Ex-Löwe Dressel blickt im Interview vor dem Duell seiner Ex-Clubs 1860 und Rostock zurück und spricht über seinen Start beim Grazer AK.
München – Gegangen, um zu reifen: 2022 verließ Urlöwe Dennis Dressel den TSV 1860 und schloss sich Zweitligist Hansa Rostock an. Nach zwei Jahren im Norden ging es für den 26-Jährigen in die österreichische Bundesliga zum Grazer AK. Vor dem Duell seiner Ex-Clubs 1860 und Rostock (Samstag, 14.03 Uhr) nahm sich der Mittelfeldspieler Zeit für ein Gespräch:
Terminprobleme am Samstag: Um 14 Uhr spielen die Ex-Clubs 1860 und Rostock gegeneinander, um 17 Uhr treffen Sie mit Graz auf den Wolfsberger AC. Ist eine Halbzeit 3. Liga am Tablet drin?
Ich hoffe, dass es sich irgendwie ausgeht. Ich muss den Plan checken, wann Mittagspause ist. Vielleicht kann ich eine Halbzeit gucken, die Zusammenfassung werde ich mir hinterher auf alle Fälle in Ruhe anschauen. Ich bin sehr gespannt. Beide Teams würden lieber weiter oben in der Tabelle stehen.
Wie kam der Wechsel nach Graz zustande?
Ich wollte im Sommer einfach ein neues Kapitel aufschlagen und fand die österreichische Liga sehr spannend, besonders den Playoff-Modus, da hat es mit Graz gut gepasst. Es ist eine wunderbare Stadt. München und Österreich sind ziemlich identisch. Sprachlich ist es für mich hier gefühlt leichter als in Rostock (lacht).
„Es gibt auch Kehrseiten: Als Spieler steht man immer im Mittelpunkt, jedes Wochenende wird bewertet und man steht durchgehend unter Beobachtung – das muss man erstmal abkönnen.“
Dennis Dressel über die Zeit als Spieler bei 1860 München.
Der Grazer AK ist derzeit Vorletzter, zuletzt zeigte die Leistungskurve aber nach oben...
Wir sind holprig in die Saison gestartet, auch wenn wir meist auf Augenhöhe waren, das Quäntchen Glück hat gefehlt. Auch ich habe gebraucht, um reinzukommen, bin relativ spät zur Mannschaft gestoßen.
Morris Schröter hat erzählt, dass er sich in der Hansa-Zeit bei Ihnen über 1860 informiert hat...
Es ist kein Geheimnis, dass 1860 ein Traditionsverein mit unglaublichen Fans und München eine super Stadt ist. Aber es gibt auch Kehrseiten: Als Spieler steht man immer im Mittelpunkt, jedes Wochenende wird bewertet und man steht durchgehend unter Beobachtung – das muss man erstmal abkönnen.
„Irgendwann wird es funktionieren, dass die Löwen hochgehen.“
Dennis Dressel
War eine Löwen-Rückkehr Thema im Sommer?
Sechzig ist für mich immer eine Option, weil ich 15 Jahre dort war und mir der Verein am Herzen liegt. Ich bin dort großgeworden und habe eine schöne Zeit verbracht.
Ist 1860 derzeit auch als Drittligist eine reizvolle Aufgabe?
Ich bin von der Dritten in die Zweite Liga gegangen, habe dort jedes Spiel gespielt und mich auch in der Persönlichkeit weiterentwickelt. Da wäre der nächste logische Schritt eben nicht gewesen, wieder in die Dritte Liga zurückzugehen. Deswegen wünsche ich mir, dass die Löwen jetzt dann mal den Aufstieg in die Zweite Liga schaffen. Das ist ja schon lange angepeilt und würde dem Club so unfassbar guttun.
Sie scheiterten 2021 und 2022 zweimal als Vierter ganz knapp...
Das waren so extrem bittere Momente damals. Wir waren zweimal so verdammt knapp dran. Dennoch war es eine unfassbar schöne Zeit. Unglaublich, was Michael Köllner, der mich enorm entwickelt hat und mit dem ich heute noch Kontakt habe, damals auf die Beine gestellt hat. Bitter, aber trotzdem: Irgendwann wird es funktionieren, dass die Löwen hochgehen.