
Das erste Tor im Dress des TSV Landsberg und dann so ein Ding: Lukas Bettrich trifft im Spiel gegen Pipinsried von der Mittellinie.
Landsberg – Bindeglied zwischen Abwehr und Offensive, Pressingmaschine, Dauerläufer – Lukas Bettrich sorgt beim TSV Landsberg dafür, dass die Offensivkünstler vorne wirbeln können. Ohne Angst haben zu müssen, dass hinten alles offen ist. Sein Spiel ist fehlerfrei, schnörkellos – und extrem wichtig für die Stabilität des TSV. Spektakel überlässt der 23-Jährige eher den Mitspielern. Doch auch der Mittelfeldmotor, der selbst über eine feine Klinge verfügt, kann dafür sorgen, dass allen Anwesenden der Mund offen stehen bleibt.
So geschehen am letzten Spieltag der Bayernliga Süd. Es war ein Moment, der die Zuschauer von den Sitzen riss: Lukas Bettrich, der fleißige Arbeiter im Mittelfeld des TSV Landsberg, wagte das scheinbar Unmögliche und traf mit einem spektakulären Vollspannschuss von der Mittellinie zum 2:1 gegen den FC Pipinsried. Es war die perfekte Antwort auf den eben kassierten Ausgleich.
Auch Trainer Alex Schmidt, der als erfahrener Coach schon viel gesehen hat, zeigte sich begeistert: „Ein absolutes Sensationstor. Damit krönte er seine starke Leistung.“
Bettrich selbst nimmt das Aufsehen um sein Tor mit Bescheidenheit zur Kenntnis: „Ich freue mich natürlich, es kommt ja auch nicht alle Tage vor, dass ich ein Tor mache. Und dann natürlich so eins.“ Und tatsächlich, der Treffer von der Mittellinie markierte Bettrichs erstes Tor im Dress des TSV Landsberg. Der beim FC Augsburg und FC Memmingen ausgebildete Mittelfeldspieler hatte in der vergangenen Saison bereits vier Assists beigesteuert. Nun durfte er endlich selbst jubeln.
Dabei verriet der 23-Jährige, dass solche Situationen für einen Mittelfeldspieler gar nicht so ungewöhnlich sind: „Im Mittelfeld ist man immer wieder in der Situation, dass man missglückte Abschläge vom Torwart abfängt oder einen langen Ball vor die Füße bekommt und dann die Torhüter weiter vor dem Tor stehen.“
Der Torschütze gab schmunzelnd zu: „Ich luscher schon immer mal ein bisschen oder habe mal ein Auge auf den Torwart. Ich habe es aber noch nie probiert, mal draufzuhalten.“ Am Freitag wagte er es dann doch, gestand danach jedoch: „Ich glaube, so gut werde ich den Ball selten wieder treffen.“
Was das Tor so besonders macht, war nicht nur die technische Brillanz, sondern „auch der optimale Zeitpunkt, direkt nach dem Ausgleich und in einem wichtigen Spiel für uns“, erklärte Bettrich. „Das war schon ein geiles Gefühl. Ungewohnt auch, weil es nicht so oft vorkommt, aber dadurch umso schöner.“ Vielleicht ist Bettrich jetzt auf den Geschmack gekommen. Die Torhüter dürften gewarnt sein. (mg)