2026-02-20T12:29:42.904Z

Interview

Fels in der Brandung (17): Mario Kufners Wir-Gefühl á la Vilzing-Style

In unserer FuPa-Serie „Fels in der Brandung“ porträtieren wir die unersetzlichen Konstanten der Regionalliga Bayern – die Leader, die vorangehen, wenn es stürmisch wird...

von Stephan Hörhammer · Heute, 10:18 Uhr · 0 Leser
Vereinsintern wird Mario Kufner (rechts) als „Zuverlässigkeit in Person“ beschrieben – ein Prädikat, das er durch seine konstanten Leistungen von Spiel zu Spiel bestätigt.
Vereinsintern wird Mario Kufner (rechts) als „Zuverlässigkeit in Person“ beschrieben – ein Prädikat, das er durch seine konstanten Leistungen von Spiel zu Spiel bestätigt. – Foto: Sportfoto Zink / D. Marr

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Mario Kufner ist bei der DJK Vilzing eine echte Institution. Seit seinem Wechsel vom ASV Cham im Jahr 2021 hat er den beeindruckenden Aufstieg der Oberpfälzer von der Bayernliga bis in die Regionalliga Bayern nicht nur miterlebt, sondern maßgeblich mitgestaltet.

Als Defensiv-Allrounder, der primär in der Innenverteidigung oder im defensiven Mittelfeld agiert, besticht der 27-Jährige, der gebürtig aus dem Landkreis Cham kommt, vor allem durch seine physische Präsenz und seine kompromisslose Zweikampfführung. Er ist der Typ Spieler, der dorthin geht, wo es wehtut – und dabei eine Ruhe ausstrahlt, die sich in brenzligen Phasen auf die gesamte Mannschaft überträgt.

Neben seinen rein sportlichen Qualitäten wird Kufner vereinsintern vor allem für seine Mentalität und Vereinstreue geschätzt. Auch abseits des Rasens gilt er als reflektierter Charakter, der mit seiner Erfahrung (weit über 200 Spiele für die Schwarz-Gelben) genau weiß, wie man die Euphorie am Huthgarten kanalisiert.

Trotz schwerer Verletzungen in der Vergangenheit kämpfte er sich immer wieder zurück in die Startelf, was seinen Status als Stehaufmännchen unterstreicht. Für die Fans in Vilzing zählt er definitiv zu den Identifikationsfiguren schlechthin. Wir haben uns mit dem Vilzinger Vize-Kapitän im letzten Teil unserer FuPa-Serie über seine Spielführerqualitäten unterhalten.

"Einsatz, Laufbereitschaft und Wille sind für mich die Basis"

Mario: Wie zufrieden bist Du mit dem bisherigen Saisonverlauf? Was läuft gut, was weniger gut?

Wir hatten ein schweres Auftaktprogramm und durch viele verletzte Spieler einen holprigen Start. Danach haben wir uns gefangen, sind geschlossener aufgetreten und wurden dafür schließlich auch mit Siegen belohnt. Unser „Goldener Oktober“ mit 13 Punkten aus fünf Spielen spricht dabei für sich. Mit dem aktuellen Tabellenplatz sind wir am Ende definitiv zufrieden.

Vorbild durch Leistung, kommunikativer Moderator, emotionaler Antreiber: Für welche Art von Führungsstil hast Du Dich entschieden und warum?

Ich versuche über Leistung voranzugehen und gleichzeitig Emotionen auf den Platz zu bringen. Einsatz, Laufbereitschaft und Wille sind für mich die Basis, um zu führen. Gleichzeitig glaube ich, dass Emotionen wichtig sind, um die Mannschaft mitzunehmen – gerade in engen oder schwierigen Phasen.

Welche spezifische Aufgabe siehst Du als Kapitän auf dem Platz und in der Kabine als Deine wichtigste an, um die Team-Moral und -Einheit zu gewährleisten und aufrecht zu erhalten?

Meine wichtigste Aufgabe ist es, die Mannschaft auf dem Platz zu motivieren und in schwierigen Phasen Sicherheit zu geben. In der Kabine achten wir darauf, dass jeder sich als Teil des Teams fühlt und wir offen miteinander umgehen. Dabei stehe ich immer in enger Rücksprache mit unserem ersten Kapitän Felix Weber, um Entscheidungen abgestimmt zu treffen und die Einheit zu stärken.

"Wichtig ist, ehrlich zu sein, ruhig zu bleiben und zuzuhören"

Wie gehst Du als Kapitän mit Spielern um, die im Kader eher eine Nebenrolle spielen oder unzufrieden sind, um deren Engagement für die Mannschaft aufrechtzuerhalten?

Das gehört zum Fußball dazu. Wichtig ist, ehrlich zu sein, ruhig zu bleiben und zuzuhören. Wir versuchen, den Jungs klarzumachen, dass jeder gebraucht wird – auch wenn er gerade nicht von Beginn an spielt. Training, Haltung und Unterstützung für die Mannschaft sind entscheidend. Am Ende profitieren wir alle davon.

Welchen Wert legst Du auf die Erfahrung älterer Spieler im Kader? Und wie bindest Du diese in Deine Führungsarbeit als Kapitän ein?

Einen sehr großen. Erfahrene Spieler sind extrem wichtig, gerade in schwierigen Phasen. Sie haben vieles schon erlebt und können Dinge oft ruhiger einordnen.

Der 27-Jährige (li.) zählte in jeder Saison zu den Stammkräften. Im Herbst 2024 zwang ihn jedoch eine hartnäckige Schambeinentzündung die komplette Vorrunde über zum Zuschauen.
Der 27-Jährige (li.) zählte in jeder Saison zu den Stammkräften. Im Herbst 2024 zwang ihn jedoch eine hartnäckige Schambeinentzündung die komplette Vorrunde über zum Zuschauen. – Foto: Charly Becherer

Wenn es darum geht, die Mannschaft nach einem Rückschlag (z. B. eine klare Niederlage oder eine Schiedsrichter-Fehlentscheidung) wieder aufzurichten: Welche Mittel nutzt Du? Welche sind Deiner Meinung nach am effektivsten?

Dinge werden nicht unter den Teppich gekehrt. Wir sprechen Themen offen an und bekommen sie vor dem Training in der Videoanalyse klar aufgezeigt. Wichtig ist, dass wir daraus lernen und Verantwortung übernehmen. Danach heißt es aber wieder: Blick nach vorne richten und es durch gute Trainingsleistungen im nächsten Spiel besser machen.

" Eine Mannschaft, die füreinander eingestanden ist"

Was möchtest Du als Kapitän am Ende Deiner Amtszeit hinterlassen? Welches „Erbe“ ist Dir wichtig?

Mir ist wichtig, dass man sagt: Das war eine Mannschaft, die füreinander eingestanden ist. Respektvoller Umgang, Einsatzbereitschaft und ein starkes Wir-Gefühl á la Vilzing-Style.

Abschließend: Wo steht Deine Mannschaft am Ende dieser Regionalliga-Saison?

Wenn wir so weitermachen, können wir eine stabile Saison spielen. Oberstes Ziel ist natürlich, den Klassenerhalt so schnell wie möglich einzutüten und das Maximum aus der Saison mitzunehmen.

Dafür wünschen wir gutes Gelingen. Vielen Dank für die Antworten.