2024-04-15T13:50:30.002Z

Vereinsnachrichten
Marcel Sommerhalder auf der Suche nach Lösungen.
Marcel Sommerhalder auf der Suche nach Lösungen. – Foto: FCK-Presse
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Gemeinsam für den Klassenerhalt: FCK-Frauen fiebern Rückrunde entgegen

Frauen NLB - Vorschau zum Rückrundenstart

Am Sonntag starten die Küssnachter Fussballerinen nach harter Vorbereitung gegen den FC Wil. Nach einem kurzen Trainingslager stehen anschliessend auch schon vorentscheidende Abstiegsschlachten in der NLB an.

Bereits im Januar 2024 stand für das Team von Marcel Sommerhalder der Trainingsauftakt auf dem Programm. Bei einem abwechslungsreichen Trainingsplan stand dabei vor allem die physische Fitness der Spielerinnen im Mittelpunkt. «Zuerst lag der Fokus vor allem auf Ausdauer und Kondition, in den letzten Wochen haben wir dann an der Schnelligkeit gefeilt», erläutert Cheftrainer Sommerhalder. «Es war eine anstrengende Vorbereitung», meint Captain Vivienne Steiner. «Ich denke, wir sind definitiv fit für den Start der Rückrunde.»

Die Hinserie verlief eher durchwachsen. Die Küssnachter Fussballerinnen hatten ziemliche Startschwierigkeiten, holten in Duellen mit direkten Abstiegskonkurrenten tendenziell wenig Punkte und befinden sich auf dem letzten Platz nach erzielten Toren. Der Rücktritt von Andrea Schuler wurde dabei das eine oder andere Mal schmerzlich vermisst. «Die Spiele gegen Schlieren, Biel und Winterthur waren besonders schmerzhaft, da wir in allen Spielen das bessere Team waren und am Ende durch Fehler und mangelnde Effizienz wichtige Punkte abgegeben haben.»

Andererseits hat sich das Team spielerisch weiterentwickelt. Die FCK-Frauen wirken agiler und kreativer im Ballbesitz; sie können nun auch Spiele kontrollieren. In vielen Partien war die Sommerhalder-Elf das bessere, das dominantere Team. Zwar gab es dafür noch zu wenig Punkte, doch Steiner ist überzeugt, dass sich das bald ändern könnte. «Wenn wir das Momentum einmal auf unserer Seite haben, dann haben wir auch mal die nötigen Prozente, um diese Spiele zu gewinnen.» Ein besonderes Highlight war natürlich auch das Spiel gegen den FC Luzern im Achtelfinale des Cups. Im vollbesetzten Luterbach boten die Küssnachter Fussballerinnen dem grossen Favoriten lange die Stirn und mussten sich nur äusserst knapp geschlagen geben.

Zwischen den beiden Clubs gab es in der Winterpause mehrere Wechsel. Michelle Sager verliess den FCK und kehrte zu den Luzernerinnen zurück, während Abwehrspielerin Corinne Troxler den umgekehrten Weg ging. Dem Verlust seiner gefährlichsten Offensivkraft trauert Marcel Sommerhalder nicht nach, sondern sieht den Tausch als Chance: «Spielerinnen kommen und gehen, das ist einfach so. Mit Corinne sind wir in der Defensive vielseitiger aufgestellt und können so auch die Mittelfeldpositionen variabler besetzen.» Zusätzlich stösst noch Alyah Bättig vom SC Kriens zum Team.

Trotz der Zu- und Abgänge in Sommer und Winter stimmt die Einstellung des Teams laut der Kapitänin: «Es hat sich in der Dynamik nicht allzu viel verändert, die neuen Spielerinnen haben sich super integriert und haben unser Mantra, die Stärke im Kollektiv zu suchen, gut angenommen.»

Der Teamzusammenhalt ist die grosse Stärke der FCK-Frauen und war vermutlich der Hauptfaktor für den Klassenerhalt in den vergangenen Jahren. Um diesen noch etwas zu stärken, werden die Küssnachter Fussballerinnen nach dem Spiel am Sonntag ins Trainingslager nach Barcelona fliegen. «Dort werden wir ideale Bedingungen haben, um unsere Routine mit dem Ball zu trainieren und gemeinsam Zeit in den Teamgeist zu investieren», erklärt Vivienne Steiner. In Sachen fussballerische Exzellenz wird es dabei für die Küssnachterinnen auch noch erstklassigen Anschauungsunterricht geben: Das Team wird sich im Camp Nou die Champions-League-Siegerinnen des FC Barcelona ansehen.

Danach geht es zu Hause entscheidend weiter. Die nächsten drei Gegner lauten dann Schlieren, Etoile Carouge und Biel – drei direkte Konkurrenten. Die Ergebnisse dieser Spiele werden vermutlich den Verlauf der restlichen Saison diktieren. Jede Niederlage könnte dabei zum Verhängnis werden. Selbst im Falle einer positiven Bilanz könnten die anschliessenden Abstiegsspiele nochmal alles auf den Kopf stellen. «Wir wissen, dass danach in der Abstiegsrunde noch viel passieren kann», so Vivienne Steiner. «Wir müssen dranbleiben, um den Klassenerhalt zu sichern, selbst wenn es wieder am letzten Spieltag sein muss.»

Am Sonntag müssen die FCK-Frauen um 13.00 Uhr auswärts in Wil antreten. Die Ostschweizerinnen haben dabei die imposante Kulisse der Lidl-Arena auf ihrer Seite. Dort holen sie auch den Grossteil ihrer Punkte und fertigten die Küssnachterinnen zuletzt im Frühjahr 2023 mit 5:1 ab. Beunruhigt ist Marcel Sommerhalder um sein Team angesichts dieser schwierigen Aufgabe allerdings nicht: «In Wil zu punkten wird schwierig und ist nicht eingeplant, aber wir werden dafür befreit aufspielen können und sehen, was wir dabei mitnehmen können.» Das Hauptaugenmerk des Coaches liegt auf den Spielen danach. «Die nächsten drei Wochen werden heiss, danach wissen wir definitiv, wo wir stehen.»

Die einzige Gewissheit im Abstiegsrennen der NLB wird vermutlich wieder die Unsicherheit sein. Gut möglich, dass sich abschliessend mal wieder auf Messers Schneide klären wird, wer am Ende über dem Strich steht. Trotz dieser Ungewissheit äussern sich sowohl Sommerhalder als auch Captain Vivienne Steiner optimistisch hinsichtlich des Verbleibs ihrer Mannschaft in der NLB. Steiner zeigt sich besonders zuversichtlich: «Ich bin fest überzeugt, dass wir das schaffen.»

Samara Weber (rechts)soll nach ihrer Rückkehr wieder Schwung ins Offensivspiel bringen.
Samara Weber (rechts)soll nach ihrer Rückkehr wieder Schwung ins Offensivspiel bringen. – Foto: FCK-Presse

Livia Bättig (mitte) machte bereits in der Hinrunde aus sich aufmerksam.
Livia Bättig (mitte) machte bereits in der Hinrunde aus sich aufmerksam. – Foto: FCK-Presse

Vivienne Steiner (2.v. links) und Julia Pirker (4.v. links) im Zentrum der FCK-Abwehr.
Vivienne Steiner (2.v. links) und Julia Pirker (4.v. links) im Zentrum der FCK-Abwehr. – Foto: FCK-Presse

Aufrufe: 08.2.2024, 10:26 Uhr
Patrick PortmannAutor