
Sportlich hatte es eines der spannendsten Duelle des Wochenendes versprochen. In der Harzoberliga sollten sich am Sonnabend der Tabellenführer SV Germania Gernrode und der zweitplatzierte SV 1890 Westerhausen II im Gipfeltreffen gegenüberstehen. Doch zu dieser richtungsweisenden Begegnung im Meisterschaftskampf kam es am Ende nicht.
Die Gäste aus Westerhausen sagten am Freitag ab. Durch den Nichtantritt werden die drei Punkte - nach dem Abschluss des obligatorischen Sportgerichtsverfahrens - kampflos nach Gernrode gehen. Der Titelkampf in der Harzoberliga dürfte damit auf eine höchst ungewöhnlicher Art und Weise vorentschieden worden sein.
"Ich kann mir vorstellen, dass das erst einmal eigenartig aussieht, wenn das Spitzenspiel durch die Absage einer Mannschaft nicht stattfinden kann", erklärt Yves Katte, der Trainer der Wolfsberg-Reserve. "Aber natürlich gibt es Gründe dafür." So hätte sich für diesen wichtigen Spieltag bereits seit längerer Zeit eine arg dünne Personaldecke abgezeichnet.
"Aufgrund von längeren Verletzungen, Urlaub, Arbeit und Umzug lichteten sich die Reihen unserer Spieler", berichtet Katte. Daher hätten die Westerhäuser bereits im Vorfeld um eine Verlegung der Partie gebeten. "Leider kam es nicht dazu", so Katte.
Stattdessen aber habe es noch weitere Ausfälle gegeben. "Da sich im letzten Ligaspiel auch noch zwei Spieler verletzt haben und auch die erste Mannschaft am Wochenende in Haldensleben unterstützt werden musste, hatten wir dann tatsächlich keine andere Möglichkeit mehr, als das Derby und Spitzenspiel gegen den Tabellenführer abzusagen", führt Katte aus.
"Es hat schon seinen Grund, warum wir im vergangenen Sommer freiwillig in die Harzoberliga gegangen sind", ergänzt Westerhausens Teammanager Sascha Malkowski angesichts der immer mal wieder dünneren Personaldecke bei der Wolfsberg-Reserve.
Die Frage nach dem Meister und Landesklasse-Aufsteiger in der Harzoberliga dürfte damit geklärt sein. Mit der Spielwertung baut der SV Germania Gernrode seinen Vorsprung auf acht Punkte aus. Noch dazu hat der Tabellenführer eine Partie in der Hinterhand.