2026-02-20T12:29:42.904Z

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FC Wegberg-Beeck macht es beim 6:0 gegen Weiden noch gnädig

Mittelrheinliga: Der FC Wegberg-Beeck feiert beim 6:0 gegen ein lange in Unterzahl spielendes Teutonia Weiden zwei gelungene Premieren: Das erste Freitagabend-Heimspiel der Saison und das erste Heimspiel für Coach Mark Zeh. Die Kleeblätter erspielen sich zwölf glasklare Chancen – die Hälfte davon nutzen sie.

von Mario Emonds · Gestern, 22:30 Uhr · 0 Leser
Wegberg-Beeck führt Weiden vor
Wegberg-Beeck führt Weiden vor – Foto: Michael Schnieders

Marc Kleefisch sprach das aus, was wohl alle im Lager des FC Wegberg-Beeck dachten: „Das war wieder der Fußball, den ich liebe und den wir aus besseren Zeiten in Beeck auch kennen: vorne direkt drauf, Vollgas, viel Tempo, Emotionalität und Intensität“, sprudelte es aus dem doppelten Torschützen heraus. Soeben hatte der FC Wegberg-Beeck sein erstes Freitagabend-Heimspiel der Saison gegen eine hoffnungslos unterlegene Teutonia Weiden, die nicht einmal aufs Tor schoss, 6:0 gewonnen. Womit der Gast, der kurzfristig auf seinen Kapitän und Spiellenker Mike Kühnel wegen einer Oberschenkel-Zerrung verzichten musste, noch sehr gut bedient war. Angesichts insgesamt zwölf zwingender Chancen hätte es für die Teutonia noch weit schlimmer kommen können.

Brasnic wiedererstarkt

Beeck, das seinerseits kurzfristig auf den erkrankten Mark Koppitz verzichten musste, begann wieder im 4-2-3-1 – diesmal mit Marc Brasnic als Stoßstürmer. Der fühlte sich in vorderster Front auch sichtlich wohl, schoss in diesem Spiel so viele Tore wie bislang zuvor insgesamt für Beeck: drei Stück. Das 1:0 erzielte er mit einer feinen Einzelleistung bereits in der 4. Minute – gegen seinen platzierten Schuss ins lange Eck hatte Weidens neuer Keeper Leroy Zeller, dem die mangelnde Spielpraxis in einigen Situationen deutlich anzumerken war, keine Chance. „Dieses frühe Tor war sehr wichtig für uns. Wir wollten direkt voll draufgehen, und das ist uns auch gelungen“, sagte Brasnic – und zu seiner eigenen recht durchwachsenen Hinrunde merkte er an: „Da habe ich auch einige Wehwehchen gehabt. Die Vorbereitung jetzt hat mir gutgetan. Natürlich ist da aber auch noch Luft nach oben.“

Auch danach schnürte Beeck den Gast, der in dieser Verfassung schlicht nicht ligatauglich ist, weiterhin ein. Was bis zur Pause freilich keinen Niederschlag im Ergebnis fand. Timo Braun vergab die erste gute Chance für eine Resultatserhöhung (15. Minute). Der nächste Aufreger ereignete sich zehn Meter hinter der Mittellinie: Weidens Rüzgar Zorbozan senste eindeutig von hinten rüde Justin Hoffmanns um – der Ball war dabei schon mehrere Meter weg. Die Rote Karte von Schiri Noah Straeten war daher regelkonform (24.). Den folgenden Freistoß aus rund 40 Metern schoss Brasnic direkt aufs Tor, überraschte damit den weit vor seinem Kasten postierten Zeller – der Ball klatschte zu dessen Glück allerdings an den Pfosten (26.). Brasnics nächsten guten Versuch parierte Zeller (39.).

Drei Minuten nach der Pause lochte Brasnic aber zum 2:0 ein. Eine lang gezogene Hoffmanns-Flanke verlängerte Braun mit dem Kopf in die Mitte, dort nahm Brasnic den Ball gekonnt volley und netzte ein (48.). Kleefisch (51.), Braun (54.) und Brasnic (57.) ließen weitere formidable Chancen liegen. Ein Elfmeter musste dann zum 3:0 herhalten. Weidens Fabian Brendel hatte Braun gelegt, Kleefisch verwandelte sicher (69.). Zwei Minuten später hatte „Klee“ auch schon seinen Doppelpack geschnürt. Nach einer herausragenden Vorarbeit von Luca Bini musste er in der Mitte aus kürzester Distanz nur noch den Fuß hinhalten – sein 14. Saisontor (71.). Brasnic mit seinem dritten Tor des Abends auf Zuspiel des eingewechselten David Arize (79.) sowie der gleichfalls eingewechselte Winterzugang Hirotaka Sugiura nach einer Braun-Hereingabe, die lang und länger wurde (90.), machten noch das halbe Dutzend voll. Drei Assists gingen somit auf Braun zurück.

Sechs Tore wichtig fürs Selbstvertrauen

„Wir wollten den Gegner von Anfang an komplett ersticken und früh pressen – und das ist uns auch gelungen. So wie gerade in den ersten 20 Minuten muss man ein Heimspiel auch gestalten. Und sechs Tore muss man auch erst einmal schießen. Das war auch wichtig für den Kopf, nachdem die Mannschaft in Porz noch sehr verunsichert wirkte und das Selbstvertrauen fehlte“, bilanzierte Beecks Trainer Mark Zeh bei seiner erneuten Heimspielpremiere.

Sein Weidener Kollege Ercüment Dönmez blieb der Pressekonferenz indes aus Verärgerung fern. „Wir haben zurzeit acht verletzte Stammspieler, hatten Beeck deswegen um eine Verlegung gebeten. Der hat Beeck nicht zugestimmt, wirklich ein toller Verein“, schimpfte Dönmez, der zum Spiel nichts sagen wollte. Beecks Sportlicher Leiter Friedel Henßen klärte jedoch auf Nachfrage auf: „Am Mittwoch kam aus Weiden die Anfrage, ob wir das Spiel verlegen könnten. Da war es aber natürlich zu spät.“ Abgesehen davon hätte einer Verlegung nach hinten auch der Fußball-Verband Mittelrhein zwingend zustimmen müssen – und der sieht so was überhaupt nicht gern.

Grund zur Freude hatte dagegen Beecks Kapitän: Nach dreieinhalbmonatiger Verletzungspause feierte Yannik Leermacher ab der 65. Minute als Einwechselspieler sein Comeback – das letzte Mal hatte er beim 2:1 in Merten am 16. November mitwirken können. Seitdem hatten ihn hartnäckige Achillessehnenbeschwerden außer Gefecht gesetzt. „Aber auch generell fühlt sich der Tag heute sehr gut an. Flutlicht, Sieg mit so einem Spiel – so gehört sich das auch“, sagte Leersmacher. Und zur grundsätzlichen aktuellen Situation im Verein merkte er an: „Zurzeit befinden wir uns ja alle in einer Art luftleeren Raum. Das ist schon sehr ungewohnt. Ich hoffe, dass wir bald ein wenig mehr Klarheit haben.“