2025-04-02T15:12:16.030Z 1743700921108

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FC-Vorstand Hans Wiesnet (links) und Sportlicher Leiter Gerhard Wilterius (rechts) freuen sich, dass Peter Schramm auch in der kommenden Saison auf der Vorbacher Kommandobrücke stehen wird.
FC-Vorstand Hans Wiesnet (links) und Sportlicher Leiter Gerhard Wilterius (rechts) freuen sich, dass Peter Schramm auch in der kommenden Saison auf der Vorbacher Kommandobrücke stehen wird. – Foto: Jürgen Masching

FC Vorbach schenkt Schramm weiter das Vertrauen

Nach einer fordernden und strapaziösen Bezirksligasaison hat der beim FC schon bekannte Trainer die Mannschaft eine Etage tiefer wieder in die Spur gebracht

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des FC Vorbach blickte Vorsitzender Hans Wiesnet auf ein sportlich nicht unbedingt erfolgreiches Jahr zurück, dennoch war man mit dem Erreichten nicht unzufrieden: „Nach dem Höhenflug in 2022 und 2023 verlangte die Bezirksliga-Saison allen Beteiligten sehr viel ab, erforderte enormen Einsatz sowie Willen der Mannschaft, um die Spiele bestreiten oder sich aus Verletzungen zurückkämpfen zu können. Obwohl wir sportlich nicht immer Grund zum Lachen hatten, haben die Zuschauer diesen Einsatz honoriert und sind trotzdem weiter zahlreich zu den Spielen gekommen“, so der Vereinschef.

Nachdem Coach Michael Kaufmann zum Saisonende seinen Abschied verkündet hatte, ging man mit dem neuen Trainer Peter Schramm in die aktuell laufende Spielzeit 2024/25. „Dass die vergangene Saison sowohl körperlich als auch mental nachgewirkt hat, haben wir anfangs auch gesehen. Dennoch ist es Peter gelungen, die Mannschaft wieder in die Spur zu bringen. Und auch deshalb haben wir uns im Dezember einstimmig dafür ausgesprochen, dass er auch in der nächsten Saison unser Trainer soll. Und weil er ohnehin nichts anderes vorhat, hat er zugestimmt“, gab der 1. Vorstand eine wichtige Personalentscheidung bekannt.

FuPa kontaktierte den 55-jährigen Übungsleiter des aktuell Rangneunten der Kreisliga Nord und er nahm sich dabei Zeit, um seine Beweggründe, beim FC weiter an der Außenlinie stehen zu wollen, ausführlich zu schildern:

Es gäbe keinen Grund nach einer Saison wieder aufzuhören. Wenn man was erreichen möchte, reiche eine Saison natürlich nicht aus, begann Schramm seine Ausführungen. „Ich verspüre auch weiter das Vertrauen der Mannschaft und der Vorstandschaft. Außerdem fühle ich mich wohl beim FCV. Ein weiterer, wichtiger Grund zu bleiben ist, dass auch Daniel Beer als Torwart-Trainer und meine rechte Hand, beziehungsweise auch als guter Geist der Mannschaft, sowie auch der Fabian Wiesnet als Trainer der 2. Mannschaft weitermachen und auch ein Großteil der Mannschaft zusammenbleibt“, erklärt er weiter und stellt klar, dass ihm die „Zweite“ genauso am Herzen liege wie das Kreisligateam.

Dass es nun nach dem deutlichen Abstieg aus der Bezirksliga eine schwere Saison werden würde, wäre ihm zum Dienstantritt klar gewesen, erzählt er. Die Mannschaft habe in der Bezirksliga acht Punkte und nur zwei Siege in 30 Spielen geholt. Da wäre nicht zu erwarten gewesen, dass es in der Kreisliga ein Selbstläufer werden würde. „Das massive Verletzungspech, was auch dazu führt, dass drei Leistungsträger auch in der kommenden Saison nicht mehr zur Verfügung stehen werden, tat sein übriges dazu. Es gab eigentlich kaum ein Spiel in dem nicht mindestens fünf Stammspieler fehlten. Auch in der kommenden Saison wird der Kader ziemlich klein bleiben, so dass mit Sicherheit wieder eine schwierige Saison vor uns steht. Andererseits haben wir viele junge Spieler, die ich natürlich versuchen werde einzubauen. Dies war schon immer mein Ziel. In Vorbach ist es ja immer noch so, dass wir im Jugendbereich eigenständig sind und hier tolle Arbeit gemacht wird. Das schaffen nicht mehr viele Vereine. Neuzugänge zu bekommen ist für einen kleinen Verein wie Vorbach, in dem kein Geld gezahlt wird, richtig schwer. Wenn man sieht, was in einigen Vereinen jedes Jahr an Neuzugängen aufschlägt, das ist schon Wahnsinn. Wir leben hier so gut wie ausschließlich von unseren eigenen Jugendspielern“, so Peter Schramm.

Aber nur weil es schwer ist oder weiter schwer bliebe, wollte er nicht flüchten, sagt er und lobt seine tolle Truppe mit großem Zusammenhalt und ihren Fans im Hintergrund. „Das ist auf jeden Fall ein Pfund. Wir hatten sowohl in der Bezirksliga, als auch jetzt in der Kreisliga etwa 250 Zuschauer im Schnitt, ohne dass wir vorn mitspielen. Welcher Verein kann das schon von sich behaupten. Von daher musste ich nicht lange überlegen, meinen Vertrag zu verlängern“, erklärt Schramm abschließend.

Was Peter Schramm nicht erwähnte und was sicherlich auch eine Rolle spielte, das „Schiff FC“ weiter steuern zu wollen, ist die Tatsache, dass er bereits in der Vergangenheit lange als Trainer in Vorbach aktiv war. Ab 2006 zunächst für ein Jahr bei der F-Jugend, ab 2007 dann als Übungsleiter der ersten Mannschaft, sowie von mehreren Jugendteams des FCV. Das hieß, Schramm kannte die Gegebenheiten und handelnden Personen beim FC Vorbach bereits zu Beginn seines erneuten Engagements im Sommer des letzten Jahres aus dem Effeff. Seine ersten Sporen als (Spieler)-Trainer verdiente er sich in den 90er Jahren im oberfränkischen Raum, ehe es ihn über den SV Seybothenreuth (Kreisklasse Bayreuth) zum FC Vorbach verschlug. Dort blieb er acht Jahre. Von 2014 an coachte Schramm den FC Pegnitz, den er 2018 von der A-Klasse in die Kreisklasse führte. Seit 2022 ist der B-Lizenz-Inhaber in Oberfranken für das DFB-Mobil zuständig, hält Schulungen und bildet Nachwuchstrainer aus.

Aufrufe: 023.1.2025, 06:00 Uhr
Jürgen Masching / Werner SchaupertAutor