
Ausgebildet in der Talentschmiede des FC Zürich, liegt ihm das Spielverständnis quasi im Blut – kein Wunder, schließlich stammt Nico Andermatt aus einer bekannten Fußballerfamilie. Vor seinem Wechsel zur SpVgg Bayreuth sammelte er wertvolle Profi-Erfahrung bei Traditionsvereinen wie dem TSV 1860 München, dem 1. FC Schweinfurt 05 und dem SV Meppen. Diese Routine merkt man ihm in vielerlei Hinsicht auch bei der "Oldschdod" an: Selbst unter Druck bewahrt er die Ruhe am Ball und trifft kluge Entscheidungen.
Auf dem Platz verkörpert Andermatt die Rolle des klassischen „Sechsers“. Er ist der strategische Anker, der die Räume zuläuft, Zweikämpfe sucht und so den Offensivkräften den Rücken freihält. Doch den 30-jährigen Linksfuß nur auf die Defensivarbeit zu reduzieren, würde ihm nicht gerecht werden. Mit seiner hervorragenden Schusstechnik ist er zudem ein gefährlicher Spezialist für Standardsituationen und versteht es obendrein, das Spiel mit präzisen Pässen schnell zu machen.
Seit seiner Ankunft in Oberfranken hat er sich in Rekordzeit mit der DNA der Spielvereinigung identifiziert und ist zur unverzichtbaren Führungsperson gereift. In einer Liga, die oft über Kampf und Physis entschieden wird, ist er für die Bayreuther genau das, was unser Serientitel verspricht: Ein "Fels in der Brandung", an dem sich die Mitspieler aufrichten können, wenn es auf dem Rasen turbulent zugeht.
Nico: Wie zufrieden bist Du mit dem bisherigen Saisonverlauf? Was läuft gut, was weniger gut?
Insgesamt kann ich - sowie auch die ganze Mannschaft- mit dem bisherigen Saisonverlauf nicht zufrieden sein. Wir hatten sehr viele Ausfälle und schwerere Verletzungen, welche für uns natürlich auch schwer zu verkraften waren.
Was mir Mut macht, ist der Charakter der Mannschaft. Trotz der schwierigen Umstände haben wir nie aufgehört zu arbeiten und sind im Training sowie im Spiel drangeblieben. Der Zusammenhalt innerhalb des Teams ist stark - und die Bereitschaft, füreinander zu kämpfen, ist immer spürbar. Darauf können wir aufbauen. Jetzt gilt es, hart zu arbeiten und uns optimal auf die Rückrunde vorzubereiten. Wir müssen uns steigern – und das werden wir auch tun!
Vorbild durch Leistung, kommunikativer Moderator, emotionaler Antreiber: Für welche Art von Führungsstil hast Du Dich entschieden?
Ich habe keinen Standard-Stil, in jeder Situation muss man anders reagieren - und keine Situation ist gleich. Ich pflege meinen eigenen Stil und versuche ein Gespür je nach Situation zu haben, was gerade benötigt wird.
Welche spezifische Aufgabe siehst Du als Kapitän auf dem Platz und in der Kabine als Deine wichtigste an, um die Team-Moral und -Einheit zu gewährleisten und aufrecht zu erhalten?
Die wichtigste Aufgabe für mich sehe ich darin, mit Leistung voranzugehen. Egal, ob auf oder neben dem Platz: Ich versuche ein Vorbild zu sein, meine Erfahrung einzubringen und diese weiterzugeben. Dabei darf der Spaß aber nie fehlen!
Wie gehst Du als Kapitän mit Spielern um, die im Kader eher eine Nebenrolle spielen oder unzufrieden sind, um deren Engagement für die Mannschaft aufrechtzuerhalten?
Jeder Spieler ist Teil der Mannschaft und Teil des Teams, somit ist jeder Spieler auch wichtig. Mal spielt man mehr, mal weniger. Ich glaube jeder hat das schon mal erlebt und weiß, dass das auch mal dazu gehört. Wichtig ist, dass kein Spieler sich über das Team stellt. Ich spreche mit den Spielern und motiviere sie, sich im Training aufzudrängen und Gas zu geben.
Welchen Wert legst Du auf die Erfahrung älterer Spieler im Kader? Und wie bindest Du diese in Deine Führungsarbeit als Kapitän ein?
Erfahrung hat nicht immer etwas mit dem Alter zu tun, somit können auch junge Spieler schon viel Erfahrung haben. Ich binde natürlich die erfahrenen Spieler mit ein, weil es auch verschiedene Ansichten gibt. Am Ende haben wir aber alle das gleiche Ziel: erfolgreich zu sein.

Wenn es darum geht, die Mannschaft nach einem Rückschlag (z. B. eine klare Niederlage oder eine Schiedsrichter-Fehlentscheidung) wieder aufzurichten: Welche Mittel nutzt Du? Welche sind Deiner Meinung nach am effektivsten?
Natürlich in erster Linie die Analyse mit der Frage, was man besser machen kann. Ich finde aber, dass man sich nie zu lange damit aufhalten sollte, weil man jeden Tag die Chance hat, es besser zu machen. Deswegen versuche ich die Jungs zu motivieren, jetzt erst recht Gas zu geben.
Was möchtest Du als Kapitän am Ende Deiner Amtszeit hinterlassen? Welches „Erbe“ ist Dir wichtig?
Mir ist wichtig, dass die Mannschaft als Einheit gewachsen ist. Junge Spieler sollen sich integriert fühlen und den Mut haben, Verantwortung zu übernehmen; erfahrene Spieler sollen ihre Rolle im Sinne der Mannschaft erfüllen. Ich möchte, dass wir für Zusammenhalt, Disziplin und gegenseitigen Respekt stehen - unabhängig davon, wer gerade auf dem Platz oder in der Startelf steht.
Abschließend: Wo steht Deine Mannschaft am Ende dieser Regionalliga-Saison?
Am Ende dieser Saison haben wir uns solide den Klassenerhalt gesichert - und stehen auf einem einstelligen Tabellenplatz.
Dafür alles Gute - vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen.