2024-03-04T12:27:13.471Z

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Trifft er gegen Hilden? Pascal Weber kehrt mit dem KFC Uerdingen zum VfB zurück!
Trifft er gegen Hilden? Pascal Weber kehrt mit dem KFC Uerdingen zum VfB zurück! – Foto: Sascha Hohnen

Die schwierige Zeit des Pascal Weber

Vom Königstransfer zum Teilzeitspieler – doch der Torjäger hat sich mit einem ganz wichtigen Tor zurückgemeldet und dem KFC Uerdingen Leben eingehaucht. Das nächste Spiel führt ausgerechnet zu seinem Stammverein VfB Hilden.

Es gibt Namen, die sind scheinbar untrennbar mit einem Verein verbunden: Volker Finke und Christian Streich mit dem SC Freiburg, Frank Schmidt mit dem 1. FC Heidenheim oder früher Uwe Seeler mit dem Hamburger SV, Charly Körbel mit Eintracht Frankfurt, Berti Vogts mit Borussia Mönchengladbach und Gerd Zewe mit Fortuna Düsseldorf.

In Hilden war er der Mann

Der KFC Uerdingen hat einen Spieler in seinen Reihen, auf den dies in ähnlicher Weise zutrifft: Pascal Weber. 13 Jahre hat er für den VfB Hilden gespielt, ehe er im Winter zu den Blau-Roten wechselte. Und es drängt sich aus gutem Grund die Frage auf, ob er den Wechsel inzwischen bereut hat?

In Hilden war der Stürmer überaus erfolgreich und eine feste Größe. In 245 Spielen für den VfB erzielte er 125 Tore und bereitete 47 weitere vor – eine fantastische Bilanz, die ihm verdientermaßen den Ruf einbrachte, der beste Angreifer der Oberliga zu sein. 10.000 Euro ließen sich die Uerdinger den Wechsel kosten und hofften, dass Calli, so wird er von den Mitspielern gerufen, das Team in die Regionalliga schießt. Seit dem Winter hat er bei 24 Einsätzen sieben Mal getroffen. Aber nicht nur mit dieser für ihn ungewohnten Quote kann er nicht zufrieden sein, auch kam er nicht so zum Einsatz, wie er es aus Hilden gewohnt war – weder von den Einsatzzeiten, noch spielerisch.

Wechsel nicht bereut

Also: Hat er den Wechsel nicht längst bereut? „Definitiv nicht“, antwortet er prompt und liefert dann seine differenzierte Sicht: „Es ist eine andere Situation und nicht so einfach, damit umzugehen, wenn man nicht mehr ständig erste Wahl ist. Aber es gibt auch eine schöne Seite: Wir haben eine sehr gute Mannschaft, die Truppe, die zusammengestellt wurde, ist super. Selbst wenn man auf der Bank sitzt, spürt man, dass die anderen für einen da sind. Und das Stadion Grotenburg und die Fans sind natürlich eine Klasse für sich.“

Als Autoverkäufer hat Weber gern gesprochen. Das tut er immer noch, er ist ein sehr kommunikativer Mensch. Er braucht die Ansprache, das Gespräch. Aber er hat sich auch viele Gedanken gemacht, warum er in Uerdingen kein Stammspieler, als Stürmer gesetzt ist. „Ich weiß es nicht. Ich habe sehr gute Mitspieler. Maik Odenthal zum Beispiel hat aktuell eine enorme Formstärke; die habe ich nicht gehabt.“

Ein Lob vom Trainer

Uerdingen und Hilden – zwei Städte, zwei Vereine, unterschiedliche Ansprüche und Ziele. Hilden versucht, wie fast alle Oberligisten, mit schnellem Umschaltspiel und Kontern zum Erfolg zu gelangen; die Uerdinger mit Dominanz und Ballbesitzfußball. Zwei verschiedene Spielweisen, die ihre Berechtigung haben, wenn sie erfolgreich sind. Trainer Björn Joppe, der im Winter kurz das Sagen hatte, vertrat die Auffassung, Weber müsse sich dem Spiel des KFC anpassen. Nicht wenige sahen das anders und waren der Meinung, das Spiel müsse auf den Top-Torjäger zugeschnitten werden.

Auch Trainer Marcus John hat sich so seine Gedanken gemacht, warum Webers Stärken nicht voll umfänglich zur Geltung kommen. „Calli ist ein sehr intelligenter, aber auch sensibler Spieler, der sich vielleicht auch selbst zu viel Druck macht“, erklärt der Coach. „Ihm fehlte manchmal die Unbekümmertheit. Aber er hat immer viel für das Team gearbeitet, viele tiefe Läufe absolviert. Das Tor gegen Straelen tut ihm sicher gut, vielleicht ist das auch ein Brustlöser für ihn. Ich hatte vor dem Spiel gesagt, dass es für Offensivspieler wichtig ist, ein Tor zu machen oder eins vorzubereiten, um die Berechtigung zu erlangen, zu spielen.“

Die Rückkehr des Sport-Studenten

Ob Weber, der als Student der Sporthochschule Köln derzeit seine Bachelor-Arbeit zum Thema „Verletzungsprävention der hinteren Oberschenkelmuskulatur im Fußball“ schreibt, am Samstag (15.30 Uhr) bei seinem Stammverein VfB Hilden auflaufen kann, ist noch ungewiss. Das rechte Knie macht Probleme. „Wenn es irgendwie geht, will ich auf jeden Fall dabei sein. Ob ich spiele, entscheidet dann der Trainer. Ich hoffe, dass meine Leistug gereicht hat“, sagt Weber, der bereits beim ersten Treffen in Hilden im Frühjahr verletzt fehlte. Aber daran wird er nicht nur deshalb ungern erinnert. Mit 0:4 wurden die Uerdinger da vom Platz gefegt. „Ich gönne meinem Ex-Verein jeden Erfolg, aber nicht am Samstag. Da ruhen für 90 Minuten alle Freundschaften.“ Aus gutem Grund: Für den KFC sind die nächsten Spiele entscheidend, ob er noch den Anschluss zu den oberen Tabellenplätzen bekommt oder nicht.

Aufrufe: 027.9.2023, 12:00 Uhr
Thomas SchulzeAutor