2026-04-29T13:32:52.058Z

Ligabericht

Gruppenliga: Hochspannung an der Spitze, Erbenheim und 23er atmen auf

TuRa Niederhöchstadt nach Patzer des VfB Unterliederbach nun punktgleich Erster +++ SVE siegt im Kellerduell gegen 02er-Unterbau +++ SKG 23 sendet Lebenszeichen in Bleidenstadt +++ Niedernhausen schwach +++ Nied nach 5:1 in Dorndorf nun Vierter

von Hartmut Steindorf, Philipp Durillo · Heute, 19:37 Uhr · 0 Leser
TuRa Niederhöchstadt siegte gegen die SG Ra/Ma mit 3:1 und ist nun punktgleich mit Unterliederbach an der Tabellenspitze.
TuRa Niederhöchstadt siegte gegen die SG Ra/Ma mit 3:1 und ist nun punktgleich mit Unterliederbach an der Tabellenspitze. – Foto: Marcel Lorenz

Wiesbaden. Der SV Erbenheim (4:3 gegen Biebrich 02 II) und die SKG 23 Wiesbaden (2:0 beim TSV Bleidenstadt) buchten im Gruppenliga-Abstiegskampf wichtige Zähler. Neben Biebrich war auch für die SG Rauenthal/Martinsthal (1:3 bei TuRa Niederhöchstadt) und für den SV Niedernhausen (2:5 beim SC Offheim) auswärts nichts zu holen. Weil Tabellenführer Unterliederbach beim FC Türk Kelsterbach nur 0:0 spielte, sind jetzt TuRa Niederhöchstadt und der VfB punktgleich an der Spitze. Das direkte Aufeinandertreffern am 17. Mai dürfte zum großen Showdown werden.

Paukenschlag bei der SGN Diedenbergen

Einen Paukenschlag gab es bei der spielfreien SGN Diedenbergen: Nach zur sieben Punkten aus den letzten neun Spielen zog der Vorstand die Reißleine und beendete die Zusammenarbeit mit Übungsleiter Benjamin Becker, mit dem man sich erst vor ein paar Wochen für die nächste Runde geeinigt hatte. Weitere Hintergründe lest ihr hier.

„Bei uns war diesmal der Wurm drin“, vermisste Patrick Engelmann gegenüber dem tollen Spiel vom Vorsonntag vor allem Laufstärke und Passgenauigkeit. In einem wenig attraktiven Spiel hatten die Gäste mehr Ballbesitz, standen hinten gut und zeigten mehr Leidenschaft. Maxim Bujnov brach mit einem direkt verwandelten Freistoß den Bann, gute Torabschlüsse hatten ansonsten Seltenheitswert. „Wir fahren mit einem positiven Gefühl nach Hause“, hofft SKG-Coach Efkan Yildiz nun auf einen Aufwärtstrend.

In einem intensiven Spiel hatte der Gastgeber das bessere Ende für sich: „Wir spielten mit Herz und Leidenschaft, nahmen den Kampf an und nutzten unsere Gelegenheiten konsequent“, strahlte Erbenheims Spielertrainer Karim El Bakkaoui. Erbenheim hatte mit Marsel Tahiri ein Ass im Ärmel, dazu zeigte Nicklas Feidt im Tor eine starke Vorstellung. Biebrichs Trainer Volkan Zer war dagegen am Boden: „Drei Tore auswärts müssen eigentlich reichen, zudem waren weitere Hochkaräter für uns vorhanden. Wir haben hinten aber so viele Fehler gemacht und Erbenheim zum Toreschießen eingeladen, das reicht dann auch mit einer starken Besetzung nicht zum Dreier.“

Tore: 0:1 Lenk (20.), 1:1, 4:2 R. Roubiou (25., 72.), 2:1, 3:1 B. Oukouiss (34., 42.), 3:2 Emmel (51.), 4:3 Klee (78.).

Sebastian Bauschke Bierstadts Matchwinner

Gute Vorstellung der Gäste auf dem engen Platz: „Auch als Eddersheim aufs Trainingstor spielte, gab es keine klaren Chancen“, baute René Keutmann auf eine starke Defensive. Dreh- und Angelpunkt nach vorne war Sebastian Bauschke: Eigentlich wegen fehlender Trainingsmöglichkeit für die Bank vorgesehen, kam er kurzfristig ins Team, markierte zwei Treffer selbst und bereitete Ermers 1:2 klasse vor.

„Eigentlich war es ein klassisches Unentschieden-Spiel“, fasste Eddersheims Interimstrainer Christopher Reuter zusammen. Abgänge gibt es nach der Runde zum derzeitigen Spitzenduo: Hristos Papazoi geht zu Niederhöchstadt, Torhüter Jannis Lucht wird sich dem VfB Unterliederbach anschließen. Zusätzlich zu diversen Neuen aus der eigenen U19 wird kommende Runde Marco Speck aus dem Hessenliga-Kader fix bei der „Zweiten“ dabei sein.

