Höchst konzentriert steht Friedrich Lieder am Elfmeterpunkt. Nur wenige Sekunden später zappelte der Ball zum 1:1 im Netz. Lieder, der die Rot-Weißen in Richtung Gebenbach verlässt, hat mit dem ASV Cham nach einer fulminanten Aufholjagd am letzten Spieltag mit einem Remis gegen die DJK Gebenbach den Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht.
Höchst konzentriert steht Friedrich Lieder am Elfmeterpunkt. Nur wenige Sekunden später zappelte der Ball zum 1:1 im Netz. Lieder, der die Rot-Weißen in Richtung Gebenbach verlässt, hat mit dem ASV Cham nach einer fulminanten Aufholjagd am letzten Spieltag mit einem Remis gegen die DJK Gebenbach den Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht. – Foto: Martin Ketterl

Der ASV Cham hat es geschafft!

Friedrich Lieder war einmal mehr die Schlüsselfigur. Sein Elfmeter zum 1:1 gegen Gebenbach bedeutete den Klassenerhalt.

Als Schiedsrichter Philipp Götz am Samstag um 15.47 Uhr vor den 550 Zuschauern im Kappenberger Sportzentrum abpfiff, war das Wunder endgültig vollbracht. Der ASV Cham konnte nach dem 1:1 (0:0) im Oberpfalzderby gegen die DJK Gebenbach den direkten Klassenerhalt endgültig unter Dach und Fach bringen. Was vor der Winterpause eigentlich noch unmöglich schien, hat die Mannschaft samt ihren Winterneuzugängen und Trainer Faruk Maloku nach einer fulminanten Aufholjagd tatsächlich noch geschafft.

Ein einziger Punkt war am letzten Spieltag noch nötig, um sich vor dem ärgsten Verfolger, dem Würzburger FV, im Endklassement durchzusetzen. Und den haben die Rot-Weißen, um den drohenden Relegationsspielen aus dem Weg gehen zu können, auch noch dringend benötigt. Denn zeitgleich hatte der Würzburger FV im fränkischen Duell den ATSV Erlangen, für den es nur noch um die goldene Ananas ging, an der Mainaustraße zu Gast. Schon nach 16 Minuten hieß es dort 3:0 für die Gastgeber. Am Ende sollte schließlich sogar ein deutlicher 5:1-Erfolg für die Funsch-Elf, die zuvor, wie der ASV Cham, drei Spiele in Folge nicht mehr gewinnen konnte, zu Buche stehen. Aber mit einem Sieg der Würzburger hatte man im Chamer Lager im Vorfeld schon gerechnet gehabt. So waren die Chamer am Samstag im allerletzten Heimspiel dieser Saison auf sich alleine gestellt, um den Sack zuzumachen.

Einer hat seine Mission beim ASV Cham vor seinem Abschied nochmals erfüllt. 2018 war er von der DJK Ammerthal nach Cham gekommen und schoss die Kreisstädter mit seinen drei Treffern im Hinspiel des legendären 8:1-Hinspielsieges gegen den ASV Vach fast schon im Alleingang in die Bayernliga. Und jetzt, vier Jahre später, erzielte er vor seinem Wechsel – ausgerechnet zur DJK Gebenbach – mit einem Foulelfmeter wieder einen spielentscheidenden Treffer, der über den Ausgang einer ganzen Saison entscheiden sollte. Sein Name ist Friedrich Lieder. Er war es auch, der gleich zu Beginn der Partie, mit einem Rechtsschuss ins obere Eck DJK-Schlussmann Christoph Lindner gleich einmal auf die Probe stellte (4.). Viele der Zuschauer wunderten sich, wer eigentlich der Spieler mit der Rückennummer 23 auf dem Feld war. Paul Hansen, der in dieser Saison aufgrund seines USA-Studiums nur in den ersten beiden Saisonspielen zum Einsatz gekommen ist, war zurück und hatte während der Trainingswoche bei Coach Maloku anscheinend einen so positiven Eindruck hinterlassen, dass er ihn gleich von Beginn an brachte.

Als nach einer Hereingabe von Lieder der mit aufgerückte Innenverteidiger Daniel Ettl zum Kopfball hochstieg, war erneut Lindner zur Stelle und lenkte den Ball gerade noch über die Latte zur Ecke (11.). Brenzlig wurde es, als Jonczy den mitgelaufenen Amaizo bediente. Jedoch konnte ein Chamer Abwehrspieler gerade noch auf der Linie klären (22.). Chams Keeper Julio Peutler hielt die Null fest, als er den Ball nach einem Freistoß von Haller noch aus dem Eck hechtete. Ansonsten verlief die erste Halbzeit ausgeglichen. Nach dem Seitenwechsel war der ASV zunächst geschockt, als DJK-Torjäger Michael Jonczy zur Gebenbacher Führung einschob (66.). Doch als nur drei Minuten später Andreas Kalteis im Strafraum von den Beinen geholt wurde und Friedrich Lieder sicher zum 1:1 verwandelte, war der ASV Cham endgültig gerettet.

Aufrufe: 022.5.2022, 18:11 Uhr
Martin KetterlAutor