Alexander Petkau  wünscht seiner Mannschaft, dass sie  sich alsbald für ihren Fleiß belohnt.Foto: p-p/Axel Schmitz
Alexander Petkau wünscht seiner Mannschaft, dass sie sich alsbald für ihren Fleiß belohnt.Foto: p-p/Axel Schmitz

Gau-Odernheim II: Vorbild Wormatia Worms

TSV führt unter Alexander Petkau und Walter Höhr für die Zweite die Sandwich-Philosophie ein

Gau-Odernheim. Das Trainertandem Alexander Petkau und Walter Höhr hat eine schwere Aufgabe übernommen. Das war spätestens klar, als der TSV Gau-Odernheim II Ende vergangener Saison in letzter Sekunde praktisch den Abstieg in die Fußball-A-Klasse vermied. Es war weniger die Leistung des Petersberg-Ensembles, die den Bezirksliga-Status rettete, als die Schwäche der Konkurrenz.

Gau-Odernheim II muss in die Bezirksliga wachsen

Wer nun glaubte, dass die beiden neuen Trainer den TSV Gau-Odernheim II in ruhigeres Fahrwasser manövrieren würde, sieht sich nach acht Spieltagen getäuscht. Punktlos rangieren die Gau-Odernheimer im Tabellenkeller. „Und das wird sich vorerst auch nicht ändern“, kündigt Alexander Petkau an. Stattdessen redet er Klartext: „Noch ist die Bezirksliga für uns eine Klasse zu hoch“.

„Für uns“, das ist eine Gau-Odernheimer Mannschaft, die im Umbruch steckt. Im Dialog mit der Sportlichen Leitung und Christoph Hartmüller sei vor Beginn der Runde abgesprochen worden, dass man am Petersberg das ältere „U23“-Konzept von Wormatia Worms einführen wolle.

Auffangbecken und erster Schritt im Herrenfußball

Das heißt: Die Zweite Mannschaft ist einerseits Auffangbecken für Spieler, die in der ersten Mannschaft nicht zum Einsatz kamen. Und andererseits für talentierte Fußballer aus der A-Jugend, die an die Verbandsliga herangeführt werden sollen. Das Konzept, neu am Petersberg, hat Konsequenzen. Der Stammkader der zweiten Mannschaft so verkleinert, dass alle trotz der Sandwichposition ihres Teams ausreichend Spielanteile in der Saison bekommen.

In den ersten Wochen, reflektiert Petkau, „litten wir unter der dünnen Personaldecke“. Das werde nun, wo die Urlaubszeit wieder vorbei ist und sich der Fußball-Alltag wieder einstellt, besser. Die Arbeit aber, die das seit acht Jahren fest verbundene Trainergespann zu leisten habe, vergleicht Petkau mit einer „OP am offenen Herzen“. Er möchte, dass der TSV Gau-Odernheim II am Ende der Saison möglichst doch die Klasse hält und muss das unerfahrene Team dazu stabilisieren. Ob das Experiment glückt, ist offen.

Volle Rückendeckung von Sportlicher Leitung

Früher, vor allem unter Ex-Trainer Tuncer Köken, war die Zweite Mannschaft ein „Staat im Staat“. Es gab, das war die Philosophie, kaum Austausch zwischen den verschiedenen Teams des TSV Gau-Odernheim. Daran änderte sich auch wenig nach der Trennung von Tuncer Köken. Nunmehr schlagen die Petersberger einen anderen Weg ein, beziehen die Reserve bewusst als weiteres Puzzleteil in ihre ausbildungsbetonte Vereinsarbeit ein.

Die Rückendeckung vom Sportlichen Leiter, Benny Wilhelm, und dem Zweiten Vorsitzenden, Daniel Diel“, spürt das Trainertandem. Allen sei bewusst, wie schwierig die Lage sei. „Man muss Geduld haben. Und das weiß die Abteilungsleitung“, schildert xx. Es brauche halt Zeit und weitere Ausbildung, um das junge Team auf ein konkurrenzfähiges Niveau zu heben. Die Mannschaften, mit denen man im Wettbewerb stehe, seien im Schnitt 26, 27 Jahre alt, bestückt mit langjährig erfahrenen Fußballern.

Die Botschaft haben Petkau und Höhr auch in ihr Team getragen – und Verständnis gefunden. Wahrscheinlich ist auch das der Grund, weshalb der anhaltende Misserfolg nicht auf die Stimmung schlägt. „Die sei ausgesprochen gut“, sagt Petkau. Die Entwicklungsarbeit, die er und sein Partner leisten, werde wertgeschätzt. Und sie spreche sich herum. Immer wieder gebe es Anfragen von auswärtigen Spielern, die sich den Petersbergern gerne anschließen möchten.

Fokus liegt derzeit nicht auf den Resultaten

Bis auf Weiteres blenden alle Beteiligten die Ergebnisse aus. Petkau: „Wir achten nur darauf, ob die Spieler und Mannschaft Entwicklungen machen. Und die machen sie definitiv“, sagt das Trainerteam. Deshalb mache beiden die Arbeit auch riesigen Spaß. Die Spieler dankten das Engagement, das man in sie steckt. Obendrein sei es auch nicht so, dass der TSV Gau-Odernheim II so viel schwächer ist, wie die mitunter klaren Niederlagen suggerieren. Petkau: „Chancenlos waren wir nur beim SV Horchheim II.“



Zuletzt in Harxheim

Alexander Petkau und Walter Höhr wechselten zu Beginn der Saison zum TSV Gau-Odernheim- Davor engagierten sie sich drei Jahre lang bei der SG Harxheim.

Zuvor trainierten die beiden den SV Guntersblum. Fünf Jahre lang betreuten sie den Kellerweg-Klub, für den Petkau auch spielte.

Petkau und Höhr verstehen sich als ein Team, in dem es keine Hierarchie gibt. Höhrs sportliche Wurzeln liegen bei 1817 Mainz.

Aufrufe: 022.9.2022, 12:00 Uhr
Claus RosenbergAutor