Würden nicht Nachbarduelle oftmals eine ganz eigene Dynamik entwickeln, dann würde man wohl vor der Auseinandersetzung des SC Kirchenthumbach (13./9) mit dem FC Tremmersdorf (1./31) keine Diskussion aufkommen lassen, wer als Sieger vom Platz geht. So hofft man beim verzweifelt um den Klassenerhalt kämpfenden Gastgeber, dass diese Besonderheiten Pate stehen beim Versuch, den hochfavorisierten Gästen Zählbares abzuknöpfen. Dass der allerdings die nur wenigen Kilometer anreist, um Saisonsieg Nummer 10 einzufahren, versteht sich von selbst.
Auch in Eschenbach herrscht am Wochenende Derbystimmung. Die Ausgangslage für Gastgeber SCE (11./13) ist vor dem Match mit dem SV 08 Auerbach (4./23) ähnlich, wie die für "Dumba". Von der Tabellensituation her, gehen die Gäste klar favorisiert ins Match, die Eigenheiten von Nachbarduellen eröffnen der abstiegsgefährdeten Heimelf aber dennoch Chancen, wichtiges Punktegut einzufahren.
Schauen wir auf die beiden schärfsten Verfolger der Engelmann-Truppe: Die stehen am Wochenende vor heiklen Auswärtsaufgaben. Sowohl der TSV Erbendorf (2./29 - in Vorbach), als auch die SpVgg Schirmitz (3./28 - in Rothenstadt) haben dicke Bretter zu bohren. Wollen sie den Rückstand auf den Ligaprimus womöglich nicht noch grösser werden lassen, darf allerdings alles andere, als ein Dreier für die beiden ambitionierten Teams nicht zählen.
Nachholspiel des 12. Spieltags am Freitagabend:
Seit vier Spieltagen hat der TSV nicht mehr gewinnen können, aus den Partien gegen drei Spitzenteams und zuletzt dem TSV Eslarn hat man nur einen Punkt abschöpfen können. Um nun einer weiteren Talfahrt Einhalt zu gebieten, sollten die Männer des Trainerduos Bächer/Wildenauer gegen den Bezirksligaabsteiger den vollen Ertrag anstreben. Vier Dreier und ein Unentschieden lautet dagegen die Bilanz der Gäste zuletzt, dementsprechend breit wird die Brust sein, auch beim Rangsechsten den Punktebeutel zu füllen.
"Wir wollen nun versuchen, gut in die zweiten Halfte der Saison zu starten. Auerbach ist für uns der 14. Spieltag und somit die erste Gelegenheit dafür. Auf dem herbstlichen Geläuf kommt aktuell wenig Spielfluss zustande, deshalb sollte man nicht in Schönheit sterben. Wir treffen auf eine robuste Mannschaft, die kürzlich gezeigt hat, dass sie eben sehr effektiv sein kann. Ich denke beide Teams müssen aufgrund des Doppelspieltags personell ein bisschen jonglieren", sagt Martin Bächer, Spielertrainer des Gastgebers.
"Wir wollen zum Doppelspieltag am Wochenende natürlich weiter Punkte sammeln. In Reuth beziehungsweise Krummenaab wird uns bei Flutlicht und B-Platz ein Kampfspiel erwarten, darauf müssen und werden wir uns einstellen. Die fußballerische Note wird hier sicherlich eher zweitrangig sein und somit ist auch das Spiel komplett offen", sagt Manuel Trenz, aktuell Coach des SVA.
Vorschau auf die Partien der Runde 15:
Im zweiten Heimspiel des Wochenends duelliert sich der TSV mit einem Gegner, der sich im Aufschwung befindet. Zwei Dreier in Folge haben ihm wieder Leben eingehaucht, der Kontakt zum rettenden Ufer ist schon erreicht. Dementsprechend stellt man sich bei der Heimelf auf einen hochmotivierten Gegner ein, gegen den schon das komplette Potenzial abgerufen werden muss, um die Oberhand zu behalten. Für Gästestürmer Michael Bachmeier ist es sicherlich ein spezielles Spiel, kehrt er doch zurück an seine frühere Wirkungsstätte als Spieler und Spielertrainer.
