
Es ist eine skurrile Situation derzeit beim TSV 1860 München. Da trainieren die Meisterjungs der U21 und bereiten sich unter Coach Alper Kayabunar an der Grünwalder Straße auf die neue Regionalliga-Saison vor. Wer in rund einem Monat dann aber tatsächlich beim Saisonstart auf dem Platz stehen wird, und ob der Trainer dann auch Alper Kayabunar heißen wird - völlig unklar! Klar ist aber nun definitiv: Sean Dulic wird nicht dabei sein. Das kommt freilich wenig überraschend. Allerdings extrem bitter für die bekanntlich äußerst klammen Löwen: Für ihr größtes Talent, das laut transfermarkt.de einen Marktwert von 1,3 Millonen Euro hat, bekommen die Sechziger keinen Cent. Der 21-Jährige wechselt ablsösefrei zum Bundesligisten TSG Hoffenheim.
Der deutsche U20-Nationalspieler war bei einigen Klubs heiß begehrt. Unter anderem wurde er mit dem FC Schalke 04 in Verbindung gebracht. Nun hat er sich aber für ein deutlich ruhigeres Umfeld entschieden.
"Sean ist ein physisch starker, zweikampfstarker und dynamischer Innenverteidiger, der gleichzeitig großes Entwicklungspotenzial mitbringt. Er hat sich in einem schwierigen Umfeld durchgesetzt und in der 3. Liga auffällige Leistungen erbracht. Wir sind überzeugt, dass Sean bei uns den nächsten Schritt gehen und sich in die Bundesliga entwickeln kann. Hierfür ist das dauerhafte Training in unserer Profimannschaft und Einsätze in der 3. Liga eine optimale Kombination", erklärt Frank Kramer, Direktor Sport der TSG Hoffenheim, in einer Pressemitteilung der Kraichgauer.
Sean Dulic selbst ist überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben: "Die TSG Hoffenheim hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass der Klub junge Spieler bestmöglich fördert und entwickelt. Das hat für mich den Ausschlag gegeben, genau hier meine Karriere fortsetzen zu wollen. Ich werde hart arbeiten und viel lernen, um den großen Schritt in die Bundesliga zu bewältigen."
Der gebürtige Münchner kam im Alter von neun Jahren schon zum TSV 1860 und durchlief im Anschluss alle Jugendmannschaften bei den Löwen. Nach zwölf Jahren kehrt er nun den "Blauen" den Rücken.