
Das Wunder von Antdorf blieb erwartungsgemäß aus. Dennoch hielt sich die Enttäuschung bei Spielern und Verantwortlichen der SG nach Schlusspfiff in einem überschaubaren Rahmen.
Natürlich wäre die SG Antdorf/Iffeldorf nur zu gerne in die Kreisliga aufgestiegen. Gleichwohl dokumentierten die beiden Relegationsspiele gegen den WSV Unterammergau auch in aller Deutlichkeit, warum der Schritt ins Oberhaus des Kreises Zugspitze heuer für die Spielgemeinschaft zu früh gekommen wäre.
Verloren hat die SG diese Ausscheidung bereits im Hinspiel. Die 0:5-Niederlage erwies sich als zu schwere Bürde, um im Rückspiel noch etwas zu reißen. Das Debakel von Unterammergau war eine zu große Belastung für Beine und Kopf gleichermaßen. „Eigentlich wollten wir sofort draufgehen“, verriet Hannes Huber den originären Matchplan. „Aber bei dem einen oder anderen war der Glaube nicht mehr so da“, wie der diesmal als Spieler inaktive Coach an der Seitenlinie feststellen musste. „Sobald du einen Schritt zu spät bist, funktioniert das Pressing nicht. Deswegen haben wir es relativ schnell eingestellt“, berichtete Huber.
Und so vermochte der Kreisklassist den Gast aus dem Ammertal nicht im erforderlichem Maße zu strapazieren. Auch im Umfeld der SG mangelte es an Zuversicht und Überzeugung. Zwar kennzeichneten die 350 Zuschauer eine ordentliche Kulisse für den Saisonabschluss. Ein knapperes Resultat am vergangenen Donnerstag hätte aber fraglos weit mehr Zuschauer von einer andersartigen Gestaltung des Pfingstsonntags abgehalten. Akkordarbeit hatten allein die Bierverkäufer und die Grillstation um Maximilian Wagner, Florian März und Markus Zwerger zu verrichten. Dass die Partie nach 90 Minuten mit einem 1:1 (0:0) endete, war eher Nebensache.
Der stark eingegrenzte Unterhaltungswert dieser Partie offenbarte sich auch in einer ungleich torärmeren Begegnung als noch im Hinspiel. Die SG versuchte es zumeist mit Kombinationsspiel, ohne die Unterammergauer Abwehr damit in große Verlegenheit zu bringen oder sie gar zu stressen. Bezeichnend: Alex Michel setzte einen Freistoß aus vielversprechender Position ins großflächige Fangnetz hinter dem Gehäuse. Letztlich war der WSV zur Pause durch seine wenigen, aber stets gefährlichen Vorstöße dem Führungstreffer sogar näher. Die Elf von Tobias Benning beschränkte sich nach einer schwierigen Spielzeit auf die nötigsten Arbeitsschritte, um den ohnehin komfortablen Vorsprung aus dem Hinspiel zu verwalten.
Huber indes wechselte im zweiten Abschnitt munter durch und bescherte so den Wechselspielern redlich verdiente Spielzeit. Ein direkter Freistoß von Robin Reiter bescherte den Gästen eine Viertelstunde vor Schluss dann die Führung. Den Flatterball des Unterammergauers konnte SG-Tormann Michael Kölbl nicht abwehren (76.). Den Ausgleich für die Platzherren besorgte kurz darauf dann Markus Winkler nach Vorarbeit von Christos Tsigouriotis (80.). Trotz der Umstellung auf fünf Angreifer war dies nur eine von wenigen guten und gut abgeschlossenen Aktionen der SG.
Huber sieht im verpassten Aufstieg einen wichtigen Entwicklungsschritt für seine Mannen, die das bittere Saisonende „sehr reflektiert“ aufgenommen hätten. „Die Stimmung war gut nach dem Spiel, das war eigentlich mein Hauptziel.“ Man habe ungeachtet des Ausgangs eine „geile Saison“ gespielt, bekomme jetzt einen Schwung junger Spieler hinzu, für die die Kreisklasse „vielleicht die richtige Liga“ ist. Huber ist sich sicher, dass die SG auch kommende Saison „wieder eine gute Rolle spielen“ werde. Ob es dann für ganz vorne reicht, müsse man aber abwarten.