"Am Sonntag gastiert die DJK Irchenrieth bei uns, die durch den vollzogenen Trainerwechsel in die Erfolgsspur zurückgekehrt ist. Wir müssen hochkonzentriert und leidenschaftlich am Platz agieren. Die Aufgabe ist nicht einfach, da der Doppelspieltag uns alles abverlangen wird. Trotzdem bin ich zuversichtlich, dass die Punkte in Reuth bleiben", sagt TSV-Spielertrainer Tom Wildenauer.
"Auf uns wartet keine leichte Aufgabe, aber wir fahren natürlich mit dem in den letzten beiden Spielen erarbeiteten Selbstvertrauen nach Reuth. Den Schwung müssen wir so mitnehmen. Die Mannschaft ist aktuell gut drauf und nimmt den Kampf an. Das wird auch am Sonntag wieder das Wichtigste sein", gibt sich der Spartenleiter der Gäste Andi Stolorz vorsichtig optimistisch.
Vor der Partie gegen die Grenzlandelf steht der SVK am Scheideweg. Die Nähe zur Abstiegszone erhöht natürlich den Druck, nach fünf sieglosen Partien endlich einmal wieder den vollen Ertrag einzufahren. Die Gäste haben nach einer ähnlichen Negativserie gegen Reuth zuletzt den Bock umgestossen und wichtige Punkte ergattert. Während für die Drechsler-Crew nur ein Sieg zählen darf, wäre die Truppe von der Landesgrenze sicherlich mit einem Punktgewinn zufrieden.
"Ein Heimsieg ist in unserer aktuellen Situation absolute Pflicht. Zudem gilt es, für die absolut unverdiente Hinspielniederlage Revanche zu nehmen. Es sind gerade mal drei Punkte noch bis zum Rele-Platz, deshalb wollen, ja müssen wir vor der Winterpause noch kräftig punkten, um die dann beruhigt zu geniessen. Positiv stimmt, dass Trainingbeteiligung- und leistung richtig gut waren in dieser Woche, es ist wohl so, dass die Spieler merken, wie gefährlich die aktuelle Lage ist. Ein Zeichen auch, dass alle gewillt sind, den stotternden Schiffsmotor wieder auf Vordermann zu bringen", so SVK-Coach Oliver Drechsler.
"Endlich konnten wir uns mit einem Sieg belohnen. Sonntag haben wir nun eine weite Auswärtsfahrt vor uns. Wir kennen die individuelle Klasse vom Kulmain. Es heißt wieder für jeden von uns, an seine Grenzen zu gehen, um nicht mit leeren Händen die 70 Kilometer heimfahren zu müssen", sagt Gästetrainer Daniel Bäumler
Durch drei Einbußen in Folge gegen Aufstiegsanwärter wurde der FC bis ins Niemandsland der Tabelle durchgereicht. Dass sich zuletzt einige Stammkräfte schwer verletzten und sicherlich in diesem Jahr nicht mehr dem Runden nachjagen, trübt die Stimmung bei der Schramm-Truppe zusätzlich. Doch Vorbach wäre nicht Vorbach, wenn man nicht gemeinsam versucht, das Beste aus der Situation zu machen, anstatt den Kopf in den Sand zu stecken. Auch wenn sich mit dem ambitionierten Gast aus Erbendorf das vierte Spitzenteam nacheinander vor dem FC aufbaut, wird man alles nur Machbare auspacken, um nicht leer auszugehen. Auch die Gäste reisen mit Personalsorgen an, doch ist deren Kader so groß, dass man dies auffangen und nach Vorbach reisen kann, um dort als Sieger den Platz zu verlassen.
"Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge gegen Favoriten auf den Aufstieg, kommt mit Erbendorf wahrscheinlich der - vom Papier beziehungsweise vom Kader her - größte Aufstiegsfavorit. Die Offensive ist mit das Beste, was die Liga zu bieten hat. Aufgrund der letzten Spiele und der Probleme, die wir haben - inzwischen sechs Langzeitausfälle - sind wir klarer Außenseiter. Klar ist natürlich auch, dass wir grundsätzlich jedes Spiel gewinnen wollen, gerade zu Hause und egal, wer am Platz steht. Auch gegen Erbendorf. Zumindest einen Punkt peilen wir mindestens an. Aufgrund des Kaders wird Erbendorf bis zum Ende um den Aufstieg spielen wollen, so dass der Druck, bei uns zu punkten, sicher nicht klein ist. Wir haben den Anschluss nach oben verloren, müssen aber natürlich schauen, bis zur Winterpause noch einige Punkte zu holen, um nicht in den Abstiegskampf zu geraten", so FCV-Trainer Peter Schramm.
"Das nächste schwere Auswärtsspiel steht an. In Vorbach war es für uns schon immer sehr schwer und so wird es auch am Sonntag sein. Bei uns schmerzen die Ausfälle Müller, Hartmannsgruber und Blohmann, weil sie allesamt Defensivspieler sind. Für uns gilt, an die Leistung beim zuletzt hochverdienten Sieg anzuknüpfen, um in Vorbach bestehen zu können", sagt der Coach der Steinwaldelf, Roland Lang.
Im Heimspiel gegen den Bezirksligaabsteiger steht die Heimelf in der "Rogers Arena" und erhöhtem Druck, Zählbares zu behalten, hat die DJK Irchenrieth doch mittlerweile nach Punkten mit der Scheidler-Elf aufschliessen können. So droht bei einer Einbuße der Absturz in die Abstiegszone und da will beim Aufsteiger sicherlich keiner hin. Wie es gegen Auerbach gehen muss, bewies der SCE im Hinspiel, als man dem Favoriten ein 2:2 abtrotzte. Beim zweiten Einsatz am Wochenende möchte der SVA auch in Eschenbach zeigen, dass er aktuell über eine Menge Selbstbewußtsein verfügt. Ohne Zweifel geht man ins Derby, um das Punktekonto mit einem Dreier weiter zu bereichern.
"Mit Auerbach erwartet uns eine spielerisch sehr starke und robuste Mannschaft. Auch bei Standardsituationen sind sie extrem gefährlich. Für unsere Mannschaft wird wichtig sein, dass wir in erster Linie besser verteidigen, als zuletzt und die individuellen Fehler abstellen. Wenn wir es schaffen, die Vorgaben umzusetzen, ist für uns auf alle Fälle was möglich, denn wir wollen auf keinen Fall als Verlierer vom Platz gehen. Unser klares Ziel ist es, den Bock jetzt endlich umzustoßen und wieder zu alter Stärke zurückzufinden", sagt SCE-Spielertrainer Benny Scheidler.
"Das Spiel in Eschenbach dürfen wir trotz der letzten Negativergebnisse des SCE nicht unterschätzen. Auch wenn sie personell geschwächt sind, wird im Heimspiel zum Derby sicherlich nochmal alles in die Waagschale geworfen werden. Wir wissen, dass wir uns den aktuellen Lauf und auch das nötige Spielglück erarbeitet haben, daher werden wir nicht nachlassen und versuchen, wieder ordentlich zu punkten", so Manu Trenz vom Gast.
Auch wenn derartige Duelle oftmals überraschende Verläufe nehmen können, hat dieses Nachbarduell doch den Charakter einer Auseinandersetzung, in der der "David" sich dem "Goliath" gegenüberstellt. Ein jeder wird dabei alles, was er zu bieten hat, auspacken, um den maximalen Erfolg zu erreichen. Dass alles andere, als ein Gästesieg schon eine dicke Überraschung sein würde, versteht sich von selbst.
"Ähnlich wie am letzten Wochenende gehen wir wieder als klarer Aussenseiter ins Spiel. Auf uns wartet der souveräne Tabellenführer, der auch verdient ganz oben steht und der am Sonntag hier natürlich mit extrem breiter Brust antreten wird. Das heisst, wir stehen vor einer Herkulesaufgabe, allerdings ist Aufgabe weiterhin kein Thema, deshalb werden wir alles raushauen und versuchen, zu punkten, auch wenn dies gegen den Ligaprimus sehr schwer sein wird. Klar ist, wir geben unser Bestes", so der Sportliche Leiter des SCK, Marcel Lohner.
