
"Ich glaube, der Verlierer wird sich sehr, sehr schwer tun, die Klasse zu halten", sagte Marcel Cornelissen, Trainer der DJK Adler Union Frintrop, schon vor dem Spiel. 90 Minuten und eine biedere Leistung gegen die Holzheimer SG später, schaut der Aufsteiger in die Röhre. Besonders mit der Art und Weise der Pleite gegen den Tabellenkonkurrenten war Cornelissen nicht einverstanden. Für die entscheidenden Wochen hat es das Restprogramm nicht gerade gut mit seinem Team gemeint.
Im ersten Durchgang waren zunächst die üblichen Merkmale eines Abstiegskampfs zu erkennen. Beiden Teams war die Intensität und der Einsatz nicht abzusprechen, klare Torraumszenen ergaben sich daraus aber zu selten. Frintrop hatte dabei leichte Feldvorteile, die beste Chance ergab sich wohl kurz vor Pausenpfiff. Joel Zwikirsch zielte jedoch knapp übers Tor (40.).
Der Weg zum Heimsieg wurden im zweiten Durchgang durch eine zusätzliche Hürde erschwert, nachdem Linus Wissing mit einem robusten Einsteigen gegen Oscar James Callan per Ampelkarte des Feldes verwiesen wurde (63.). In der Folge war Frintrop zwar nicht chancenlos, musste sich aber auch zunehmend um die eigene Defensive kümmern. Zunächst parierte Nils Reiners noch einen Distanzschuss (82.), wenig später war der Schlussmann machtlos. Paul Wolf tankte sich gegen die Frintroper Verteidigung durch und vollendete schnörkellos zum späten Führungstreffer (85.).

"Würde man eine Abstiegssuppe kochen, würden wir gerade alle Zutaten dafür liefern: Die vergebenen Chancen, diese fehlenden letzten fünf Prozent, außerordentliches Verletzungspech, dazu dann die Gelb-Rote Karte, die man nicht zwingend geben muss. Das Gegentor war einfach zu billig, das darf uns so nicht passieren", ärgerte sich Cornelissen nach Spielende gegenüber der WAZ.
Für die kommenden Wochen strotz der Übungsleiter nicht gerade vor Optimismus. "Rechnerisch ist für uns zwar noch alles drin, aber gefühlt war das der Abstieg." Mit dem SC St. Tönis (3. Mai), VfB Hilden (15. Mai) und Ratingen 04/19 (29. Mai) erwarten die Frintroper drei der vier bestplatzierten Teams in der entscheidenden Phase. "Das Restprogramm hat es absolut in sich, das weiß jeder von uns. Es bräuchte schon zwei, wenn nicht gar drei Überraschungen, um den Klassenerhalt noch zu schaffen. Ich denke nicht, dass das realistisch ist. Vor zwei Jahren sind wir chancenlos runtergegangen, dieses Mal fällt es umso schmerzlicher aus."
Auch wenn derzeit nur ein Zähler aufs rettende Ufer fehlt, ist die Stimmung beim Aufsteiger verständlicherweise im Keller. Um noch eine Resthoffnung auf den Klassenerhalt am Leben zu halten, muss sich Cornelissen mit seinem Team schnellstmöglich aufbäumen.