
Rehabilitierung geglückt! Nach dem herben 0:6 gegen Hennef in der Vorwoche hat die SpVg Frechen 20 die passende Antwort auf dem Platz gegeben. Im Kurt-Bornhoff-Stadion trotzten die „Zwanziger“ dem favorisierten SSV Merten ein 1:1-Remis ab. Während Frechen vor allem mental einen wichtigen Schritt nach vorne machte, verpasste es die Kilic-Elf, im Klassement näher an die Ränge drei und vier heranzurücken.
Merten legte druckvoll los und kontrollierte weite Teile der ersten Hälfte. „Wir haben eine sehr starke erste Hälfte gespielt. Aus meiner Sicht waren wir sehr dominant und haben uns gut nach vorne kombiniert“, bilanzierte SSV-Coach Bünyamin Kilic. Die Belohnung folgte folgerichtig in der 31. Minute: Michael Okoroafor vollendete nach Zuspiel von Pascal Köpp zum 0:1. Kilic trauerte jedoch weiteren Gelegenheiten nach: „Wir hatten drei, vier sehr gute Möglichkeiten aus schönen Kombinationen heraus und markierten folgerichtig und verdient das 1:0, da wir zuvor sehr giftig und agil agierten.“
Doch Frechen schlug zum psychologisch wichtigsten Zeitpunkt zurück. Quasi mit dem Pausenpfiff veredelte Tim Dilley einen blitzsauberen Konter zum 1:1-Ausgleich (44.). „Wir erzielten zum perfekten Zeitpunkt vor der Pause das 1:1 durch eine Top-Umschaltaktion, bei der beim Gegner gefühlt keine Restverteidigung vorhanden war“, freute sich Frechen-Trainer Okan Özbay. Er lobte den Spielzug über Oskar Hill, Kerem Taskala und Simon Doll: „Das war von der ersten bis zur letzten Linie hervorragend ausgespielt.“
In der zweiten Halbzeit entwickelte sich ein echter Abnutzungskampf. Özbay konnte zwar wieder auf Rückkehrer wie Dilley und Doll setzen, kämpfte aber dennoch mit einer dünnen Personaldecke. „Natürlich hatten wir erneut keine große Bank. Zum Glück haben es fast alle Spieler geschafft, durchzuspielen, auch wenn hinten raus die Körner fehlten, weil wir auf gewissen Positionen nicht adäquat oder überhaupt nicht wechseln konnten“, erklärte Özbay. Dass es beim Unentschieden blieb, lag auch an einer leidenschaftlichen Abwehrleistung in den Schlussminuten. Eine Szene hob der Frechener Coach besonders hervor: „Am Ende verhinderte eine ‚Monstergrätsche‘ von Stecker, die einen Schuss von Jerome Propheter abblockte, die letzte gefährliche Szene des Gegners.“
Kilic zeigte sich trotz des Punktverlusts mit dem Auftritt seiner Mannschaft einverstanden, haderte aber sichtlich mit dem Ertrag: „Heute hätten wir die drei Punkte verdient gehabt, auch wenn Frechen es gut gemacht hat. Es war ein Spiel auf gutem Niveau, wobei man merkte, dass auf dem Rasen gegen Ende die Kräfte etwas schwanden.“ Für Merten war es eine verpasste Gelegenheit, Boden auf die Plätze drei und vier gutzumachen. „So haben wir Punkte liegen gelassen und die Chance verpasst, in der Tabelle zu klettern. Jetzt liegt der Fokus auf den letzten fünf Spielen“, so Kilic abschließend. Während Frechen das Ergebnis unter den schwierigen Umständen der letzten Wochen als Erfolg verbucht, muss Merten den Blick schnell wieder nach vorne richten.