Waldalgesheim. Für den Grund der klaren Niederlage fand Florian Diel eine klaren Grund: „Wir sind an der gnadenlosen Abgezocktheit von Waldalgesheim gescheitert“, sagte der Trainer des TSV Gau-Odernheim nach der 0:3-Pleite in der Fußball-Verbandsliga Südwest bei Alemannia Waldalgesheim. Die Zuschauer sahen dabei ein kämpferisch sehr starken Spiel beider Teams, dem lediglich hin und wieder die spielerischen Elemente fehlten.
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Dabei hatte die Partie für die Elf vom Petersberg gut angefangen. Mit Mühe konnte Alemannia-Keeper Andrej Juric einen abgefälschten Ball von Fabio Moreno Fell gerade noch so um den Pfosten drehen (6.), dann verkürzte Juric gegen den allein auf von der halblinken Seite ihn zulaufenden Emre Gümüs den Winkel (13.), war auch später gegen Moreno Fell (22.) und Gümüs (32.) auf dem Posten. Der TSV agierte, die Alemannia blieb ruhig.
Mit ihrer ersten Gelegenheit überhaupt gingen die Hausherren in Führung. Nils Gräff behauptete sich im Mittelfeld, spielte quer zu Bertin Gelenbevi, und der ließ sich nicht lange bitten und schoss aus 15 Metern unhaltbar links unten ein (19.). Als sich erst TSV-Torwart Daniel Diel und Abwehrspieler Urfan Nassery nicht einig waren und den Ball zum Einwurf für die Alemannia herschenkten, sich dann Ben Grünewald gegen zwei Abwehrspieler der Blau-Weißen durchsetzte und von Nassery nur per Foul gestoppt werden konnte, zeigte Schiedsrichter Julian Haßler (Schwanheim) auf den Punkt. Pierre Merkel verlud Diel beim fälligen Strafstoß mit aller Ruhe (35.).
Steigende Intensität
War die Begegnung bis dahin schon umkämpft, wurde ihre richtungsweisende Bedeutung mit Blick auf die Tabellenspitze für beide Mannschaften nun erst recht deutlich. Die Intensität steigerte sich von Minute zu Minute. Die Gäste mühten sich nach Kräften, fanden gegen die konzentrierte Deckung der Alemannia aber kein Mittel. Mit Gräffs 3:0 (48.), der in einen misslungenen Querpass aus dem Mittelfeld sprintete und aus 20 Metern abschloss, war früh der Deckel drauf. Waldalgesheim blieb danach bei Kontern gefährlicher als der sich unablässig bemühende TSV, der nach dem Wechsel zwar feldüberlegen war und mehr Ballbesitz hatte, aber keinen Schuss mehr auf das Gehäuse von Juric zustande brachte.
„Das war taktisch und kämpferisch unsere beste Saisonleistung, vom Torwart bis zu den Einwechselspielern“, bilanzierte Elvir Melunovic. Der Coach der Hausherren freute sich zudem über die erstmals gezeigte Effizienz. Drei Treffer aus den ersten vier Torschüssen – diese Quote konnte sich sehen lassen. Kollege Diel sah denn auch die Alemannia „vom Potenzial her als einen der Topfavoriten in der Liga“, zumal seine Mannschaft die Grün-Weißen durch eigene Fehler fast schon zu den Toren eingeladen hatte.
Die Erfahrung im Alemannia-Defensivzentrum mit Daniel Braun, Fabrizio Haas, Tobis Lauterbach und Sechser Joshua Iten gemeinsam mit Juric im Kasten hatte den Unterschied gemacht. Dazu blieben die Hausherren offensiv gefährlich. Der TSV dagegen hatte nach starker Anfangsphase spielerisch den Faden verloren.
Alemannia Waldalgesheim: Juric – Ludwig, Haas, Braun, Lauterbach, Teixeira – Grünewald, Iten, Gelebevi (87. Pira) – Gräff, Merkel (90. Fakas).
TSV Gau-Odernheim: Diel – Heinrich, Friedrich, Nassery – Meininger (61. Hofmann), Maier (69. Hahn), Dietrich (46. Juricinec), Maurer (82. J. Weinbach) – Gümüs (61. T. Weinbach) – Dimitrijevic, Moreno Fell.