
Bestenfalls würde dafür ein Weiterkommen im Halbfinale gegen einen Ligakonkurrenten (SC St. Tönis/VfB Hilden reichen) reichen. Das Zünglein an der Waage würde in diesem Fall der MSV Duisburg spielen. Der Drittligist, der ebenfalls unter den verbleibenden vier Teams steht, könnte sich nämlich schon über den Ligabetrieb ein Ticket für den DFB-Pokal sichern. Das wäre bei einem Abschneiden unter den ersten vier Teams der Fall. Sollte den Zebras das gelingen, würde der Startplatz für den DFB-Pokal sicher auf einen der drei Oberligisten überspringen.
Nicht gerade unrealistisch. In Büderich möchte man dahingehend aber noch den Ball flachhalten: "Klar ist uns bewusst, was möglich ist, wenn einige Komponenten eintreffen", sagt Trainer Torsten Schedler. "Wir haben dafür erstmal eine ganz schwierige Aufgabe vor der Brust, die noch enttäuschender enden kann, wenn man es dann nicht schaffen würde. Und auch der MSV muss erstmal seinen Weg bis zum Finaleinzug meistern."
Viele Eventualitäten müssen bis dahin aber nicht mehr eintreffen, so räumt Schedler auch ein: "Geträumt wurde nach dem Spiel dann schon. Und wir werden von unsere Seite alles geben, um dies für den Verein zu realisieren."
In der Zwischenzeit kann der FCB den hochdramatischen Sieg gegen den Wuppertaler SV gebührend Revue passieren lassen. Auf dem tiefen Rasenplatz nickte Jannik Schulte nach einem Eckball tief in der Nachspielzeit zur erlösenden Führung ein.
"Es ist sicherlich einer der schönsten Momente und wird auch unvergesslich bleiben", beschreibt Schedler seine Gefühlslage mit ein paar Stunden Abstand. Aktuell gewichtet er aber auch noch den erstmaligen Oberliga-Verbleib vor zwei Jahren mit Büderich ähnlich schwer. Man darf nicht vergessen, dass der Klub noch 2021/22 in der Bezirksliga gespielt hat. "Der größte Erfolg würde es werden, wenn wir tatsächlich ins Endspiel einziehen."
Gerade in der laufenden Saison mit vielen Höhen und Tiefen kann eine solche Willensleistung noch einmal ungeahnte Kräfte freisetzen. Büderich ging in die Partie mit drei sieglosen Spiele im Ligabetrieb, machte dem klassenhöheren Gegner aber von Beginn an das Leben schwer. "Wir waren uns bewusst, dass der WSV Schwierigkeiten haben würde das Spiel zu gestalten, da sie in der Liga ein andere taktische Ausrichtung haben."
So herrschte nach dem Siegtreffer und dem kurz darauf folgenden Schlusspfiff natürlich die pure Ekstase: "Nach dem Abpfiff überwog die Dankbarkeit dem Team gegenüber und den zahlreichen Büdericher Fans, die uns gerade zum Schluss nochmal richtig gepusht haben. Aber auch gegenüber den zahlreichen Helfern , die diesen außergewöhnlichen Tag erst ermöglicht haben."
Wie angesprochen können aus einem außergewöhnlichen Tag noch zwei bis drei weitere werden. Der FC Büderich hat dafür viel in der Hand, wird für den Fall aber auch sicher das Geschehen in der 3. Liga noch etwas genauer verfolgen.
FC Büderich – Wuppertaler SV 1:0
FC Büderich: Justin Möllering, Ibrahim Kanat, Linus Ansumana, Jamil Jamal Al Hussein, Kevin Weggen, Daud Gergery (62. Kaies Alaisame), Taira Kayama (79. Gabriel-Eromose Imoiseza), Yasin Pirnal (74. Jannik Schulte), Venhar Ismailji, Giovanni Nkowa, Jan Niklas Kühling (71. Gordon Wild) - Trainer: Sebastian Siebenbach - Trainer: Torsten Schedler
Wuppertaler SV: Ngemba Michael Luyambula, Kilian Bielitza, Levin Müller, Subaru Nishimura (55. Jeff-Denis Fehr), Aldin Dervisevic, Salmin Rebronja (79. Alessio Arambasic), Toshiaki Miyamoto (70. Lennard Wagemann), Celal Aydogan, Daiki Kamo, Ronay Arabaci (46. Amin Bouzraa), Dominic-Maximilian Constantine - Trainer: Sebastian Tyrała
Schiedsrichter: Emircan Kandemir (Duisburg ) - Zuschauer: 800
Tore: 1:0 Jannik Schulte (90.+5)