Dass der VfB überhaupt in diese Lage gekommen ist, hängt auch mit Etienne Feese zusammen. Der Offensivspieler spielt die beste Saison seiner bisherigen Seniorenlaufbahn und gehört im Jahr 2026 zu den formstärksten Akteuren der Liga. In 29 Partien kommt Feese auf 17 Tore und vier Vorlagen, allein im Kalenderjahr 2026 sammelte er 16 Scorerpunkte. Er ist damit nicht nur ein statistischer Faktor, sondern auch das Gesicht der Hildener Rückrunde.
Feese selbst sieht die Gründe für den Hildener Höhenflug aber vor allem in der Entwicklung der gesamten Mannschaft. „Optimistisch stimmt mich vor allem der Blick auf die Rückrunde. Nachdem wir mit einigen Schwierigkeiten in die Saison gestartet sind, konnten wir uns bereits in der Hinrunde stabilisieren, auch wenn uns in manchen Spielen noch die nötige Zielstrebigkeit gefehlt hat. In der Rückrunde haben wir uns als Team dann noch einmal weiterentwickelt und vor allem die Spiele gewonnen, die wir in der Hinrunde vielleicht noch hätten liegen lassen. Zwar sind wir aktuell in der Verfolgerrolle, haben uns diese Ausgangslage aber hart erarbeitet. Wir fokussieren uns darauf, die verbleibenden Spiele zu gewinnen. Alles Weitere wird sich dann zeigen“, erzählt Feese im FuPa-Gespräch.
Dass er trotz der aktuellen Tabellenführung von einer Verfolgerrolle spricht, ist nachvollziehbar. Ratingen hat weiterhin ein Spiel weniger absolviert und kann aus eigener Kraft wieder vorbeiziehen. Für Hilden bleibt die Aufgabe deshalb klar: die eigenen Spiele gewinnen, den Druck hochhalten und darauf hoffen, dass der Konkurrent auf der Zielgeraden noch Punkte liegen lässt.
Neue Rolle im Sturmzentrum als Schlüssel
Die persönliche Leistungsexplosion von Feese kommt nicht von ungefähr. Der Offensivspieler, der seit vergangener Saison für Hilden spielt und zuvor am Mittelrhein unter anderem für den SV Breinig und SV Eilendorf kickte, wurde im Verlauf der Saison immer stärker, weil sich seine Rolle im Hildener Spiel verändert hat. Besonders seit Jahresbeginn ist er nicht nur Abschluss-, sondern auch Verbindungsspieler in einer Mannschaft, die offensiv immer besser harmoniert.
„Ich denke, da kommen mehrere Faktoren zusammen. Bereits seit Ende der Hinrunde spiele ich überwiegend im Sturmzentrum. Diese Rolle kommt mir sehr entgegen, sodass ich meine Stärken im Spiel mit dem Ball noch besser einbringen kann. Ein weiterer Faktor ist unsere spielerische Entwicklung. Unser Offensivspiel harmoniert aktuell sehr gut, wir finden immer wieder Lösungen und bringen uns gegenseitig in gute Positionen. Dadurch komme ich häufiger in Abschlusssituationen, die ich dann auch konsequent nutzen kann“, erklärt Feese.
Diese Einschätzung passt zu den Zahlen. Hilden stellt mit 88 Treffern nach 32 Spielen die aktuell beste Offensive der Liga, Feese hat daran erheblichen Anteil. Entscheidend ist dabei nicht nur die reine Torquote, sondern auch die Art, wie er in der Rückrunde Verantwortung übernimmt. In engen Spielen benötigt eine Mannschaft im Titelrennen Spieler, die Chancen nicht nur vorbereiten, sondern auch nutzen. Genau diese Qualität bringt Feese derzeit regelmäßig ein.
Gleichzeitig bleibt der Angreifer bei seinen eigenen Zielen sachlich. Die beste Saison seiner Seniorenkarriere ist für ihn kein Endpunkt, sondern Teil einer Entwicklung, die weitergehen soll. „In erster Linie möchte ich mit der Mannschaft das maximal Mögliche in dieser Saison erreichen und im besten Fall am Ende die Meisterschaft feiern. Gleichzeitig ist es mir wichtig, meine persönliche Entwicklung kontinuierlich voranzutreiben. Ich arbeite daran, mein Spiel sowohl mit als auch gegen den Ball weiter zu verbessern. Ich möchte mich nachhaltig und stetig weiterentwickeln, Verantwortung übernehmen und so der Mannschaft bestmöglich helfen“, sagt Feese.
Damit verbindet er den sportlichen Traum des Vereins mit dem eigenen Anspruch. Hilden will in die Regionalliga, Feese will sich weiter als kompletter Spieler entwickeln. Gerade diese Kombination macht ihn für den VfB in der Schlussphase so wertvoll.
Feese bleibt über den Sommer hinaus
Neben der sportlichen Ausgangslage ist auch Feeses Zukunft geklärt. Angesichts seiner Zahlen und seiner Rolle im Hildener Spiel wäre es naheliegend gewesen, dass andere Vereine auf ihn aufmerksam werden. Doch der Offensivspieler hat sich früh entschieden und bereits im März seinen Vertrag verlängert.
„Ich freue mich, auch in der kommenden Saison für den VfB zu spielen. Ich fühle mich im gesamten Verein sehr wohl und nach guten Gesprächen mit der sportlichen Leitung habe ich mich bewusst bereits im März für eine Vertragsverlängerung entschieden“, verrät Feese.
Für den VfB ist diese Zusage ein wichtiges Signal. Der Verein kämpft nicht nur um den Aufstieg, sondern hält zugleich einen Spieler, der die aktuelle Entwicklung maßgeblich mitprägt. Sollte Hilden den Sprung in die Regionalliga schaffen, wäre Feese einer der Spieler, die diesen Weg entscheidend vorbereitet haben. Sollte Ratingen das Rennen am Ende doch für sich entscheiden, hätte der VfB dennoch frühzeitig Kontinuität geschaffen und einen Schlüsselspieler für die kommende Saison gebunden.
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Hildens starke Rückrunde tatsächlich mit der Meisterschaft belohnt wird. Klar ist schon jetzt: Der VfB hat sich in eine Position gebracht, in der er bis zum Schluss um den größten Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte kämpfen kann. Und Etienne Feese ist dabei längst mehr als nur ein Spieler mit guten Zahlen - er ist einer der zentralen Gründe dafür, dass der Regionalliga-Traum in Hilden lebt.