2024-03-01T12:31:23.136Z

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„Ich möchte mich weiterentwickeln und irgendwann ein Führungsspieler in der ersten Mannschaft werden“: Fabio Pech (am Ball) ist mit seinen 21 Jahren schon ein wichtiger Bestandteil des Geretsrieder Landesliga-Kaders von Trainer Daniel Dittmann (li.). Foto. RUDI STALLEIN
„Ich möchte mich weiterentwickeln und irgendwann ein Führungsspieler in der ersten Mannschaft werden“: Fabio Pech (am Ball) ist mit seinen 21 Jahren schon ein wichtiger Bestandteil des Geretsrieder Landesliga-Kaders von Trainer Daniel Dittmann (li.). Foto. RUDI STALLEIN – Foto: Rudi Stallein

Fabio Pech vom TuS Geretsried: „Irgendwann ein Führungsspieler in der ersten Mannschaft werden.“

„Im Mittelfeld der Liga zu stehen, ist mal ein schönes Gefühl“

INTERVIEW DER WOCHE - Fabio Pech blickt entspannt auf die Hinrunde der Geretsrieder Fußballer zurück

Geretsried – Fröhliche Weihnachten beim TuS Geretsried: Nachdem sie in den vergangenen zwei Spielzeiten jeweils mit der Abstiegsangst im Nacken auf einem Relegationsplatz überwintern mussten, können die Landesliga-Fußballer heuer den Blick von Platz acht aus sogar noch ein wenig nach oben richten. „Das fühlt sich deutlich besser an“, gesteht Fabio Pech (21), der mit seinem Team eine turbulente Hinrunde durchlebte.

Zwar nahm ihnen der Wintereinbruch nun die Gelegenheit, mit einem Sieg in die Pause zu gehen. Den positiven Gesamteindruck kann das jedoch nicht schmälern. Und im Frühjahr soll der Aufwärtstrend fortgesetzt werden, wie der junge Metallbauer im Gespräch mit unserem Reporter Rudi Stallein verriet.

