
Ist es sinnvoll, den absoluten Härtetest gegen einen Gegner zu bestreiten, der "nur" Bezirksliga spielt? Was ist dann ein 5:0-Sieg wert, der erst in Überzahl dingfest gemacht werden konnte? Antworten auf diese Fragen wird die SpVgg Hankofen-Hailing kommende Woche bekommen, wenn es zum Auftakt der Rest-Saison in der Regionalliga Bayern zur Reserve des großen FC Bayern München geht - oder vielleicht sogar erst im Laufe des Frühjahres, wenn der Verbleib in Liga 4 gesichert werden soll. Die Wahrheit liegt bekanntlich auf dem Platz - und dennoch probiert sich Dorfbua Tobias Beck gleich nach der Generalprobe am Samstagvormittag gegen die SpVgg Plattling an einer Einordnung.
Wie eigentlich immer, ist der Trainer des einzigen niederbayerischen Vertreter in der "Champions League der Amateure" auf seine bekannte ruhige Art und Weise ehrlich und direkt. "Die Leistung war heute in einigen Punkten nicht so wie gewünscht. Das war ein typisches Vorbereitungsspiel gegen einen fleißigen und disziplinierten Gegner", stellt der 31-Jährige insgesamt fest, ehe er ins Detail geht: Im letzten Drittel waren Wagner, Lermer & Co. eher "starr, da war zu wenig Bewegung, weshalb wir Schwierigkeiten hatten, den Gegner in Tornähe zu bespielen".
Das lag Beck zufolge an der - wie in Duellen "David gegen Goliath" üblich - kompakten Spielweise der Gastgeber. Aber auch daran, "dass die Jungs müde waren. Jeder ist froh, wenn es wieder losgeht. Jeder freut sich, wenn es wieder wärmer wird - und nicht mehr auf Kunstrasen gespielt werden muss". Insgesamt will Beck das Spiel nicht auf das Ergebnis reduzieren, das eine relativ deutliche Sprache spricht - und auch nicht zu hoch hängen. Eine gewisse Unzufriedenheit ist ihm aber deutlich anzumerken.
"Ein Klassenunterschied war erkennbar. Wir haben uns jedoch gut aus der Affäre gezogen", so fällt das Fazit von Tobias Eckl aus. Der Spielertrainer der SpVgg Plattling sah eine den Umständen entsprechend gute Leistung seiner Truppe. "Uns war allen bewusst, dass Hankofen dominant auftreten wird. Sie haben uns ordentlich laufen gelassen. Vor allem gegen den Ball haben wir gut gearbeitet - und wir konnten uns auch die ein oder andere Halbchance erarbeiten. Gerade in Unterzahl waren wir dann aber deutlich unterlegen."
Zurück zu eingangs erwähnten Fragen - und den Antworten von Tobias Beck dazu. Plattling hätte man, so macht er deutlich, gewählt, weil man gehofft hatte, dann auf Naturrasen spielen zu können. Diesen Überlegungen machte aber der Winter einen Strich durch die Rechnung. Und: "Dass gegen die Bayern komplett andere Inhalte gefragt sein werden, ist klar. Ich denke schon, dass wir bereit sind." Das Gute insgesamt: Die Vorbereitung ist vorbei und somit auch die Zeit des Redens. Nächste Woche gilt's - und dann liegt die Wahrheit wieder auf dem Platz!