Tore: 0:1, 1:3 Bauschke (11., 90.), 1:1 Almali (18.), 1:2 Ermer (37.).

Bereits nach acht Sekunden klingelte es im Kasten der Gäste: „Wir waren im ersten Durchgang ganz schwach, hatten später das Glück, dass Offheim den Dreier nur noch verwaltete“, analysierte Niedernhausens Sportlicher Leiter Stephan Mohr die schwache Vorstellung. „Wir sind nun in der Pflicht, müssen mindestens noch zwei Spiele gewinnen, do or die“, hat er noch alle Hoffnung.

Tore: 1:0 Dankoff (1.), 2:0, 3:0, 4:1 Schmidt (27., 36., 53.), 3:1 Taibi (52.), 4:2 Perez de los Santos (62.), 5:2 Pott (90.).

„Wir waren die erste halbe Stunde nicht da, hätten aber nach dem 1:3 durchaus noch punkten können“, sprach Rauenthals Daniel Schadel seinem Team den Willen nicht ab. Zudem haderte er mit dem Schiedsrichter, empfand das 0:1 als klares Abseits, zudem Gelb-Rot gegen TuRa-Kicker Mass Barrow (36.) als viel zu spät. Nach dem Elfmetertor zum 1:3 hatten die Gäste in Überzahl viele gute Möglichkeiten, scheiterten aber immer wieder am bärenstarken TuRa-Keeper Frederick Hiebinger. Zudem trafen Calvin Ceranski und Aimen Zamouri zweimal nur Aluminium.

Beim TuRa war man aufgrund des Unterliederbacher Patzers und des eigenen Siegs „happy“, wie es Abteilungsleiter Carsten Ache ausdrückte. „In zwei Wochen haben wir gegen Unterliederbach dann ein Finale“, sagt Ache. Während Philipp Nocht früh per Doppelpack die Führung herausschoss. Fünf Minuten nach dem 3:1 verschoss Deniz Krebs einen Foulelfmeter für die Gastgeber.

Tore: 1:0, 2:0 (13., 29.) Nocht, 3:0 Stranz (29.), 3:1 Schmidt (52.).

Eltvilles Sven Klärner sah sein Team diesmal ohne Gruppenligaformat: „Das war heute eher Sommerfußball.“ Gästetrainer Daniel Dylong freute sich dagegen über den Dreier, sieht viele Spieler aufgrund der neuen Spielgemeinschaft derzeit auch mit anderen Gedanken: „Wir hätten schon im ersten Durchgang alles klar machen müssen. Das 1:2 war dann eigentlich gefährlich, aber Eltville konnte sich zum Glück keine Möglichkeiten mehr herausspielen.“

Tore: 0:1 Kadi (4.), 0:2 Reil (45.), 1:2 Jurka (47.), 1:3 Mojahedi (80.).

Fast schon erwartbar: Die seit Wochen formstarken Türken wurden zum Stolperstein für den VfB, der seine Tabellenführung damit an TuRa Niederhöchstadt abgeben musste. „Das war schon sehr dünn von uns. Vielleicht weckt das den ein oder anderen auf – mit Halbgas wird es nicht gehen“, sagte Unterliederbachs sportlicher Leiter Patrick Barnes. Die Gäste spielten sich auch in 45-minütiger Überzahl – Torhüter Aykut Bayar hatte nach Notbremse gegen Justin Matthews Rot gesehen - kaum Chancen heraus. Während die Kelsterbacher durch Fabian Pfeifer zweimal an der Führung schnupperten. „Wir haben es überragend verteidigt“, freute sich Kelsterbachs Trainer Hicham El Mrhanni.

Die Alemannia ist derzeit die formstärkste Mannschaft der Liga und nach dem deutlichen 5:1-Sieg in Dorndorf mittlerweile Vierter. „Wir haben nix anbrennen lassen, waren läuferisch top und super in den Zweikämpfen. Es war eine mannschaftliche Glanzleistung“, resümierte Nieds Betreuer André Pereira. Bitter: Kapitän und Rückhalt Miltiadis Nastos zog sich bei einer Parade mutmaßlich eine Kapselverletzung zu und musste ausgwechselt werden, es droht das Aus für die restliche Spielzeit.

Tore: 0:1 Mensah-Bonsu (18.), 0:2 Hien (32.), 0:3 Wittenberg (38.), 0:4 Wittenberg (49./FE), 0:5 J. Becker (51.), 1:5 N. Becker (55.).