2026-06-03T09:07:03.210Z

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Ein Abschied ohne Wehmut für Tim Schneider

Tim Schneider verlässt den VfB Hilden als Aufstiegstrainer. Wie er auf seine Zeit an der Hoffeldstraße zurückblickt und was die Zukunft bringt.

von Marcel Eichholz · Gestern, 23:00 Uhr · 0 Leser
Tim Schneider freut sich über die Meisterschaft mit dem VfB Hilden.
Tim Schneider freut sich über die Meisterschaft mit dem VfB Hilden. – Foto: Marcel Eichholz

Tim Schneider hat es geschafft. Mit dem Aufstieg in die Regionalliga West verabschiedet sich der Erfolgstrainer vom VfB Hilden. Am Sonntag gewann er mit seiner Mannschaft die Meisterschaft in der Oberliga Niederrhein. Nach fast sechs Jahren als verantwortlicher Übungsleiter gab es zum Ende den größten sportlichen Erfolg.

So richtig fassen konnte Schneider das soeben Erreichte kurz nach Abpfiff noch nicht. Durch das 1:1-Unentschieden gegen den SC St. Tönis und die gleichzeitige 0:2-Niederlage von Verfolger Ratingen 04/19 in Monheim war dem VfB die Meisterschaft in der Oberliga und der damit verbundene Aufstieg in die Regionalliga nicht mehr zu nehmen. Zwar waren nach Abpfiff auf der Jahn-Sportanlange noch ein paar bange Minuten zu überbrücken, die die Mannschaft geschlossen im Kreis und mit einer Live-Schalte nach Monheim verbrachte, doch die Wahrscheinlichkeit, den Aufstieg noch aus der Hand zu geben war da schon verschwindend gering. Umso erlösender war der Jubel, als in Monheim der Schlusspfiff ertönte.

>>> So feiert der VfB Hilden den Aufstieg

"Ich muss erstmal begreifen, was die Mannschaft heute, aber auch über die gesamte Saison geleistet hat. Ich glaube, die Punktzahl, die wir in der Rückrunde geholt haben, hat schon ein Alleinstellungsmerkmal", sagte der freudetrunkene Trainer. Mit 43 Zählern nach der Winterpause hat Hilden in der Tat eine starke Aufholjagd gestartet und sich am Ende auch verdient zum Oberliga-Meister gekürt. Ratingen holte in diesem Zeitraum nur 32 Zähler und musste so die Tabellenführung auf der Zielgeraden wieder hergeben. "Ich bin mega stolz auf die Truppe. Was sie geleistet hat, ist kaum in Worte zu fassen", betonte er.

Mehr als ein gewöhnlicher Verein

Zum Abschied wird noch kräftig gefeiert.
Zum Abschied wird noch kräftig gefeiert. – Foto: Marcel Eichholz

Dank gab es auch für die vielen Unterstützer. "Die Ehrenamtler, die am Spieltag alles möglich machen, das ganze Team an sich, die Betreuer und viele weitere haben ihren Teil zum Erfolg beigetragen", führte Schneider weiter aus und verwies auch auf die Spieler, die nur sehr wenige Einsatzzeiten bekommen hatten, sich aber ohne zu murren in den Dienst der Mannschaft gestellt haben. "Jetzt genießen wir einfach nur, fahren zusammen zur Hoffeldstraße und reißen das Vereinsheim im positiven Sinn ab", formulierte der 44-Jährige einen klaren Feier-Auftrag.

Für Schneider dürfte es vorerst die letzte große Feier im Hildener Vereinsheim gewesen sein. In der kommenden Saison setzt der Verein auf einen neuen Trainer. Der hat selbst 17 Jahre von der F-Jugend bis zur ersten Mannschaft für Hilden gespielt, Auf-und Absteige verpasst und gefeiert und viele Freunde gefunden. Als er 2017 als Co-Trainer der zweiten Mannschaft nach zehn Jahren zum VfB zurückkehrte, war es "als ob ich nie weggewesen wäre". Was sich daraus entwickelt hat, ist bekannt. Immer weiter hat er sich hochgearbeitet, ehe am Sonntag mit dem Aufstieg in die Regionalliga der bisherige Höhepunkt seiner Trainerlaufbahn anstand.

Ein Abschied ohne Wehmut

Dass nun für ihn Schluss in Hilden ist, erfüllt Schneider nicht mit Wehmut. Stattdessen überwiegen die Freude um den Aufstieg zum Ende und die zahlreichen guten Erinnerungen. "Ich freue mich einfach riesig für die Jungs und für alle drumherum. Ich denke an unsere Fans, die teilweise bei wirklich jedem Spiel dabei waren, teilweise auch bei jedem Training. Das ist einfach eine tolle Geschichte und dann weiß man, dass man richtig viel, auch als Mannschaft, richtig viel richtig gemacht hat", betonte er.

"Ich habe sehr viel Wertschätzung bekommen durch ehemalige Spieler, durch Jungs, mit denen ich in der ersten Mannschaft beim VfB gespielt habe, die ich seit 20 Jahren nicht gehört habe. Die haben sich irgendwie die Nummer besorgt, haben sich gemeldet, Glück gewünscht. Das ist einfach toll. Da kriege ich Gänsehaut, wenn ich darüber erzähle. Das macht was mit einem. Das ist klasse", sagte Schneider zum Abschied. Wie es für ihn persönlich weitergeht, ließ er bewusst offen. Er habe "mehrere Optionen" und es könne sein, dass sich in dieser Woche schon etwas entscheidet.

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