2025-04-02T15:12:16.030Z 1743793364343

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6.9.24 Aschheim Fußball / FC Aschheim (weiße Trikots) --- 2:0 Antonio Saponaro
6.9.24 Aschheim Fußball / FC Aschheim (weiße Trikots) --- 2:0 Antonio Saponaro – Foto: Gerald Förtsch

„Filippo Inzaghi der Bezirksliga“: Antonio Saponaro hat beim FC Aschheim große Ziele

Der Neuzugang des FC Aschheim Antonio Saponaro schlug voll ein. Nun spricht der Stürmer im Interview über seinen Transfer und die Zukunft.

Fußballer Antonio Saponaro kam im Sommer von Fortuna Unterhaching zum Bezirksligisten FC Aschheim. Nach 41 Treffern in der Kreisklasse, einer Bezirksliga-Saison bei SK Srbija München und höherklassigen Auftritten in Italien wollte es der 31-Jährige „noch einmal wissen“. Seine FCA-Quote von zwölf Toren und vier Assists aus zwölf Spielen kann sich angesichts einer Verletzung sehen lassen. Der Angreifer des Tabellenfünften im Interview.

Herr Saponaro, grundsätzlich lief es bisher für Ihre Mannschaft gerade auch zu Hause nicht schlecht, dann verabschiedeten sie sich mit zwei Heimpleiten – 2:5 gegen den SV Untermenzing, 1:2 gegen die SpVgg Feldmoching – in die Winterpause. Was war da los?

Ich habe mich sehr schnell wohlgefühlt in Aschheim.

Antonio Saponaro

Da spielt immer viel mit rein, es gibt eigentlich nie den einen Grund. Und es war eben doppelt bitter, weil wir gerade bis auf drei Punkte an Spitzenreiter SVN München herangekommen waren. Vielleicht war da sogar ein bisschen Arroganz im Spiel von unserer Seite – man kann es sich einfach nicht erlauben, den Gegner auch nur ein kleines bisschen zu unterschätzen. Zudem waren ein paar Leute nicht in der besten Verfassung. Aber man muss auch sehen, dass wir gegen Feldmoching wahrscheinlich 90 Prozent Ballbesitz hatten und ungefähr 25-mal aufs Tor geschossen haben.
Jetzt sind es neun Punkte Rückstand auf Neuperlach und vier Punkte auf den Zweiten ASV Dachau. Geht da noch was?
Es liegen noch 36 Punkte auf dem Tisch, und es gewinnt vermutlich keine Mannschaft alle restlichen zwölf Spiele. Wir haben immer noch Ambitionen, um den Aufstieg mitzuspielen und müssen jetzt die Verfolgerrolle annehmen. Immerhin haben wir die Konkurrenten vor uns noch im direkten Duell.

Was den Vorstand angeht und das ganze Umfeld – das ist außergewöhnlich in dieser Liga.

Antonio Saponaro

Gleich im März fällt da womöglich eine Vorentscheidung, wenn es gegen den Tabellenzweiten TSV Gaimersheim und eben den SVN geht.
Ja, wir müssen von Anfang an hellwach sein. Ich finde, wir sind eine Topmannschaft und haben viele Unterschiedsspieler. Wenn wir als Einheit auftreten, ist es schwer für den Gegner. Ich bin sicher, wir verbessern uns in der restlichen Rückrunde noch einmal.
Wie ist es Ihnen nach dem Sprung aus der Kreisklasse – für Fortuna Unterhaching haben Sie 41 Tore erzielt – in die Bezirksliga ergangen?
Ich habe mich sehr schnell wohlgefühlt in Aschheim. Auch, wenn die Vorbereitung schwierig war, weil ich noch mit den Folgen eines Muskelfaserrisses zu kämpfen hatte. Als ich wieder fit war, treffe ich sofort in den Testspielen und muss beim Saisonauftakt mit einem Muskelfaserriss in der Wade raus.
Auch beim 3:0 gegen den VfB Eichstätt II waren Sie erfolgreich. Im September kamen Sie zurück und erzielten gleich vier Tore in drei Spielen.
Da muss ich mich beim Verein bedanken – das lief während der Verletzungspause alles sehr professionell ab. Ich hatte gleich Termine bei den Ärzten, und das Physio-Team hat ganze Arbeit geleistet.
Mit Ihren Toren geben Sie dem Verein gleich etwas zurück. Warum haben Sie sich eigentlich für Aschheim entschieden? Im Sommer waren doch viele Vereine an Ihnen interessiert.
Auch jetzt im Winter gab es ein paar Anrufe bei Denis Hartmann. Aber es wird schwer, mich von hier wegzubekommen – ich will jetzt diese Farben nach vorne bringen. Was den Vorstand angeht und das ganze Umfeld, das Team, die Bedingungen mit Stadion und Kabinen – das ist außergewöhnlich in dieser Liga, und ich will ein Teil sein von möglichen Erfolgen in der Zukunft.

Man nennt mich auch den Filippo Inzaghi der Bezirksliga.

Antonio Saponaro

In der Winterpause haben gleich sieben Spieler den Verein verlassen, dem steht bisher erst ein Neuzugang entgegen. Haben Sie keine Sorge, dass der Kader jetzt zu klein sein könnte?
Nein, der Kader ist groß genug, und wir haben jede Menge Qualität.
Apropos Qualität: Ihr Sturmpartner Lordan Handanovic hat auch schon elf Saisontore erzielt.
Lordan ist 23, und ich muss sagen, dass ich in diesem Alter noch nicht diese Abgeklärtheit vor dem Tor hatte. Er behauptet sich gerade auch physisch sehr stark und hat sicher noch erfolgreiche Jahre vor sich.
Sie gelten so ein bisschen als das Schlitzohr im Team.
Man nennt mich auch den Filippo Inzaghi der Bezirksliga. (lacht) Erinnern Sie sich noch an das Champions-League-Finale 2007 zwischen AC Mailand und dem FC Liverpool, als Andrea Pirlo den Freistoß tritt und Inzaghi wusste, wohin er schießt? Er berührt den Ball nur ein kleines bisschen, und drin ist er.
Sie sind schnell und oft über die Außen anspielbar, aber Sie spekulieren eben auch sehr viel.
Ich versuche zu erahnen, was passieren könnte. Klar, von zehn Läufen mache ich dann vielleicht neun umsonst, aber bei dem einen Lauf profitiere ich vom Fehler des Gegners und bin zur Stelle.

Aufrufe: 030.12.2024, 08:00 Uhr
Guido VerstegenAutor