"Nach dem Sieg im Derby gegen Eschenbach steht nun das nächste Duell gegen den Nachbarverein aus Kirchenthumbach an. Der SCK steht mit dem Rücken zur Wand, aber auch wir haben nichts zu verschenken, so dass ich ein kampfbetontes Spiel erwarte. Ich gehe davon aus, dass die Zuschauerkulisse entsprechend sein wird. Für solche Partien spielt man Fußball und wir freuen uns auf das Duell gegen unsere Freunde aus Dumba", so der Coach des Spitzenreiters, Björn Engelmann.
Bis auf Platz 5 vorgerückt ist er, der selbstbewußte Aufsteiger aus Rothenstadt. Dass die Brust deshalb breit und die Stimmung bestens ist, will man die favorisierten Gäste spüren lassen. Die allerdings haben nach vier Siegen in Folge einen Lauf, den sie auch im Weidener Vorort fortsetzen wollen, um dem Führungsduo der Liga weiter im Nacken sitzen zu können
"Die Qualitäten von Schirmitz sind uns mehr als bekannt, vor allem deren Effektivität im letzten Drittel nach gewonnenen zweiten Bällen. Gut auf den Gegner eingestellt, wollen wir trotzdem unser Spielsystem dem Gegner auferlegen. Wir sind im Gegensatz zum Hinspiel im Juli personell und spielerisch viel variabler. Der entscheidende Faktor dieser Partie wird die Bank sein. Alles ist möglich, nichts ist Pflicht, da unser ausgegebenes Ziel, eine ruhige Saison zu spielen, absolut machbar ist", sagt ein Optimismus verbreitender VfB-Coach Hakan Boztepe.
„Am Wochenende erwartet uns mit Rothenstadt einer der stärksten Heimmannschaften der Liga. Der klare Hinspielsieg darf kein Maßstab sein und wir werden alles abrufen müssen, um dort bestehen zu können. Nichtsdestotrotz wissen wir um unsere Stärken und wollen die drei Punkte mit nach Schirmitz nehmen", zeigt sich auch Gästetrainer Fabian Hirmer entschlossen.
Nach dem Trainerwechsel (FuPa berichtete) hofft man am Weidener Flutkanal auf eine Reaktion der Mannschaft. Noch hat man die Flinte nicht ins Korn geworfen, gegen die Gäste aus Oberfranken sollen nun bessere Zeiten eingeläutet werden. Die reisen an und wissen um die heikle Aufgabe bei einem Gegner, bei dem die sportliche Leitung gewechselt hat. Dennoch hat der ASV fest am Plan, die Rückreise aus der Max-Reger-Stadt mit voller Punkteausbeute im Gepäck anzutreten.
"Ich denke, dass ich nach den Geschehnissen der letzten drei Tage nicht mehr viel zu dieser Partie sagen muss. Jeder einzelne ist nun gefordert, unsere Mannschaft muss und wird jetzt ihr wahres Gesicht zeigen. Noch dazu der Blick zurück auf die unglückliche Niederlage im Hinspiel, da weiß ein jeder, um was es geht", sagt der Interimstrainer der DJK, Rico Friese.
"Nach der bitteren Last-Minute-Niederlage im letzten Heimspiel gegen Rothenstadt geht es nun zur DJK Weiden. Diese Mannschaft ist trotz ihres Tabellenplatzes nie zu unterschätzen und wird der Mannschaft von Trainer Schinner alles abverlangen. Die letzten Spiele unseres Teams waren leider von viel Pech bei der Chancenverwertung geprägt. Sollte hier endlich wieder der Knoten platzen, steht einer maximalen Punkteausbeute nichts im Weg", zeigt sich der Spartenleiter der Gäste Stefan Reichl optimistisch.