
Der FSV Pfaffenhofen hat sich mit Torwart Sebastian Kolbe von Türkgücü München verstärkt. Für den 28-Jährigen geht das „Profi-Sein“ endgültig zu Ende.
Pfaffenhofen – Nachdem Kapitän und Stammkeeper Maximilian Bleisteiner in Pfaffenhofen aufgehört hatte, blickte man sich nach einem neuen Torwart um. Fündig wurde der FSV bei Türkgücü München. Über einen Spieler kam der Kontakt zu Sebastian Kolbe zustande, der schnell zusagte. Als Stammkeeper aus der Regionalliga in die Landesliga zu wechseln, klingt erstmal wie ein Rückschritt. Doch im Fall von Kolbe war der Schritt wohlüberlegt – auch, wenn der Wechsel das Ende des Profi-Seins bedeutet.
Kolbe, einst im Nachwuchsleistungszentrum des 1. FC Nürnberg und später Profi bei der Spielvereinigung Bayreuth in der 3. Liga, wechselte im Sommer 2023 zu den Münchnern in die Regionalliga. Dort war er von Beginn an Stammtorwart und zeitweise sogar Kapitän. Bereits im Winter reifte aber der Gedanke, sich beruflich auf die nächsten Schritte zu fokussieren.
„Da es im vergangenen halben Jahr sportlich nicht mehr so lief, wie ich mir das vorgestellt habe, wollte ich Fußball nur noch als Hobby zu machen“, so Kolbe. Dies ermöglicht ihm, nach dem Ende seines Studiums Vollzeit zu arbeiten. Aktuell arbeitet Kolbe bei der Audi AG.
„Da hätte der Anruf von 1860 München nichts mehr daran geändert, auch wenn ich mich natürlich sehr geehrt gefühlt hätte.“
Kolbe schloss eine Fortsetzung seiner Karriere als Profi aus.
Vor wenigen Wochen gab es noch Gerüchte um einen Wechsel zum TSV 1860 München. Kolbe zufolge gab es keinen Kontakt. Von den Gerüchten erfuhr der 28-Jährige selbst aus den Medien und hatte zu diesem Zeitpunkt schon beim FSV Pfaffenhofen zugesagt: „Wenn ich etwas zusage, dann halte ich auf mein Wort.“ Zu einem möglichen Wechsel sagt Kolbe außerdem: „Ich hatte den Entschluss, das Profi-Dasein zu lassen, schon davor gefällt. Da hätte der Anruf von 1860 München nichts mehr daran geändert, auch wenn ich mich natürlich sehr geehrt gefühlt hätte.“
Beim FSV Pfaffenhofen freut man sich über den Neuzugang, der wohl über kurz oder lang die Nummer eins sein wird. Doch von vornherein festlegen will sich Trainer Lösch nicht. Bei ihm spielt, wer im Training Gas gibt. „Ich gehe davon aus, dass Kolbe uns mit seinen Qualitäten und seiner Erfahrung weiterbringen wird“, sagt Lösch. Kolbe passe menschlich zudem super ins Team, das habe sich bereits bei den Gesprächen gezeigt. Aufgrund einer Knie-Verletzung musste der FSV aber bislang auf einen Einsatz des Ex-Profis verzichten.
Wann er wieder fit sein wird, ist noch unklar. Sowohl Trainer als auch Kolbe selbst hoffen, dass in wenigen Wochen auf das FSV-Debüt. Bis dahin steht auf jeden Fall weiter der junge Moritz Köhler im Tor, der von seinem neuen Kollegen schon in den höchsten Tönen gelobt wird: „Moritz ist ein supertalentierter Junge.“ Auch für sein neues Team findet Kolbe nur positive Worte: „Ich wurde super aufgenommen. Es macht mega Spaß und ich versuche, meinen Teil mit einzubringen, damit wir am Ende alle erfolgreich sind.“ (Sarah Georgi)