
Unfassbare Erleichterung herrschte beim TSV Buchbach nach dem Klassenerhalt in der Regionalliga Bayern.
Bamberg/Buchbach – Mit dem 0:0 im dritten Relegationsspiel am Dienstagabend vor 1860 Zuschauern beim TSV Bamberg konnten die Rot-Weißen eine vor allem im Herbst völlig verkorkste Saison in letzter Minute noch retten und das Wunder schaffen.
Buchbach und Bamberg bleiben damit in Bayerns höchster Spielklasse. Eichstätt, die dritte Mannschaft in der Relegation, muss dagegen noch zittern. Der VfB ist dann Regionalligist, wenn sich die Würzburger Kickers in der Drittliga-Relegation gegen die zweite Mannschaft von Hannvorer 96 durchsetzen. Die erste Partie endete mit einem 1:0 für die Würzburger.
„Die Mannschaft ist unglaublich erleichtert nach dem Dauerdruck der letzten Monate, das war mentaler Megastress“, beschreibt Trainer Aleksandro Petrovic das völlig verrückte Gefühlskino seit der Winterpause. Die Vorwürfe von Eichstätts Trainer Dominic Rühl, dass das 0:0 „absehbar“ gewesen sei und „dass beide Mannschaften nicht auf Sieg spielen wollten“, weist der Rekordspieler der Regionalliga entschieden zurück: „Das ist mangelnder Respekt gegenüber meiner Mannschaft und gegenüber Bamberg. Wir wollten die Bamberger hoch angreifen, sind aber nicht ins Pressing gekommen.“
Der Buchbacher Coach spricht von „Glück, dass meine Mannschaft bis zur Pause nicht 1:2 in Rückstand gelegen ist“, und er erklärt: „Wir haben es einfach nicht hinbekommen, Bamberg unter Druck zu setzen. Deswegen haben wir dann umgestellt und uns auf die Defensive konzentriert. Mittlerweile weiß meine Mannschaft ja, wie man verteidigt.“ Dass man kein Schützenfest erwarten konnte, wenn der nach 34 Saisonspielen schwächste Angriff auf den drittschlechtesten Sturm trifft, war ohnedies absehbar.
Die sogenannte Abtastphase in dieser für beide Mannschaften so entscheidenden Partie dauerte – durchaus verständlich – länger als bei einem x-beliebigen Spiel im Liga-Alltag. Gastgeber Bamberg kam dann mit den ersten zwei vielversprechenden Versuchen durch Philipp Hack, der nächste Saison bei Holstein Kiel durchstarten will, zum Abschluss, doch beide Male war Buchbachs Keeper Ludwig Zech auf dem Posten. Auf der anderen Seite zirkelte Sammy Ammari ein Zuspiel von Tobias Steer, der nächste Saison für Bayernliga-Champion SV Erlbach auflaufen wird, neben den Kasten.
„Bis jetzt haben wir Glück gehabt“, lautete das Halbzeit-Fazit von Buchbachs Sportlichem Leiter Anton Bobenstetter, der freimütig einräumte: „Bamberg war deutlich überlegen und hatte die besseren Chancen. Da mussten sich Kevin Hingerl und Manu Mattera in ein paar Schüsse werfen, um den Einschlag zu verhindern.“
Nach dem Seitenwechsel ein fast unverändertes Bild, doch Buchbach hatte nun ein paar Offensivansätze mehr und auch mehr Ballbesitz. Von einem Nicht-Angriffspakt war die Partie weit entfernt, aber die Risiko-Bereitschaft beider Mannschaften schwand mit zunehmender Spieldauer. So stand es nach 90 Minuten 0:0, und beide Teams durften schließlich jubeln.
Das am Ende völlig überflüssige Elfmeterschießen entschied Bamberg mit 5:4 Treffern für sich, sodass die Franken bei drei punktgleichen Mannschaften aus der Dreier-Relegation die Nase vor Buchbach und Eichstätt vorne hatten. „Ich wünsche Eichstätt weiterhin den Aufstieg. Das ist eine tolle Mannschaft, und Dominic Rühl macht einen tollen Job. Aber Eichstätt hatte zwei Spiele Zeit, um die Sache für sich zu entscheiden. Das ist den Eichstättern nicht gelungen“, stellt Petrovic klar und fügt hinzu: „Vielleicht ist einfach auch schlecht, wenn man im Vorfeld schon herbeiredet, wie so ein Spiel ausgeht. Das ist dann wahrscheinlich das Karma, das man selbst beschworen hat.“