
Der 3:0-Sieg von Rot-Weiss Essen II im ersten Relegationsspiel zur Landesliga hat auch bei den Sportfreunden Broekhuysen Eindruck hinterlassen. RWE, von seinen beiden Mitstreitern schon eingangs als Aufstiegsfavorit betitelt, geht nun mit vielversprechender Ausgangsposition in das erhofft Endspiel um die Landesliga.
"Es war schon sehr dominant von RWE. Ein Stück weit beeindruckend, wie souverän die das Spiel gewonnen haben“, sagte Clarke, der sich seine beiden kommenden Gegner aus nächster Nähe anschauen konnte. Der Auswärtssieg der Profi-Zweitvertretung kam schlussendlich aber nicht unbedingt überraschend. "Dass Essen da eine Qualität hat, gerade mit der Achse, die sie da haben, war uns vorher bewusst. Aber in so einem Spiel muss man die Leistung auch erst einmal auf den Punkt abrufen.“
Nun wechselt der Vizemeister der Bezirksliga-Gruppe 4 von der Beobachterrolle in die des Protagonisten. Zunächst geht es gegen die besiegten Reusrather, die auch eher nur noch theoretische Chancen auf den Landesliga-Aufstieg besitzen. So gab Reusrath-Trainer Marco Schobhofen schon vor der Partie gegen Broekhuysen jegliche Hoffnungen dahingehend auf.
Die Sportfreunde haben allerdings noch alles in der Hand. Cheftrainer Sebastian Clarke ist sich der Ausgangslage durchaus bewusst, sieht in dem angeschlagenen Gegner allerdings keinesfalls nur Kanonenfutter. "Bei aller Liebe würde man nie in so ein Spiel gehen und sagen: 'Jetzt kommt Reusrath, da gewinnen wir mal locker 4:0.' Das wird ein hartes Stück Arbeit."
Bein einem Sieg mit vier Toren Unterschied würde nämlich gegen RWE sogar eine Punkteteilung für den Aufstieg rechnen. Für Clarke ist das zu weit gedacht, das Minimalziel ist dafür klar: "Wir wollen natürlich gewinnen, einfach um mit einem guten Gefühl aus diesem Spiel rauszugehen. Aber selbst wenn es nachher in der 80. Minute unentschieden steht, können wir auch mit einem Remis leben.“ Entscheidend sei, sich die Chance auf einen klassischen Showdown gegen Essen zu erhalten. "Unser Ziel ist ganz klar, dass wir am letzten Spiel in Essen am Mittwoch ein Endspiel für uns haben.“
Vom den Reusrathern erwartet Clarke trotz der schwierigen Ausgangslage eine entschlossene Vorstellung. "Ich glaube nicht, dass eine Mannschaft in eine Relegation kommt, das erste Spiel verliert und dann irgendetwas herschenkt. Auf gar keinen Fall.“
Vielmehr rechne er mit einem Gegner, der alles investieren werde. "Die werden da noch einmal Vollgas geben, davon bin ich überzeugt.“ Reusrath habe ihn als "charakterstarke Mannschaft“ mit "einer sehr guten Dynamik und einem sehr guten Spirit“ überzeugt.
Auch die Eindrücke aus dem ersten Relegationsspiel haben Clarke gezeigt, worauf es am Sonntag ankommen wird. "Beide Mannschaften waren sehr physisch und gingen ordentlich zur Sache in jedem Zweikampf.“ Für ihn handelte es sich um eine intensive Partie mit vielen langen Bällen und nur wenigen Ruhephasen. "Ich glaube, das ist normal für solche Spiele, wo so viel auf dem Spiel steht. Da stehen Einstellung, Energie, Lautstärke und Zweikampfverhalten im Vordergrund.“
Für Broekhuysen wäre der Sprung in die Landesliga ein besonderer Erfolg. Nach einem großen personellen Umbruch in den vergangenen Jahren setzt der Verein zuletzt verstärkt auf junge Spieler. "Für die Jungs kann so ein Aufstieg etwas absolut Besonderes sein“, sagte Clarke, der die Broekhuysener schon seit der Saison 2016/17, damals auch noch in Doppelfunktion als Spielertrainer. "Für den Verein und für den Moment würde ich mich freuen. Natürlich würde mir das auch einiges bedeuten, weil solche Relegationsspiele prägen und in Erinnerung bleiben können.“
Personell muss Clarke weiterhin auf die Langzeitverletzten Jan Teegelbeckers und Lars Peters verzichten. Zudem fehlen Sven van Bühren und Norman Schmitz urlaubsbedingt.