
Was macht eigentlich Jonas Wieselsberger? Diese Frage haben sich einige Fußballfreunde in Niederbayern sicherlich gestellt. Der gebürtige Wenger (Lkr. Landshut) hatte sich im vergangenen Sommer von den Würzburger Kickers verabschiedet. Seitdem war es still um den 27-Jährigen geworden...
Der Vertrag des Flügelflitzers hätte sich im vergangenen Sommer bei den Würzburgern im Erfolgsfall, sprich wenn es mit dem Aufstieg in die 3. Liga geklappt hätte, automatisch verlängert. Da die Kickers aber die Rückkehr in den Profifußball deutlich verpasst hatten, musste der Niederbayer umdenken, obwohl er gerne am Dallenberg geblieben wäre: "Ursprünglich war eine Verlängerung geplant, die seitens des Vereins dann nicht weiterverfolgt wurde. Das hat mich nach den Gesprächen schon etwas überrascht, aber so ist nun mal das Geschäft. Nichtsdestotrotz war es für mich persönlich sportlich eine gute Saison, und ich hatte mit Würzburg einen sehr guten Verein, in dem ich mich wohlgefühlt und weiterentwickelt habe."

Optionen ausloten war also angesagt, und da flatterte ihm eine reizvolle Anfrage aus dem Ausland ins Haus. Der portugiesische Drittligist "SU 1º Dezembro" mit deutschem Investor aus dem Großraum Lissabon buhlte um die Dienste von Wieselsberger. Der 27-Jährige ließ sich überzeugen und wechselte auf die iberische Halbinsel. Zunächst lief alles nach Plan, nach wenigen Wochen folgte dann aber der Schock: "Das Ganze ist letztlich daran gescheitert, dass der deutsche Investor, der mich und einen weiteren deutschen Spieler unbedingt verpflichten wollte, nach etwa zweieinhalb Monaten überraschend ausgestiegen ist. Danach war relativ schnell klar, dass der Verein die Verträge finanziell nicht mehr stemmen konnte. Infolgedessen haben wir uns einvernehmlich auf eine Vertragsauflösung geeinigt, zumal auch der Trainer aufgrund der finanziellen Situation nicht mehr mit uns geplant hat."
Sportlich gesehen war der Abstecher nach Portugal ein Satz mit X, Wieselsberger hat aber dennoch für sich persönlich einiges mitnehmen können: "Ich würde die Erfahrung auf keinen Fall missen wollen – auch wenn sie sportlich nicht so verlaufen ist, wie ich es mir erhofft hatte. Die Lebensqualität dort war extrem hoch: Nur 25 Minuten von Lissabon und vom Meer entfernt zu leben, hatte schon sehr viele positive Seiten."
Wie es nach der Auslandserfahrung sportlich mit ihm weitergeht, ist noch nicht sicher. Fest steht: Viel Zeit bleibt nicht mehr, das Wintertransfer-Fenster schließt am 2. Februar. Zuletzt spielte der beim Nordost-Regionalligisten Hallescher FC vor, zu einer Einigung kam es bislang nicht. "Kurz vor Weihnachten bin ich nach Deutschland zurückgekehrt und seitdem stehe ich in ständigem Austausch mit meinem Berater. Die Wintertransferphase ist natürlich nicht immer der einfachste Zeitpunkt, aber es gab bereits einige Gespräche", so Wieselsberger, der sich trotz Zeitdrucks entspannt gibt: "Sollte sich jedoch nichts realisieren lassen, habe ich mit meinem abgeschlossenen Studium auch eine sehr gute Basis, um Fußball und Beruf miteinander zu verbinden. Welche Richtung es am Ende wird, wird sich in den nächsten Wochen zeigen."
