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Die Regionalliga ist für Türkgücü München eine Nummer zu groß

Tabellenschlusslicht ohne Stadion

von Simon Jacob · 12.05.2025, 14:56 Uhr · 0 Leser
Türkgücüs Zeit in der Regionalliga Bayern läuft ab.
Türkgücüs Zeit in der Regionalliga Bayern läuft ab. – Foto: Paul Hofer

Türkgücü Münchens Abstieg ist noch nicht besiegelt, in die Regionalliga gehört der Verein aber nicht mehr. Ein Kommentar.

Türkgücü München ist abgestiegen, oder nicht? Sportlich ist der Klassenerhalt in der Regionalliga Bayern einen Spieltag vor Saisonende nicht mehr zu schaffen. Sieben Punkte beträgt der Rückstand des Tabellenletzten auf die Relegationsplätze.

Türkgücü würde nach sieben Jahren in die Bayernliga zurückkehren, wäre da nicht noch dieser eine letzte Strohhalm, wären da nicht noch Greuther Fürth und Schwaben Augsburg. Sollte die erste Mannschaft des Kleeblatts aus der 2. Bundesliga absteigen, müsste die Zweite runter in die Bayernliga. Somit gäbe es nur noch einen weiteren direkten Absteiger aus der Regionalliga Bayern.

Türkgücü München von Urteil gegen Schwaben Augsburg abhängig

Zwar kann Türkgücü (22 Punkte) den aktuell Vorletzten (Bamberg mit 25 Punkten) nicht mehr einholen, da die Münchner aufgrund zweimaligen Nichtantritts in dieser Saison den direkten Vergleich automatisch verlieren, Schwaben Augsburg (39 Punkte) könnte aber noch hinter Türkgücü zurückfallen. Den Schwabenrittern drohen wegen Verstoßes gegen die U23-Regelung zwölf Punkte Abzug. Ein direkter Profiteur davon wäre Türkgücü, das drei Zähler zugesprochen bekäme und somit vor dem letzten Spieltag nur noch zwei Punkte Rückstand auf die Augsburger hätte.

Noch klammert Türkgücü, noch scheint der Klassenerhalt möglich. Nur, wie sinnvoll wäre das?

Sportlich gesehen ist Türkgücü das schlechteste Team der Liga – und das nicht erst seit dieser Saison. Wegen finanzieller Probleme mussten sich die Münchner Anfang 2024 vom Großteil ihres Kaders trennen. Die Regionalliga hielten sie in der abgelaufenen Saison nur, weil sie zum Zeitpunkt des Aderlasses Tabellenvierter waren. Seitdem holte Türkgücü saisonübergreifend lediglich 27 Punkte aus 47 Spielen (0,57 Punkte pro Partie). Das ist zu wenig.

Schwerwiegender noch als die sportliche Situation wiegt jedoch die Stadionproblematik. Türkgücü hat kein Regionalliga-taugliches Stadion. Diese Saison trugen die Münchner ihre Heimspiele abwechselnd im Dantestadion (8), im Sportpark Heimstetten (5) und im Grünwalder Stadion aus. Zweimal fanden sie keine Spielstätte und verloren automatisch mit 0:2. Vergangene Saison wich Türkgücü für das Totopokal-Spiel gegen Ingolstadt in die MAR Arena nach Selingenporten aus – einfache Fahrzeit zwei Stunden. Das ist zu weit.

Die Regionalliga ist für Türkgücü München eine Nummer zu groß

Seine Bayernliga-Spiele könnte Türkgücü dagegen in der heimischen Bezirkssportanlage an der Heinrich-Wieland-Straße austragen. Keine Fahrzeit, keine horrenden Stadienkosten für den klammen Verein – das Heimspiel am 34. Spieltag gegen Aschaffenburg in Heimstetten kostet ca. 17.000 Euro. Die 307 Zuschauer, die Türkgücü in dieser Saison im Schnitt pro Heimspiel begrüßt, fänden genug Platz an der Heinrich-Wieland-Straße. Und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass dort sogar wieder mehr Fans kommen. Schließlich wüssten sie dann schon im Vorfeld, wo gespielt wird.

Die Regionalliga ist nichts (mehr) für Türkgücü München. Zu dem Schluss kam nach der 0:5-Niederlage beim FC Bayern II auch der scheidende Türkgücü-Trainer Alper Kayabunar: „Es macht unter den herrschenden Umständen keinen Sinn in der Regionalliga.“ Zeit wird's, dass das auch der Verein akzeptiert. (Simon Jacob)