Schwaig und Altenerding wollen wieder für Überraschung sorgen
Vier Landkreis-Teams beim großen Merkur-CUP-Finale in Unterhaching, das ist eine Premiere. So gut waren die Erdinger Nachwuchsfußballer noch nie. Für die Kids des FC Schwaig geht am Samstag ein Traum in Erfüllung. Und zwar gleich zweimal, haben sich doch sowohl die Jungs als auch die Mädels qualifiziert. Angefeuert werden die beiden Teams wieder von zahlreichen Eltern, Verwandten und Fans, die sich gemeinsam mit den Mannschaften in zwei Reisebussen auf den Weg nach Unterhaching machen.
„Für mich als Trainer ist das eine sensationelle Geschichte. Wir sind unter den besten acht Mannschaften, das wird ein einmaliges Erlebnis.“ beschreibt Stefan Haberl, der Trainer der Schwaiger E-Jungs, seine Gefühlslage und gibt im nächsten Satz auch gleich einen Ausblick auf Samstag: „Mit der Gruppe A haben wir natürlich eine Hammergruppe erwischt, in der wir nichts zu verlieren haben.“
Gleich im ersten Spiel treffen seine Jungs auf den Gastgeber SpVgg Unterhaching. Der Titelverteidiger ist auch dieses Jahr der große Favorit, nur der FC Bayern München und der TSV 1860 München stehen in der ewigen Bestenliste des Merkur CUP noch vor den Hachingern. Im zweiten Match heißt der Gegner SV Heimstetten, ehe es dann zum Aufeinandertreffen mit dem TSV Milbertshofen kommen wird.
Genauso sieht es auch der Coach der Schwaiger E-Mädels Chris Paproth: „Dass wir es bis nach Haching geschafft haben, ist das Größte“. Dass die Schwaiger Mädels es bis ins Finale geschafft haben, gleicht einer Sensation. Nur die kühnsten Optimisten hätten damit gerechnet. Einer davon war Chris Paproth: „Ich habe den Mädels vor dem Bezirksfinale in Herrsching von meinem Traum erzählt, dass wir gemeinsam mit den Jungs nach Haching fahren.“
Ebenso wie die Jungs treffen auch die Schwaiger Mädchen auf den großen Favoriten des Turniers, den FFC Wacker München. Die weiteren Gegner neben dem Rekordsieger heißen ESV München und TSV Turnerbund München. Coach Paproth weiß, dass sein Team der große Außenseiter sein wird. Aber das schreckt ihn keineswegs ab, denn sein Motto lautet: „Wir spielen, um Spaß zu haben. Wenn wir verlieren, gehen wir mit einem Lächeln.“
Beide Teams sind bereits vor dem Anpfiff Gewinner oder wie es Schwaigs 1. Vorsitzender, Robert Jell, ausdrückt: „Wir sind zum ersten Mal in der Geschichte des Merkur CUP in einem Finale in Unterhaching vertreten. Und dann gleich mit zwei Mannschaften. Das ist ein ganz großer Tag für den Jugendfußball beim FC Schwaig. Ein großes Kompliment an die Kids und an die Trainerteams“
Die Nervosität bei den Nachwuchskickern der SpVgg Altenerding, „aber auch bei deren Eltern“, wie Trainer Rene Feuker vermutet, hat in den letzten Tagen spürbar zugenommen. Auch die SpVgg ist mit zwei Mannschaften in Unterhaching dabei. Für die Aktiven, aber auch für die Trainer und Betreuer ist die Teilnahme an diesem Finalturnier wohl das größte Highlight in ihrer bisherigen Karriere. Schon die Anreise wird dem nicht alltäglichen Anlass gerecht, denn die erfolgreichen Mädels und Buben werden mit dem Bus die Fahrt in den UhlSportpark antreten.
