
Am vorletzten Spieltag reist der TSV Landsberg nach Nördlingen. Alex Schmidt will zum Abschluss zwei Siege und einen einstelligen Tabellenplatz. Besonderes Lob vom Coach erhält vor der Partie Lukas Bettrich.
Letztes Auswärtsspiel des TSV Landsberg in dieser Saison: Am Samstag (Anpfiff 15.30 Uhr) muss die Bayernliga-Elf von Trainer Alex Schmidt beim „Gerd Müller-Club“ TSV Nördlingen (da begann der „Bomber der Nation“ seine Karriere) antreten. Die Landsberger haben den Klassenerhalt sicher, aber der Coach hat noch ein großes Ziel: „Wir wollen in Nördlingen und dann gegen Heimstetten gewinnen, damit beide Teams überholen und die Saison mit einem einstelligen Tabellenplatz abschließen.“
Die „Kampfmaschine“ des TSV (Schmidt) wird dabei mithelfen. Lukas Bettrich (23) bestreitet in Nördlingen sein 30. Spiel im TSV-Trikot. 2387 Minuten stand er bislang auf dem Feld, nur Kilian
Pittrich (2511) brachte es auf mehr Einsatzminuten. „Er ist ein Spieler, wie ihn sich jeder Trainer nur wünschen kann und hat sich zusammen mit Benny Auburger hier am besten entwickelt. Ein
Teamplayer, taktisch gut, zweikampfstark, ballsicher und schlau“, hält Schmidt große Stücke auf seine Nummer 6. „Der Junge ist einfach super!“
„Bette“, der aus Aichstetten in der Nähe von Memmingen stammt (beim dortigen SV begann er mit dem Fußballspielen, bevor er in die Memminger D-Jugend wechselte) ist die große Konstante beim TSV, fehlte nur einmal – beim 10:1 in der Vorrunde gegen Grünwald war er krank. Jetzt wohnt er in Augsburg-Haunstetten in einer „Fußballer-WG“ mit Schwaben-Stürmer Simon Achatz (künftig FC Gundelfingen) und wurde am Lech ganz schnell zum Leistungsträger und unumstrittenen Stammspieler im defensiven Mittelfeld.
Da ist er gesetzt – anders als in der zweiten Hälfte der vergangenen Saison beim FC Memmingen: Nach 15 Regionalliga-Einsätzen kam er in der Rückrunde nach einem Außenbandriss unter Neu-Trainer Matthias Günes nur noch für die Zweite in der Landesliga zum Einsatz. Und da schlug Marko Braovac, beim Neuaufbau 2024 in Landsberg noch (inzwischen schmerzlich vermisster) sportlicher Leiter, ganz schnell zu: „Ich hatte gehört, dass es wohl auf eine Trennung in Memmingen hinauslaufen wird. Da habe ich sofort Kontakt zu ihm aufgenommen. Gleich bei unserem ersten Treffen waren wir uns dann in kürzester Zeit einig.“
Bettrich ergänzt: „Das Interesse war ja auch beidseitig…“ Vom ersten Spieltag an, damals noch
unter Trainer Bernd Kunze, überzeugte der Mittelfeld-Fighter, der drei Jahre für den FC Augsburg
in der U17- und U19-Bundesliga gespielt hatte und 2021 ins Allgäu zurückkehrte.
Schlau ist Bettrich nicht nur auf dem Fußballplatz: Vergangenen Winter schloss er an der Uni Augsburg sein Physik-Studium mit dem „Bachelor“ ab, aktuell belegt er an der Technischen Hochschule in Augsburg (Fakultät Architektur und Bauwesen) den Masterstudiengang
„Energie Effizienz Design“. Da geht’s um nachhaltiges Bauen - und bei einem Projekt in Wertingen im Rahmen des Studiums um die Sanierung von Gebäuden.
„Auf dem Studium liegt aktuell mein Haupt-Augenmerk, was parallel dazu im Fußball geht, will ich machen. Ich möchte auf jeden Fall weiter im höherklassigen Amateurbereich spielen“, sagt der TSV-Fußballer, der sich in Landsberg bei Alex Schmidt richtig wohlfühlt: „Sonst hätte ich ja nicht verlängert.“
Neuer Vertrag bis 2026, obwohl er längst das Interesse anderer Vereine geweckt hat. „Bei
Alex weiß man immer, woran man ist und man merkt seine Erfahrung. Er ist echt gut für die Mannschaft.“ Nachdem der Klassenerhalt geschafft ist, fehlt Lukas („so sagen nur meine
Familie und meine Freundin Hanna zu mir“) nur noch sein erstes Saisontor (zwei hat er schon
vorbereitet) zum perfekten Landsberger Fußball-Glück.
„Maxi Holdenrieder hat mich schon darauf hingewiesen, dass es Zeit dafür wird“, erzählt „Bette“. Es könnte bei ihm schneller gehen als bei seinem Kapitän: Holdenrieder machte erst in seinem 101. Pflichtspiel sein erstes Tor für den TSV. Das war am 18. November 2023. Und der Gegner? Der hieß damals TSV Nördlingen…