein drei Einheiten anbieten wollte, damit die meisten Leute wenigstens zweimal trainieren. Das hat für mich den Aufwand von vier Tagen bedeutet, obwohl nicht mehr trainiert wurde. Das war ein verschenkter Tag und das war mir dann zu viel mit Beruf, Hobby und Familie. Jetzt habe ich einen Top-Arbeitgeber, der mir auch den Freiraum gibt, mal eher abzuzischen. Da habe ich richtig Glück.
… die Kontaktaufnahme:
Michi Vötter (Grünwalds Sportlicher Leiter - d. Red.) hat mich angerufen, weil er von Sebi (Co-Trainer Sebastian Koch) gehört hat, dass ich nicht abgeneigt wäre. Für mich gab es nicht viele Optionen, weil ich mit meinem Trainer-Rentnerdasein total zufrieden war. Aber für Grünwald und Garching bin ich immer offen. Also habe ich mich ernsthaft damit befasst und es mit meiner Frau besprochen.
… die geplante Dauer des Engagements:
Es ist jetzt erstmal bis Ende der Saison begrenzt, aber wir werden uns nach der Vorbereitung Richtung März auch schon mal zusammensetzen, wie es weitergeht.
… bewusst unterlassene Besuche von Spielen des TSV:
Ich muss gestehen: Ich habe mir in dieser Saison noch kein Grünwalder Spiel angesehen. Ich wollte eigentlich in der Bayernliga vorbeischauen, aber dann hat die Mannschaft oft verloren und ich wollte nicht den Eindruck erwecken, wie ein Aasgeier am Spielfeldrand zu stehen. Ich hatte ja auch gar kein Interesse, habe mich ohne Traineraufgabe total wohlgefühlt.
… mögliche Ansätze, um in die Erfolgsspur zu kommen:
Wenn man sich die Statistik ein bisschen anschaut, ab wann die Gegentore gefallen sind und, dass es zu viele Gegentore waren, dann kann man schon sehen: Wir müssen defensiv stabiler stehen. Ich habe aber gar keine Lust zu beurteilen, was vorher war. Das steht mir überhaupt nicht zu. Die Trainer, die da waren, haben Erfolge aufzuweisen, davon bin ich weit weg.
… die Aussichten, in der Bayernliga zu bleiben:
Ich bin überzeugt, dass auf jeden Fall die Chance da ist, die Liga zu halten. Und wenn die Mannschaft und ich ein gutes Commitment finden, auch der direkte Klassenerhalt. Auch wenn es schwierig wird.
… die wichtigste Grundlage:
Im Januar holst du dir im Grunde die Fitness für die ganze Saison, weil die Pause länger als im Sommer ist. Und eine Top-Fitness ist die Basis. Dann bist du auch im Kopf wacher. Ich kann mir vorstellen, weil es viele enge Spiele gab, wurde manchmal die Ordnung verloren, weil man noch unbedingt den Siegtreffer erzielen wollte. Da müssen wir versuchen, Disziplin reinzubringen.
… seinen Co-Trainer Sebastian Koch, der auch unter den Vorgängern Rainer Elfinger und Uwe Wolf arbeitete:
Wir sind befreundet, ich habe ihn schmerzlich vermisst. Als ich das erste Mal in Grünwald war, hätte ich ihn gern als Spieler gehabt, aber er hat sich schwer verletzt und spielt deshalb nicht mehr. Sebi bleibt mit an Bord und er ist sehr wichtig, denn er hat die Vorrunde miterlebt, weiß auch viel über die Gegner. Ich bin kein Cheftrainer, sondern sehe uns als Trainerteam.