Herr Pech, die Möglichkeit zur Revanche gegen den FC Sportfreunde Schwaig, wo sie im Hinspiel mit 1:4 untergegangen sind, gab es nun leider in diesem Jahr nicht mehr. Sind Sie deshalb enttäuscht oder eher froh, dass es nun in die Winterpause geht?
Wenn der Platz schneefrei gewesen wäre, hätten wir natürlich gerne gespielt – wir waren ja in einer guten Verfassung in den letzten Spielen. Wir wollten noch mal einen schönen Abschluss haben, mit einem Sieg rausgehen aus dem Jahr. Dann wäre das eine Sache gewesen zusammen mit der Weihnachtsfeier am Abend. Daraus ist zwar leider nichts geworden, aber die Feier war auch ohne Spiel schön. Und ich glaube, die meisten von uns sind schon froh gewesen, dass es in die Pause geht. Aber ich hätte auch gerne noch gespielt.
Mit so einem Lauf, wie Sie ihn angesprochen haben, war ja lange Zeit nicht unbedingt zu rechnen …
Ja, der Start war schlecht, die ersten fünf Spiele nur ein Unentschieden. Natürlich kann man jetzt wieder klagen über viele Urlauber. Klar war hier mal einer weg, da mal einer weg. Aber man darf es nicht auf die Urlauber schieben. Es waren ja bei jedem Spiel genügend Leute da. Ich glaube, wir waren am Anfang einfach nicht mit 100 Prozent bei der Sache. Das kann jeder aus der Mannschaft bestätigen, das kann der Trainer bestätigen. Da müssen wir viel mehr machen, das wissen wir selbst.
Zum Saisonstart nicht mit 100 Prozent bei der Sache zu sein – wie geht das, beziehungsweise woran hat’s gelegen?
Puh, schwer zu sagen. Ich glaube, die Frage muss sich jeder selber stellen. Ein Grund ist vielleicht, dass wir durch die vielen Wechsel nie dieselbe Aufstellung hatten; wir haben uns nicht richtig einspielen können. So waren gleich am Anfang viele sehr junge Spieler dabei, denen kann man aber überhaupt keinen Vorwurf machen. Die haben es echt sehr gut gemacht in den ersten Spielen. Deshalb ist es schwer für mich, zu sagen, woran es wirklich gelegen hat.
Vielleicht ist es einfacher zu erklären, was dazu geführt, dass der TuS plötzlich der Schalter derart umgelegt und sogar zehn Spiele am Stück nicht mehr verloren hat?
Das hatte auch mit taktischen Veränderungen zu tun. Wir haben mehr Wert daraufgelegt, besser zu verteidigen, in der Art, dass wir den Gegner erst mal kommen lassen wollten und dann, wenn der Gegner einen Scheißball spielt, einen Fehler macht, dass wir dann alle drauf schieben, den Gegner unter Druck setzen. Oder einfacher gesagt: Hinten besser verteidigen, vorne besser ausspielen, unser Mittelfeld kompakt halten. Das hat alles sehr oft gut funktioniert.
Insgesamt waren die bisherigen 21 Spiele ein ziemliches Wechselbad: Erst eine Niederlage nach der anderen, dann eine tolle Erfolgsserie. Wie geht man als Spieler mit solchen Situationen um?
Ich glaube, wichtig ist, dass man immer bei sich selber bleibt. Dass man fokussiert bleibt, dass man sich jedes Mal vornimmt: Ich mache jetzt mein bestes Spiel, meine besten Trainings. Es ist natürlich leichter, wenn du ein paar Spiele gewinnst und sagen kannst, alles im grünen Bereich, jetzt kann auch mal wieder eins schlecht laufen. Aber du musst immer einen Fokus haben, dass du gewinnen willst. Du musst bei deiner besten Leistung bleiben. Die meisten von uns nehmen das jetzt so wahr.
Soll das heißen, die Mannschaft hat nach dem miserablen Start nie daran gezweifelt, den Negativlauf irgendwann umdrehen zu können?
Wir haben nie daran gedacht, dass wir da unten drinbleiben. Wir wussten, was wir für eine Qualität im Kader haben. Wir wussten auch, wie man das umsetzt. Und der Trainer weiß, wie man das umsetzt mit diesen Spielern. Aber wir haben intern auch klar gesagt: Wir müssen was ändern, so kann’s nicht weitergehen! Die letzten Jahre war es ja immer so, dass wir 15., 16. in der Tabelle waren – so schlimm wollten wir es nicht noch mal haben. Deshalb haben wir gesagt: Jetzt müssen wir uns zusammenreißen. Und es hat geklappt.
Seit Sie bei den Herren spielen, ist es das erste Jahr, dass die Mannschaft nicht auf einem Relegationsplatz überwintert. Was ist das für ein Gefühl?
Es ist mal befreiend, weil man mal sieht, wie es auch anders laufen kann. Und wir gehen jetzt mit weniger Anspannung in die letzten 13 Spiele. Zwölf Punkte Abstand nach unten ist gut, aber auch nicht viel in dieser Liga, in der – wie wir selbst ja erlebt haben – wirklich jeder jeden schlagen kann. Aber es fühlt sich besser an. Wir wissen, dass wir noch sechs Partien gewinnen müssen, um sicher in der Liga zu bleiben. Deshalb ist es mal befreiend, im Mittelfeld zu stehen, es ist auf jeden Fall ein schönes Gefühl.
Nachdem Sie dieses Mal den Schalter schon vor der Winterpause umgelegt haben und im Frühjahr aus dem gesicherten Mittelfeld starten – ändert sich damit auch das Saisonziel?
Ich sage mal: Das Ziel bleibt ganz klar, die Liga zu halten. Natürlich kann man ein bisschen schauen, was nach oben noch geht. Aber ich würde das Ziel Klassenerhalt weiterhin ganz, ganz oben anstellen. Ich würde mich über einen Platz unter den ersten Fünf freuen, weil wir die letzten Jahre immer bis zum vorletzten Spieltag zittern mussten. Aber erst mal sollten wir schauen, was die nächsten Spiele bringen. Platz fünf ist machbar, aber du kannst auch ganz schnell wieder viel verlieren.
Wie sind Sie mit Ihrer eigenen Entwicklung zufrieden? In den letzten Spielen hatten Sie so etwas wie eine Joker-Rolle ...
Damit ist man nie zufrieden, man will ja immer spielen. Ich muss es hinnehmen – ich bin erst 21, wir haben einige ältere Spieler im Kader, die mehr Erfahrung haben. Aber ich will mich natürlich verbessern. Es ist schön, wenn man reinkommt, in der 75. oder 80., und dann noch ein Tor schießt. Das ist letzte Saison ein paar Mal passiert, und diese Saison in Holzkirchen. Aber schön wäre es, wenn das auch von Anfang an mal klappen würde.
Welches ist Ihr persönliches sportliches Ziel?
Ich möchte mich weiterentwickeln und irgendwann ein Führungsspieler in der ersten Mannschaft beim TuS werden.
Wenn Sie auf das zu Ende gehende Jahr zurückblicken: Welches war aus sportlicher Sicht für Sie persönlich das schönste Ereignis?
Das schönste Erlebnis im Jahr 2023 war für mich der kuriose Sieg in Bruckmühl, wo wir nach 1:3-Rückstand noch 4:3 gewonnen und somit auch den Klassenerhalt gesichert haben (Fabio Pech steuerte selbst ein Tor zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich bei, Anm. d. Red.).
Und woran möchten Sie am liebsten nicht mehr erinnert werden?
Der schlimmste Moment, wenn man das so nennen kann, war unser Saisonstart. Das muss ich leider so eingestehen …

Aufrufe: 05.12.2023, 08:33 Uhr
Rudi StalleinAutor