
Hattersheim. Seit Sonntag ist klar, dass der FC Eddersheim Vizemeister der Hessenliga ist. Noch nie hat der FCE in Hessens höchster Spielklasse so gut abgeschnitten. Wenngleich hinter den Kulissen noch einer möglichen Regionalliga-Lizenz und damit auch einer Zulassung für die Aufstiegsspiele Anfang Juni gearbeitet wird, können sich Trainer und das Team nun mit drei Wochen Vorlauf auf die möglichen Highlight-Spiele gegen die Vizemeister der Oberliga Baden-Württemberg sowie der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar vorbereiten.
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"Es nimmt bei uns viel Druck raus. Wir müssen in den kommenden Spielen nicht all-in gehen und haben Zeit zum Regenerieren", sagt Eddersheims Trainer Carsten Weber. Seit Wochen spielt er nur mit kleiner Rotation - notgedrungen, aufgrund des unfassbaren Verletzungspechs, das sich wie ein roter Faden durch die Rückrunde zieht. Beim 1:3 beim SV Hummetroth gaben Amar Glogic und Tim Baatz aus dem Kader der Zweiten ihre Hessenliga-Debüts.
Für Jonas Kummer, Cem Kara und Jan Hermann, dessen Verletzung sich als Knochenödem am Schienbeinrand herausgestellt hat und Kapitän Jörg Finger, der aus privaten Gründen seit Wochen fehlt, ist die Saison definitiv gelaufen. Angel Arthee und Benedict Klimmek sollen nach ihren Verletzungen behutsam herangeführt werden und sind gegen Türk Gücü Friedberg wohl wieder Kaderoptionen. Yannick Gutmann, der bereits voll im Teamtraining integriert ist, könnte bereits gegen die "kleine Eintracht" am Freitagabend auflaufen, auch bei Patrick Schorr besteht Adduktorenzerrung die Möglichkeit, dass er am Freitag aufläuft.
Das Trainerteam um Carsten Weber muss in den kommenden Wochen den Spagat hinkriegen zwischen Schonung und Belastungssteuerung, gleichzeitig aber die Zügel so anziehen, dass die Spannung vor den Aufstiegsspielen nicht verloren geht. Und es auch nicht so sehr schleifen zu lassen, dass es möglicherweise eine heftige Niederlage setzt, die (zu) sehr aufs Gemüt schlägt. Denn es warten große Spiele.
Zwei Traditionsvereine warten wohl in den Aufstiegsspielen
Vorausgesetzt der Club erhält am 27. Mai die Regionalliga-Lizenz und wird für die Aufstiegsspiele zugelassen, würde der FCE die Dreier-Aufstiegsrunde mit einem Auswärtsspiel beim VfR Mannheim eröffnen. Je nach Ausgang des ersten Spiels würde der FCE dann in Spiel 2 oder Spiel 3 Heimrecht genießen gegen den Vertreter aus Rheinland-Pfalz/Saar. Nach jetzigem Stand dürfte das der Traditionsverein FK Pirmasens werden.
Aus Aberglaube hatte Weber sich bislang nicht mit potenziellen Gegner beschäftigt. Das soll nun durch Videostudium und möglicherweise Vor-Ort-Beobachtungen nachgeholt werden, beim Spiel des VfR Mannheim am Samstag gegen Türkspor Neckarsulm wird Weber unter den Zuschauern im Rhein-Neckar-Stadion weilen. "Es werden tolle Erlebnisse für uns. Wir werden alles investieren, was wir drinhaben, gute Beine und einen guten Plan haben. Wir gehen als krasser Außenseiter in die Spiele", sagt Weber. Das dürfte auch für die Partie gegen die Eintracht gelten - die quasi ein Vorgeschmack auf das werden dürfte, was den FCE in der Aufstiegsrunde erwarten dürfte.