
Die drei Punkte sind das eine. Aber dieser Sieg, 4:0 (0:0), mit dem der FC Basara Mainz Aufstiegskonkurrent Jahn Zeiskam von Verbandsliga-Rang zwei verdrängt, ist auch ein Statement. An sich selbst, an den Gegner. Die feste Überzeugung, nun über die Aufstiegsspiele in die Oberliga zu marschieren, trieft den Mainzer Japanern aus allen Poren. Zu sehen ist das Spiel im Re-Live unserer Übertragung.
Applaus von den vielen Basara-Fans unter den 400 Zuschauern gab es schon zur Pause. Es war ein aufmunternder. Mit drückenden Ballbesitzanteilen und schnellen Rückeroberungen ließen die Platzherren die Pfälzer nie zur Geltung kommen, ohne selbst die ganz dicken Torchancen zu erspielen.

Ein Standard knackte den Gegner. Manato Wakeshima nickte am zweiten Pfosten ein (55.). Abwehr-Nebenmann Niklas Dillitz dribbelte sich zur Vorentscheidung vor. Foul, Elfmeter, Gianni Auletta verwandelte sicher (72.) – und legte mit einem satten Flachschuss aus dem Rückraum im Umschaltangriff nach (83.). Nun stürmte Basara gegen entkräftete und entmutigte Gäste fröhlich nach vorn. Makoto Saeki klaute Keeper Milan Gebhardt den Ball und sorgte für den Endstand (90.+1).
"Sind reif für die Oberliga"
„Gegen Basara kann man mal verlieren“, jubeln die „Diamanten“ im Mannschaftskreis, und auch die, denen sonst kein Wort auf Deutsch zu entlocken ist, singen mit. Exaurce Papela liegt nach der extrawilden Pogo-Einheit platt am Boden, und Felix Pohlenz patscht voller Adrenalin, nachdem alle Zuschauer abgeklatscht wurden, dem eigenen Social-Media-Kollegen das Smartphone aus der Hand. Wenn es um Entschlossenheit und Körpersprache geht, ist das Team am Scheitelpunkt.
„Ich fand uns in beiden Halbzeiten besser“, sagt Dillitz, „in der ersten haben wir noch nicht so konsequent gespielt. Aber wir haben gar nichts zugelassen. Wir wollten es einfach mehr, so wie wir es auch im Vorfeld gesagt hatten. Wir waren die erwachsenere Mannschaft und haben gezeigt, dass wir reif sind für die Oberliga.“ Acht Siege am Stück, sieben davon zu Null – auch diese Serie ist ein kräftiges Statement. „Alle sind selbstbewusst“, betont Dillitz, „wir verstehen uns gut, auch die Bank-Spieler haben Bock.“
Pierre Littbarski schaut zu
Auf sechs weitere Spiele, was die Aufstiegsrunde einschließen würde, schwört Pohlenz in einer kurzen Ansprache die Zuschauer ein. Darunter auch: Der 1990er-Weltmeister Pierre Littbarski, als Spieler und Trainer in den 90er- und 00er-Jahren Japan-Pionier, hatte zur Überraschung der Basara-Funktionäre das Spitzenspiel besucht und quatschte nach unzähligen Selfie-Wünschen fröhlich mit Trainer Shinji Okazaki.
Pohlenz verweist auf die nun beste Defensive der Liga. „Vorne finden wir immer besser in unsere Abläufe und zeigen das, was wir trainieren.“ Ein Wort auf Deutsch streut auch Okazaki ins Interview ein: „Null.“ Die steht fast immer, und das ist dem früheren Goalgetter wichtig. Darauf baut sich die Dominanz auf. Sieg um Sieg wächst das Selbstvertrauen. Die Mentalität, sagt der Chefcoach, war das Entscheidende, keine Angst zu haben, die Herausforderung anzunehmen. Zeiskam, fand Okazaki, wirkte nervöser. Sechs Spiele, rechnet Auletta vor, sind es noch bis zur Oberliga. „Mit diesem Ehrgeiz packen wir das.“
FC Basara: Pohlenz – Seib, Dillitz, Wakeshima – Nakashima (84. Saeki), Papela (78. Kimura), Utsugi (84. Ishida), Sakatsume (84. Osaka) – Auletta, Printemps (59. Oshima), Okamoto.