Der zweite Abteilungsleiter Matthias Dasch hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, sodass für den gesamten Tross ein Platz im gebuchten Bus zur Verfügung stehen wird. Einmal mehr zeigt die SpVgg bei diesem Turnier die Verbundenheit innerhalb der Abteilung, denn beide Teams dürfen sich auch auf lautstarke Unterstützung aus dem Herrenbereich freuen.
„Wir haben im letzten Jahr nicht nur im entscheidenden Spiel gegen Walpertskirchen von der Jugend einen unglaublichen Support erhalten, und nun haben wir die Möglichkeit, mit unserer Unterstützung etwas zurückzugeben“, nimmt Trainer Pedro Locke die Herrenspieler in die Pflicht, mit nach Unterhaching zu fahren. Auch wenn Trainer Florian Aldinger bereits im Jahr 2017 mit Jungs beim Finalturnier in Schongau dabei war, und somit schon eine gewisse Erfahrung mitbringt, richten sich seine Blicke doch etwas angespannt auf das Mädchen-Finale.
„Wenn man bedenkt, dass wir in Altenerding den Mädchenfußball erst vor drei Jahren ins Leben gerufen haben, dann ist die Qualifikation für das große Finale schon als kleine Sensation zu sehen. Natürlich fahren wir jetzt voller Zuversicht nach Unterhaching und wollen uns als Underdog ordentlich präsentieren und vielleicht gelingt uns ja mit der Halbfinalteilnahme eine dicke Überraschung“, erklärt der Coach. Er hofft, dass man sich gegen den FC Ottobrunn, FC Hertha München und SV RW Überacker behaupten und einen der ersten beiden Plätze belegen kann. „Wir kennen ja die Gegner aus der Punktspielrunde, und ich sehe uns nicht als chancenlos, wobei viel von der Nervosität in unserem Team abhängig sein wird“.
Schon beim Bezirksfinale in Herrsching erwies sich der Start als sehr schwierig und erst ein Doppelpack von Lisa Weigel im Auftaktmatch gegen den TSV Grasbrunn sorgte für einen 2:1-Erfolg der SpVgg, der letztlich entscheidend für den Finaleinzug war. Im Halbfinale war für die Veilchen Endstation, aber im kleinen Finale gab es im Derby gegen den FC Schwaig einen 2:0-Erfolg, sodass man als Dritter beim Bezirksfinale das Ticket nach Unterhaching lösen konnte.
Auch die männlichen Kicker der SpVgg schienen beim Bezirksfinale schon früh von der „Road To Haching“ abgekommen zu sein, denn nach der Auftaktniederlage gegen den TSV Murnau, war selbst bei Trainer Rene Feuker schon der Glaube von einer Halbfinalteilnahme seiner Jungs verloren gegangen. „Aber mein Team hat sich dann enorm gesteigert und haben meine Skepsis dann doch noch widerlegen können“, blickt Feuker, dessen Team in der vergangenen Runde dann mit dem 5:0-Finalsieg gegen den SV Heimstetten noch ein dickes Ausrufezeichen setzte, stolz zurück. Dieser Finaltriumph hat die Erwartungen und Hoffnungen bei der SpVgg nochmals deutlich ansteigen lassen, wenngleich der Respekt vor den Vorrundengegnern FC Wacker München, SC Fürstenfeldbruck und ASV Dachau groß ist.
„Natürlich ist die Konkurrenz enorm, aber in einem solchen Finale gibt es ausschließlich bärenstarke Gegner, aber ich habe die Messlatte bewusst hoch angelegt und als Ziel das Halbfinale ausgegeben, denn unsere Spieler sind sehr ehrgeizig, und messen sich gerne mit den Besten“, äußert sich Feuker zuversichtlich.
Sollte dieser Sprung tatsächlich gelingen, dann könnte es in der Vorschlussrunde zum Vergleich gegen den Favoriten SpVgg Unterhaching, TSV Milbertshofen, SV Heimstetten oder doch gegen den FC Schwaig kommen. Das Derby würde dem erfolgreichen Abschneiden der Erdinger Vereine in dieser Saison die Krone aufsetzen.